Schweiz: Verbands-Hin und -Her um verurteilten Tierquäler Bodenmüller

Es ist noch nicht allzu lange her, da hat der Verband der Schweizer Berufsreiter, Swiss Horse Porfessionals, den wegen Tierquälerei verurteilten Tierarzt und einstigen Vielseitigkeitsreiter Jörg Bodenmüller in den Vorstand gewählt. Nun wurde zurückgerudert bzw. Bodenmüller selbst hat sich umentschieden.

Der Schweizer Berufsreiterverband hatte Bodenmüller für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit angeheuert. Es gab massive Proteste seitens der Medien. Bodenmüller ist nun „mit sofortiger Wirkung“ zurückgetreten. So berichtet der Verband auf seiner Internetseite.

Durch Bodenmüllers Verschulden kam 2007 eine Poloponystute namens Karioka zu Tode. Der Reitlehrer hatte damals einer Auszubildenden gesagt, sie solle das Pony zum Longieren eng ausbinden. Allerdings wehrte die Stute sich vehement gegen die Schlaufzügel, mit denen sie ausgebunden war, deutete mehrfach an zu steigen und ging auch zu Boden. Eine zweite Auszubildende wurde hinzugezogen, die das Pferd am Strick führen sollte. Wieder wehrte sich Karioka und stieg schließlich so hoch, dass sie das Gleichgewicht verlor, stürzte und sich dabei den Schädel brach. Wie schwer die Verletzungen des Tieres waren, erkannte zu diesem Zeitpunkt es war Mittag noch niemand. Am Nachmittag riefen Dritte Polizei und Bezirkstierarzt hinzu. Letzterer veranlasste, dass das Pferd in eine Tierklinik gefahren wurde, wo Karioka am selben Abend eingeschläfert wurde.

Drei Jahre später verurteilte das Bezirksgericht Winterthur Jörg Bodenmüller wegen Tierquälerei. Er musste umgerechnet rund 3000 Euro Strafe zahlen und bekam zudem eine Bewährungsstrafe von 210 Tagessätzen à 100 Franken aufgebrummt. Die Auszubildende wurde freigesprochen.