FEI-Generalversammlung: Abstimmung über die olympische Zukunft steht bevor

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Nick Skelton und Big Star auf dem Weg zu olympischem Einzelgold in Rio 2016. (© FEI/Bronkhorst)

Dieser Tage findet in Tokio die jährliche Generalversammlung des Weltreiterverbandes FEI statt. Der zentrale Punkt auf der Agenda: die Abstimmung über die Maßnahmen der Agenda Tokio 2020 zur olympischen Zukunft des Reitsports.

Morgen wissen wir, welche Vorschläge die FEI beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für die zukünftigen Formate der olympischen Reitwettbewerbe einreichen wird. Knapp 300 Delegierte aus 76 der FEI angehörigen Föderationen sind in Tokio vor Ort. Weitere 31 Nationale Vereinigungen werden über Bevollmächtigte abstimmen. Das wichtigste Ziel der Maßnahmen zum Erhalt der olympischen Zukunft der Sportarten: mehr Nationen die Teilnahme ermöglichen.

Kein Streichergebnis mehr

Der wichtigste Punkt unter den Vorschlägen des Weltreiterverbandes, um die Forderungen des IOC zu erfüllen: In allen drei olympischen Disziplinen sowie auch bei den Para-Dressurreitern sollen die Teams nur noch aus drei Reitern bestehen. Das bedeutet, das Streichergebnis fällt weg. Heute wurde noch einmal über das Für und Wider dieser Maßnahme diskutiert.

Deutschland dagegen

Für die deutsche FN sprach heute Generalsekretär Sönke Lauterbach. Er ist dagegen, den vierten Reiter zu streichen. Er sagte: „Wir verstehen den Wunsch, mehr Nationen die Teilnahme an Olympischen und Paralympischen Spielen zu ermöglichen. Aber das muss gegen die Grundprinzipien unseres Sports abgewogen werden: dass wir top Athleten haben, Sport auf höchstem Niveau und das alles in Einklang mit den Anforderungen des Wohlergehens des Pferdes. Wir haben nicht den Eindruck, dass wir diesen Prinzipien mit drei Reitern pro Team gerecht werden können. Darum werden wir morgen dagegen stimmen. Aber wir werden jede getroffene Entscheidung akzeptieren und umsetzen.“

Pro-Stimmen

Ganz anders sieht das Ulf Helgstrand, Präsident der dänischen FN und Vater von Dressurpferdehändler Andreas Helgstrand: „Wir wollen Spannung und mehr Flaggen und wir müssen unseren Sport verständlicher machen. In welchem anderen Sport gewinnt man eine Medaille mit einem Teilnehmer, der disqualifiziert wurde? Wir werden sehr viel mehr Spannung haben, wenn eine der führenden Nationen oder einer der großen Reiter versagt. Das wird uns mehr Spannung und mehr Fahnen bescheren.“

Auch Natallia Kalesnikava von der weißrussischen FN wird sich für die Umsetzung aussprechen: „Wir unterstützen diesen Vorschlag voll und ganz. Es bietet unserem Land, das sich in den vergangenen 20 Jahren entwickelt hat, die Chance, zu den Olympischen Spielen zu gehen. Sobald ein Land die Möglichkeit hat, bei Olympia dabei zu sein, hat es die Unterstützung der Regierung und der Sponsoren. Es hat die Möglichkeit, den Sport zu promoten und mehr junge Leute zu begeistern. Mit diesem Vorschlag erhöhen Sie die Anzahl der teilnehmenden Länder auf möglicherweise 50, die die Chance hätten ihre Fahne bei den Olympischen Spielen zu hissen.“