Rollkur

„Happy Athelete“?

Was man einem Pferd im Training abverlangen darf, ohne es vom glücklichen zum unglücklichen Athleten zu machen, wird heftig diskutiert. Aber das Problem ist keineswegs nur im Spitzensport präsent, auch der Freizeitreiter muss sich kritisch damit beschäftigen, woran er erkennen kann, ob sich sein Pferd wohl fühlt. Dr. Ulrike Thiel, die in den Niederlanden das Institut für hippische Sportpsychologie und Equitherapie Hippo Campus betreibt, hat sich Gedanken zum von der FEI propagierten Begriff „Happy Ahlete“ gemacht.

Dressur pervers aus ST.GEORG Juli/2005

Kommt Dressur von Dressieren? Nein, zumindest nicht laut Lehrbuch. Doch der Dressursport verkommt. Viele Pferde bleiben auf der Strecke. Die, die im Viereck erscheinen, wirken häufig abgerichtet. Für die Prinzipien der klassischen Ausbildung interessiert sich kaum noch jemand. Am Rand von Abreiteplätzen und in Internetforen wird diskutiert. Die Richter aber sehen weg, konzentrieren sich lieber auf die Wahl vermeintlich glücklicher Athleten – Happy Athletes. Wenn gar nichts mehr geht, muss der Tierarzt ran. Eine ST.GEORG-Recherche…

FEI-Workshop „Rollkur“ in Lausanne, Januar 2006

Und sie bewegt sich doch, fragt sich nur, in welche Richtung. Die Diskussion um fragwürdige Trainingsmethoden ist auch an der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) nicht spurlos vorbeigegangen. Ende Januar 2006 trafen sich Experten aus drei Kontinenten im Olympischen Museum in Lausanne, um über die Wirkung der extrem tiefen Einstellung beim Dressurtraining zu diskutieren und Forschungsergebnisse vorzulegen.

FEI-Chefveterinär Leo Jeffcott

In die Diskussion um die richtigen, das heißt pferdefreundlichen Ausbildungsmethoden in der Dressur haben sich jetzt auch die Tierärzte eingeschaltet. Professor Leo Jeffcott, Vorsitzender der Veterinärkommission der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI), hat sich bei seinen Kollegen umgehört und ein erstes Resumée vorgelegt.