VR Classics: CDN-Grand Prix für Isabel Freese, Becks zum zweiten

Neumünster – VR Classics 2017

Jil-Marielle Becks und Damon's Satelite v. Damon Hill bei den VR Classics in Neumünster 2017. (© Lafrentz)

Isabel Freese sicherte sich den Grand Prix der nationalen Tour bei den VR Classics in Neumünster. Sie setzte sich knapp gegen Isabell Werth durch. Erneut ein deutlicher Sieg gelang Jil-Marielle Becks, diesmal in der Intermédiaire I-Kür.

Genau 72 Prozent gaben die Richter Isabel Freese und dem talentierten zehnjährigen Hannoveraner Sam’s Ass v. Samarant-Pink As. In der nicht ganz einfachen Atmosphäre der Holstenhalle von Neumünster, wo die Zuschauer dicht am Viereck sitzen, war die Vorstellung der beiden nicht ganz spannungsfrei. Das wirkte sich beispielsweise auf die Übergänge zwischen Piaffe und Passage aus sowie auf den Starken Schritt, wo der Wallach sich mehr an die Hand herandehnen könnte. Dem gegenüber standen aber auch Highlights wie die Trabverstärkungen und phasenweise die Passagen.

Mit 71,80 Prozent dicht auf folgte Isabell Werth im Sattel der statiösen KWPN-Stute Anne Beth v. Oscar-Corleone. Anne Beth gehört Isabell Werths Schülerin Lisa Müller zusammen mit deren Mann, Fußball-Profi Thomas Müller. Lisa Müller hatte Anne Beth in den vergangenen Jahren in der kleinen Tour sowie auf Intermédiaire-Niveau vorgestellt. Isabell Werth ritt in Münster den ersten Grand Prix mit der zwölfjährigen Braunen. Neumünster ist also das zweite gemeinsame Turnier für das Paar. Auch bei diesem Paar fehlte es heute an der letzten Harmonie. Das Maul des Pferdes war immer mal wieder offen. Die Anlehnung wurde unruhig und die Stute verwarf sich und schlug mit dem Schweif. In den Piaffen hat sie noch Probleme, die Hinterhand unter den Körper zu bekommen, um wirklich Last aufzunehmen. Aber insbesondere in der Galopptour steckt viel Potenzial, wenngleich man z.B. in den fliegenden Wechseln von Sprung zu Sprung erkennen konnte, dass Anne Beth noch lange kein ausgereiftes Grand Prix-Pferd ist. Sie fing toll an, benötigte dann aber doch die energische Unterstützung ihrer Reiterin, die sie nach jeder gelungenen Lektion lobte.

Rang drei ging an Svenja Peper auf Disneyworld. Der 14-jährige Hannoveraner v. De Niro-Walt Disney lieferte eine sehr gehorsame Vorstellung ab. Ein echtes Highlight war das gehorsame, durchlässige Rückwärtsrichten aus einer gelungenen ganzen Parade heraus. Alles in allem gelang dem Paar eine recht ansprechende Runde, die heute mit 69,667 Prozent bewertet wurde.

Wieder Becks und Damon’s Satelite

Wie bereits gestern im Prix St. Georges waren Jil-Marielle Becks und der nun neunjährige Damon Hill-Sohn Damon’s Satelite, selbst Ex-Bundeschampion und Vollbruder zu den beiden ebenfalls in Warendorf siegreichen Stuten Damon’s Devine und Damon’s Delorange, nicht zu schlagen. Der Fuchs begann seine Kür gleich mit einer Herausforderung: Grüßen auf der Mittellinie, antraben und auf der Mittellinie direkt ins Schulterherein. Zu den Highlights zählten beispielsweise auch die die Pirouetten. Vielleicht wünschte man sich für das Gesamtbild etwas mehr Eigendynamik vom Pferd und eine etwas dezentere Hilfengebung der Reiterin. Am Ende gab es 75,542 Prozent für die beiden und damit erneut einen deutlichen Sieg.

Zweiter wurde Lokalmatador Wolfgang Schade, der für die TRSG Holstenhalle Neumünster an den Start geht. Schade, ehemals Dressurausbilder beim Holsteiner Verband, stellte nun in Neumünster die in Bayern gezogene ehemalige Bundeschampionatsfinalistin Amore San Remo v. San Remo-Lord Sinclair vor. Die nun elfjährige bildschöne Stute wurde als junges Pferd (so auch beim Bundeschampionat) von Daniela Waxenberger geritten. 2013 übernahm dann Wolfgang Schade die weitere Ausbildung. Die führte ihn heute bei seinem Hausturnier auf Rang zwei mit 73,267 Prozent. Das Paar zeigte seine Kür zu einem Popmusik-Medley, das gut zu Amore San Remo passt.

Rang drei ging an Vera Breidenbach mit dem Trakehner Titan v. Biotop-Sir Shostakovich xx nach einer frischen Kür mit Trabmusik zur Filmmusik des Klassikers „Rocky“. 70,333 Prozent gab es für die beiden.