Doping

Das Wirkstoff-ABC

16beta-Hydroxy-Stanozolol

16beta-Hydroxy-Stanozolol ist ein anaboles Steroid. Bereits 2003 war dieser Stoff in einem Futtermittel nachgewiesen worden, das von der Sporthochschule Köln auf mögliche Dopingsubstanzen untersucht wurde. Es ist in einem aus einer mexikanischen Kakteenart gewonnenen Wirkstoff vorhanden, der im Handel unter dem Namen Energy 5 angeboten wird.

Acepromazin

Ein klassisches Beruhigungsmittel, das in vielen Ställen zum Inventar gehört.

Altrenogest

Hormon aus der Gruppe der Gestagene. Wurde schon häufiger bei Hengsten und Wallachen im internationalen Sport nachgewiesen.

Anabolika

Allgemeinbezeichnung für muskelaufbauende Präparate, die in jedem Fall als Doping zählen, weil es keinen therapeutischen Grund für ihren Einsatz gibt.

Betamethason

Ein Glukokortikoid (Kortison). Die folgenschwerste Anwendung unterlief Ludger Beerbaum bei den Olympischen spielen in Athen. Sein Pferd Goldfever wurde wegen einer Verletzung in der Fesselbeuge, so heißt es, mit einer Betamethasonhaltigen Salbe behandelt. Ergebnis: Zwar keine Strafe für Beerbaum, aber Verlust der Mannschaftsgoldmedaille.

Capsaicin

Der Name Capsaicin war bis zum Abschlussspringen der Olympischen Spiele 2008 kaum jemand bekannt, maximal Menschen, die ABC-Pflaster benutzen. Seit dem 17. August 2008, als eine Dopingprobe den bzw. einen nahe verwandten Wirkstoff bei Springpferden nachwies, ist das anders.

Cimetidin

Das Magenmittel war weitgehend unbekannt bis es beim Dressurpferd El Santo von Isabell Werth nachgewiesen wurde.

Cobalt

Eigentlich ist Cobalt ein lebensnotwendiges Spurenelement. In erhöhter Dosis kann es aber leistungssteigernd wirken, weil es die Produktion der roten Blutkörperchen anregt.

Coffein

Coffein (aus Kaffeebohnen) zählte bis 2006 zu den verbotenen Substanzen. Seit der Reglementänderung 2006 ist es von der Liste gestrichen mit der Begründung, es sei häufig „aus Versehen“ gefüttert worden, das heißt in Fertigfutter enthalten; die Nachverfolgung dieser Fälle sei schwierig und wenig aussichtsreich. Fachleute sind sich allerdings einig, dass mit Coffein ein Pferd aufgeputscht werden kann, dass es sich außerdem dazu eignet, andere verbotene Substanzen zu überdecken (maskieren).

Cortisol

Auch Kortisol. Wird vom Körper selbst produziert, aber erhöhte Werte deuten auf Manipulation hin, weswegen der Wirkstoff unter Doping fällt. Cortisol wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und stimulierend…

Dexamethason

Ein Glukokortikoid (synthetisches Cortison) Wirkstoff, der um ein vielfaches stärker wirksam ist als körpereigenes Cortisol.

DOPING – Definition

Unter Doping versteht man den Einsatz von Substanzen und Methoden, die im Wettkampf oder auch im Training verboten sind. Es wird aber darüberhinaus differenziert: Nicht jede Verabreichung von Medikamenten, die im Wettkampf nicht zugelassen sind, sind automatisch Doping. Ein Umstand, der vor allem in emotionalen Kommentaren in Social Media-Kanälen von Menschen, die sich nicht sachkundig gemacht haben, häufig durcheinandergebracht wird. Des Dopings überführte Sportler sind generell für die Teilnahme an (den kommenden) Olympischen Spielen gesperrt.

DOPING – Definition auf internationalen Veranstaltungen

Doping ist nicht nur ein Bereich, der Pharmakologen auf den Plan ruft. Auch Juristen sind gefragt, vor allem wenn es darum geht, zu klären, welche der unterschiedlichen Doping-Definitionen, die nationalen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) oder des Weltreiterverbandes (FEI) zur Beurteilung eines Falls herangezogen werden müssen.

Etoricoxib

Ein aus der Humanmedizin bekannter Wirkstoff, mit dem unter anderem Arthrose und Gicht behandelt wird. Er wurde bei Maike, dem Pferd von Jessica Kürten, 2007 beim Turnier in La Baule gefunden. In der Pferdemedizin ist die Substanz bisher nicht bekannt. In den USA wurde sie wegen erheblicher Nebenwirkungen, unter anderem Herzinsuffizienz, nicht zugelassen.

Felbinac

Felbinac ist eine verbotene Substanz, die als Medikation A eingestuft ist. Es hat eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung und kommt u.a. bei rheumatischen Beschwerden und bei Gelenksentzündungen (Arthritis) zum Einsatz.

Flunixin

Ein ausschließlich in der Tiermedizin zugelassener nicht steroidaler Entzündungshemmer (NSAID). Es wird bei allen Schmerzzuständen eingesetzt, vor allem bei Skeletterkrankungen und Schmerzzuständen der Eingeweide, und besitzt eine entzündungshemmende (Antiphlogistikum) und fiebersenkende (Antipyretikum) Wirkung.

Fluphenazin

Ein Psychopharmakon, das in der Humanmedizin unter anderem bei Schizophrenie und Autismus zum Einsatz kommt.

Guanabenz und Gabapentin

Gehören beide zu den Psychopharmaka, die in den letzen Jahren verstärkt eingesetzt werden, um die Psyche des Pferdes zu beeinflussen. Der Stresslevel wird gesenkt, damit wird erreicht, dass das Pferd in der Prüfung weniger leicht ablenkbar ist und es im Training unter Umständen härtere Trainingsmethoden (Barren) akzeptiert.

Ibuprofen

Schmerzmittel, bekannt auch aus der Humanmedizin („Fiebersaft“).

Isoxsuprin

Wirkt u. a. durchblutungsfördernd. Wird deswegen zum Beispiel bei Hufrollenentzündung gegeben. Ist ein Beta-2-Mimetikum wie Clenbuterol, wird daher in bestimmten Formen der Verabreichung auch den anabolen Substanzen zugeordnet.

MEDIKATION, unerlaubte – Definition

Regelung im nationalen Sport, Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN): Liste II der ADMR verzeichnet Substanzen, die außerhalb eines Wettkampfs zu Therapien eingesetzt werden können, während des Turniers aber verboten sind.

Naproxen

Ein schmerzstillender Wirkstoff, der vor allem bei Gelenk- und Knochenerkrankungen gegeben wird. Es sind erhebliche Nebenwirkungen bekannt, wie Herz- und Magen beschwerden.

Nonivamid

Der zweite Wirkstoff, der seit den Olympischen Spielen von Hongkong 2008 in Verbindung mit Hypersensibilierung an Pferdebeinen in Verbindung gebracht wird. Nachgewiesen bei Rufus, dem Wallach von Rodrigo Pessoa (BRA), der 2004 in Athen am grünen Tisch zum Olympiasieger ernannt wurde, weil der eigentliche Gewinner, der Ire Cian O’Connor des Dopings überführt worden war.

Nordazepam

Ein Beruhigungsmittel, das in der Humanmedizin zur symptomatischen Behandlung akuter oder chronischer Angst-, Spannungs- und Erregungszustände verschrieben wird.

Omeprazol

Omeprazol zählt zur Gruppe der Protonenpumpenhemmer und kommt bei Magenproblemen (vor allem Magengeschwüren) zum Einsatz.

Oxyphenbutazon

Ein Stoffwechselprodukt von Phenylbutazon, wirkt schmerzstillend und abschwellend. Gab’s füher auch als eigenständigen Wirkstoff.

Phenylbutazon

Umgangssprachlich „Buta“ oder „bute“ (engl.), in Deutschland unter verschiedenen Produktnamen (z.B. Equipalazone, deswegen auch als „Equi“ im Sprachgebrauch) erhältlich.

Procain

Dient zur örtlichen Betäubung, wird aber auch zur Herstellung von Langzeitantibiotika (Procain-Penicillin) verwandt.

Reserpin

Psychopharmakon, Dopingsubstanz. Wird zum Handhaben gefährlicher (!) Tiere eingesetzt.

Salicylsäure

Schmerzstiller, unter anderem Bestandteil des „Klassikers“ Aspirin.

Testosteron

Hormon. Testosteron wird bei allen Pferden ständig produziert, beim Hengst in höheren Konzentrationen.

Theobromin

Schokolade mag glücklich machen, der in Kakaoschalen enthaltene Wirkstoff kann aber für massive Sorgenfalten auf eines Pferdeverantwortlichen Stirn führen.

Theophyllin

Wenn es mal mit der Atmung nicht mehr so klappt, hilft dieser Stoff, der auch entzündungshemmend wirkt.

Warfarin

Mittel zur Blutverdünnung, wie Heparin und Aspirin®. Deshalb verbluten Laborratten, wenn man ihnen diesen Wirkstoff gibt innerlich.

Zuclopenthixol

Psychopharmakon (Doping), übrigens ein weitläufiger Verwandter von Acepromazin.