Die FN antwortet auf den offenen Brief zum Bundeschampionat

Soenke Lauterbach
Soenke Lauterbach (© Julia Rau)

Dr. Kirsten Tönnies, Tierärztin und beim Bundeschampionat Jurymitglied für die Vergabe des Tierschutzpreises des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), hatte sich in einem offenen Brief an die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gewandt, um ihre Eindrücke beim Bundeschampionat zu schildern. Nun hat Generalsekretär Soenke Lauterbach zu dem Brief Stellung bezogen.

Die Antwort des Generalsekretärs auf den offenen Brief von Dr. Frau Tönnies lautet wie folgt:

Sehr geehrte Frau Dr. Tönnies,

wir haben Ihren offenen Brief vom 7. September erhalten und in vielen Teilen mit Verwunderung zu Kenntnis genommen.

Auf der einen Seite bin ich für Ihr Schreiben dankbar. Denn gerade extreme Meinungen heizen Debatten über die richtige Art des Reitens an. Der richtige Umgang mit dem Pferd generell ist seit jeher eines der wichtigsten Themen für die Deutsche Reiterliche Vereinigung und ihre Mitglieder. Denn fachlich korrekter Umgang mit dem Pferd ist praktizierter Tierschutz. Wie das geht, darüber geben unsere Richtlinien für Reiten und Fahren und unsere Regelwerke Aufschluss. Die Ausbildungen z. B. für Reitabzeichen, Richter, Trainer oder Pferdewirte geben jedem, der sich mit dem Pferd fachkundig beschäftigen möchte, die notwendigen Hilfestellungen.

Da wir Pferdesportler ein Querschnitt der Gesellschaft sind, werden wie in anderen Lebensbereichen auch nie alle Regeln gleichermaßen eingehalten. Der Eine ist reiterlich vielleicht noch nicht so weit und macht deshalb Fehler. Der Andere übertritt Regeln bewusst, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Zu unseren wichtigsten Zielen gehört das korrekte Ausbilden von Reiter und Pferd nach unseren Grundsätzen. Das ist ein Prozess, in dem alle Beteiligten sich weiterentwickeln und auch aus ihren Fehlern lernen müssen. Das schließt das konsequente Ahnden von Fehlverhalten durch unsere Turnierfachleute und Verantwortlichen ein. Der „Kriterienkatalog Vorbereitungsplatz“, den es seit 2014 gibt, hilft bei diesem Prozess und er wurde auch von der Jury des Tierschutzpreises für die Bewertung genutzt.

Der Tierschutzpreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wird seit 2014 im Rahmen der DKB-Bundeschampionate vergeben und soll dazu beitragen, die Sensibilität für das Thema Umgang mit dem Pferd aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig werden Reiter, die als gute Beispiele vorangehen, besonders herausgestellt. Natürlich muss das Konzept des Preises gerade in der Startphase ständig überprüft werden, deshalb sind wir für konstruktives Feedback grundsätzlich dankbar. Gerade der Ansatz, eine Expertenjury bestehend aus Turnierfachleuten und Tierärzten zu kritischer Betrachtung aufzufordern, zeigt doch die Ernsthaftigkeit, mit der wir diesem wichtigen Thema begegnen.

Auf der anderen Seite bin ich betroffen von der Leichtfertigkeit, mit der Sie Ihre Wahrnehmung der Dinge in einem öffentlichen Schreiben auflisten. Eine Wahrnehmung, die von vielen anderen Menschen, die am Wochenende mit Ihnen gearbeitet haben, überhaupt nicht geteilt wird, eine Wahrnehmung, die teilweise einfach nicht stimmt. Verschiedene Mitglieder der Jury haben sich bereits während der Veranstaltung von Ihnen distanziert.

Sie schreiben „es gab sichtbar zahlreiche Pferde und Ponys, die eine deutlich zu enge Verschnallung mit den Folgen von Schwellungen und Blutgefäßstau auswiesen“. Das ist schlicht falsch. Die aufsichtführenden Richter und Stewards nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und prüfen die korrekte Verschnallung regelmäßig auf die fachlich richtige Art. Am Reitpferdeplatz etwa wird bei jedem Pferd/Pony vor der Prüfung eine Kontrolle der Zäumung vorgenommen. Wir haben mit den zuständigen Richtern und Stewards erneut gesprochen. Sie können nicht nachvollziehen, wie Sie zu dieser pauschalen Wahrnehmung gekommen sein können, da nur in wenigen Fällen Teilnehmer aufgefordert werden mussten, ihre Verschnallung zu lockern. Deshalb wurde auch nicht so reagiert, wie Sie es gefordert haben.

Zu den von Ihnen geschilderten Hergängen am Reitpferdeplatz hat Cord Wassmann ausführlich Stellung genommen. Seine Antwort finden Sie im Folgenden:

„Sehr geehrte Frau Dr. Tönnies,

 als eine der in Ihrem offenen Brief namentlich genannten Personen sehe ich mich veranlasst, einigen der von Ihnen angesprochenen Vorfälle zu widersprechen bzw. diese richtig zu stellen.

 Zunächst möchte ich in Gemeinsamkeit mit Ihnen feststellen, dass wir uns alle dem gemeinsamen Ziel des Tierschutzes generell und dem im Reitsport besonders verpflichtet fühlen.

Wenn mir der Tierschutz nicht so wichtig wäre, dann hätte ich sicher dieses „Ehrenamt“ nicht angenommen in dem Wissen, das mir hierfür keinerlei geldwerte Erstattungen oder sonstige Vergütungen gezahlt werden. Alle entstandenen Kosten sind von mir persönlich getragen worden.

 Hier die notwendigen Richtigstellungen:

 

  1. Fakt ist, dass der aufsichtführende Richter am Vorbereitungsplatz, der eingeteilte Steward und die beiden Herren Jurymitglieder Kröll und Wassmann Samstagmorgen ca. 20 Minuten vor Prüfungsbeginn am Vorbereitungsplatz waren, um das Geschehen zu beobachten. Sie, liebe Frau Tönnies, erschienen aber erst, als die erste Hälfte der Prüfung fertig war, erklärten uns, dass sie zur Jury für den Tierschutzpreis gehören, und ab jetzt die Umsetzung der Pferdekontrollen überprüfen würden.

Den Versuch, Ihnen zu erklären, dass dies nicht die Aufgabe der eingeladenen Jurymitglieder sei, sondern in Verantwortung des Stewards und des aufsichtführenden Richters liege, ignorierten sie, forderten Einweghandschuhe und folgten dem Steward auf den Vorbereitungsplatz.

 

  1. Es entstand für alle erkennbar und hörbar eine längere und hitzige Diskussion zwischen dem Steward und Ihnen, die erst durch die Aufforderung eines Trainers beendet wurde, der sie bat, diese Diskussion doch außerhalb des Vorbereitungsplatzes zu führen, damit in Ruhe abgeritten werden könne. Bei Ihrer Rückkehr zur Jurygruppe erklärten sie uns, dass der tätige Steward alles falsch mache und anscheinend unfähig für diese Aufgabenstellung sei.
  2. Unsere Bitte, sich zurück zu nehmen und den Steward in Ruhe arbeiten zu lassen, missachteten Sie und gingen immer wieder auf den Vorbereitungsplatz, um bei Pferdekontrollen aktiv zu werden. Daraufhin wurde ein zuständiger Verantwortlicher der FN für den Tierschutzpreis zum Vorbereitungsplatz Reitpferde gebeten, um die Situation zu entschärfen.

 

  1. Als äußerst befremdlich finde ich die Tatsache, dass Sie Passagen aus unseren internen Beratungsgesprächen zur Urteilsfindung in Ihrem offenen Brief ins Netz stellen. Dazu gehört u. a. Ihre Aussage, Sie hätten die Preisträgerin für den Tierschutzpreis ausgewählt und seien deshalb von mir „scharf angegangen“ worden. Tatsache ist, dass jedes Jurymitglied ein Vorschlagsrecht hatte, seinen Favoriten benennen und auch Formulierungsvorschläge zur Laudatio abgeben konnte.

Abgesprochen war, dass die Wertung des Stewards hierbei von höherer Bedeutung sein sollte, da er die Teilnehmer schon in der Qualifikationsprüfung gesehen hatte und daher über ein umfangreicheres Bild von jedem Kandidaten verfügte. Daher war er verantwortlich für die Ausfüllung des Meldebogens und verfasste mit dem zuständigen Richter und/oder dem FN/DOKR-Vertreter den Sprechertext für die Begründung zur Preisvergabe.

 

  1. Ebenso veröffentlichen Sie Teile aus einer Beratung der Jury, die die Fragestellung beinhaltete, welche positiven Auffälligkeiten einer Reiterin zur Verleihung des Preises an sie angeführt werden können. Hierzu wurde von Ihnen vorgetragen, dass das Reiten am „hingegebenen Zügel“ zu Beginn der Abreitephase und auch zwischendurch Sie entscheidend beeindruckt habe.

Es ist richtig, dass ich Ihnen hierbei deutlich widersprochen habe, weil ich den

„hingegebenen Zügel“ auf einem Vorbereitungsplatz, auf dem 3- und 4-jährige Hengste, Stuten und Wallache, Ponys sowie Großpferde durcheinander bzw. gegeneinander reiten, allein schon aus Sicherheitsgründen für gefährlich halte und nicht als ein positives Argument für eine Preisvergabe sehe.

Als Kompromiss habe ich Ihnen die Formulierung „langer Zügel“ angeboten, da derzeit diese Formulierung auch in allen Dressuraufgaben nach Beendigung der Vorstellung benutzt wird, die Sie aber vehement ablehnten.

Im Gegenzug musste ich mir Ihren Monolog über die unterschiedlichen physikalischen Druckverteilungen auf das Gebiss eines Pferdes zwischen einem „langem Zügel“ und einem „hingegebenen Zügel“ anhören, den ich dann irgendwann unterbrochen habe und ihnen gesagt habe, das ich am liebsten die Turnierleitung bitten möge, Sie aus der Jurygruppe Reitpferdeplatz zu entfernen, weil ich eine weitere fachliche Zusammenarbeit mit Ihnen als nicht mehr möglich ansah. Hierzu stehe ich auch heute noch.

Ich bedauere, dass es dieses Jahr nicht wie im Vorjahr zu einer harmonischen und vertrauensvollen Zusammenarbeit innerhalb der Jury am Reitpferdeplatz gekommen ist, da doch alle mit dem Ziel angetreten waren, dem Tierschutz höchste Priorität einzuräumen und diese auch umzusetzen.

Äußerst betroffen macht mich der durch den offenen Brief entstandene Shitstorm im Web, der leider meinen Sohn Michael Wassmann in vollem Umfang getroffen hat, der ebenfalls Turnierrichter und Steward ist und mit der ganzen Sache ganz und gar nichts zu tun hat.

Mein Dank gilt allen Verantwortlichen für den Tierschutzpreis beim Bundeschampionat Warendorf 2015, insbesondere dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BEML, verbunden mit der Bitte, diesen Preis auch in Zukunft beim BC durchzuführen.

Ebenso danke ich meinen Mitstreitern Frau Dr. Pollmann und Herrn Kröll, den zuständigen Richtern auf dem Vorbereitungsplatz Reitpferdeprüfungen und ganz besonders dem zuständigen Steward. Sie alle haben ihre Aufgaben korrekt, umsichtig und engagiert erledigt.

 Mit freundlichen Grüßen

Cord-F. Wassmann“

 Mit Dr. Andreas Franzky hat sich ein weiteres Mitglied der Jury zu ihrem Schreiben geäußert. Dr. Franzky ist Amtstierarzt, erster stellvertretender Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) und Leiter des Arbeitskreises Pferd der TVT.

Dr. Franzky sagt: „Wie auf jedem Turnier gibt es auch beim Bundeschampionat Kritikpunkte, wie z. B. schlechtes Reiten, nicht korrekt verschnallte Reithalfter oder unangemessene Ausrüstungsgegenstände zu sehen. Handelt es sich dabei um Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, müssen sie beim zuständigen Veterinäramt angezeigt werden. Sind Verstöße gegen die LPO festzustellen, muss das kritisch mit der FN diskutiert werden. Die Auslobung eines  ‚Tierschutzpreises‘ ist eine gute und zielführende Sache, wenn es gelingt, die kritischen Feststellungen der Jury-Mitglieder aufzuarbeiten und in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess weiter zu entwickeln. Dazu ist es aber notwendig, alle Beteiligten, wie Reiter, Richter, Stewards, Tierärzte und Offizielle ‚mitzunehmen‘ und keine unüberwindbaren Fronten aufzubauen. Der jetzt veröffentlichte Brief dient meines Erachtens nur einer persönlichen Selbstdarstellung und ist für die Sache nicht hilfreich. Schade, wenn dadurch vielleicht eine grundlegende Chance, etwas beim Tierschutz im Pferdesport wirklich zu verbessern, leichtfertig vertan wird.“

In Ihrem Brief sind Sie konkret auf Eva Bitter eingegangen, die Ihrer Ansicht nach ihr Pferd nicht pferdegerecht auf die Prüfung vorbereitet haben soll. Deshalb haben Sie um eine Überprüfung des Reithalters bei Eva Bitter gebeten. Sowohl der Steward als auch die anwesende Tierärztin waren bereit, mit Ihnen zu kooperieren. Auch Eva Bitter als Aktive war selbstverständlich bereit zu einer Kontrolle. Die von ihr verwendete Ausrüstung war regelkonform und damit nicht tierschutzrelevant. Es handelte sich um einen Zungenstrecker, der unabhängig von der Trense im Maul liegt. Dadurch wirkt die Zügelführung unabhängig vom Zungenstrecker.

Eva Bitter sagt dazu: „Als ich mit meinem Pferd auf dem Abreiteplatz war, wurde ich von der Tierärztin Dr. Elke Zimmermann gebeten, mein Reithalfter nach meinem Ritt kontrollieren zu lassen. Bereitwillig habe ich mein Pferd bei Frau Dr. Kirsten Tönnies vorgestellt. Sie überprüfte die Einstellung des Reithalfters und entdeckte dabei den Zungenstrecker, bei dem es sich laut LPO um einen regelkonformen und erlaubten Ausrüstungsgegenstand handelt. Sie behauptete, so etwas noch nie gesehen zu haben. Ich habe den Zungenstrecker benutzt, um mein Pferd im Maul etwas zu beruhigen. Auch handelte es sich dabei nicht, wie von Frau Tönnies beschrieben, um einen dünnen Draht, sondern um ein handelsübliches Modell. Ich habe daran auch nichts mit Klebeband umwickelt, wie Frau Tönnies es beschreibt.“ Zu Ihrem Vorwurf des aufgerollten Abreitens sagt Eva Bitter: „Dieses Pferd ist sehr leicht im Genick und kommt schnell hinter die Senkrechte. Die Halseinstellung wurde aber nicht von mir produziert. Ich will nicht behaupten, dass ich immer alles richtig mache, aber ich gebe mir die größte Mühe, meine Pferde immer fair zu behandeln.“

Tatsächlich war Eva Bitter während aller Tage im besonderen Fokus der Stewards als Mitglieder der Jury des BMEL-Tierschutzpreises. Dies nämlich, weil sie den Experten mit verschiedenen Pferden durchweg positiv aufgefallen war. Weil sie stets mit viel Ruhe, vielen Pausen, viel Harmonie und völlig gelassenen Pferden arbeitete und dadurch eine Kandidatin für den BMEL-Tierschutzpreis war.

An diesem Beispiel wird erneut deutlich, wie sehr sich Ihre Wahrnehmung von den Beobachtungen der qualifizierten Offiziellen unterscheidet. Die Folge Ihres Schreibens ist, dass über mindestens eine Reiterin und die ehrenamtlichen, gut ausgebildeten Fachleute – allesamt Pferdeleute -, die bei den DKB-Bundeschampionaten nach den Grundsätzen unserer Regelwerke aktiv waren, der Stab gebrochen wird. Teilweise müssen sie einen Shitstorm erdulden, ob sie überhaupt an den von Ihnen geschilderten Vorgängen beteiligt waren oder nicht. Dieser Verantwortung müssen Sie sich stellen, sehr geehrte Frau Dr. Tönnies.

Wir wissen, dass nicht immer alle Regeln eingehalten werden und dass sich nicht alle beteiligten immer vorbildlich verhalten. Daran arbeiten wir und hätten es begrüßt, wenn Sie das direkte Gespräch mit uns gesucht hätten. Das haben Sie leider nicht getan, sondern einen anderen Weg gewählt. Das ist bedauerlich, nutzt uns in der Sache jedoch nicht. Für einen weiteren, direkten und persönlichen Austausch stehen wir Ihnen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Soenke Lauterbach



21 Kommentare

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  1. Olaf Brandenburg

    Dr.Kirsten Tönnies hat in ihrem offenen Brief Mut gezeigt, in dem sie schwierige Themen und Probleme erkennt und diese aktiv anspricht. Sie hat sich trotz Stress und Widerstände auf einen hohen ethischen Maßstab konzentriert. Mit Leidenschaft übernimmt sie Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Bitte zeigen Sie jetzt eine positive Einstellung in dem Sie die Probleme analysieren und die Chancen erkennen, eine angemessene Handlungsalternative zu entwickeln für einen besseren Pferdesport. Jeder von uns sollte persönlich Verantwortung übernehmen, auch bei Misserfolgen. Dieses Feedback gibt uns für die Zukunft Optimierungsmöglichkeiten für eine stetige Verbesserung des Arbeitsprozesses mit bzw. am Pferd.

  2. Bienchen

    Evtl. Sollte man in Erwägung ziehen bei solch einem Preis als zusätzliche Stimme jemanden als „ottonormalreiter“ einzuladen . Ich denke das vorallem beim Thema Pferdegerechte Ausrüstung und Reitweise eine Sichtweise der Dinge geschildert werden könnte die man so konkret vllt noch nicht bedacht hatte. Natürlich sollte diese Person ihre Meinung sachlich und stehts respektvoll mitteilen und nicht persönliche/zwischenmenschliche Problematiken einfließen lassen. Es empfiehlt sich daher nicht Extrem tierschützer zu beauftragen.
    Ich bin nämlich dafür das so ein Thema nicht nur auf Championatsebene oder höher diskutiert wird sondern auch in den unteren klassen der Reiterszene präsenter werden sollte. Auf den Beschaulichen Reittunieren unseres Landes wird nicht genug auf fachgerechtem umgang mit den Pferden geachtet. Zu eng verschnallte Reithalfter sind da oft das kleinste übel. Im Fokus steht immer nur der Hochleistungssport … das im Dorf nebenan das Arthrosepferd mit fenyl gespritzt wird damit es springt anstatt stockenlahm auf der Weide zustehen dass ist nie das Thema . Es geht da schon lang nicht mehr um fairen Sport .

  3. Bienchen

    Evtl. Sollte man in Erwägung ziehen bei solch einem Preis als zusätzliche Stimme jemanden als „ottonormalreiter“ einzuladen . Ich denke das vorallem beim Thema Pferdegerechte Ausrüstung und Reitweise eine Sichtweise der Dinge geschildert werden könnte die man so konkret vllt noch nicht bedacht hatte. Natürlich sollte diese Person ihre Meinung sachlich und stehts respektvoll mitteilen und nicht persönliche/zwischenmenschliche Problematiken einfließen lassen. Es empfiehlt sich daher nicht Extrem tierschützer zu beauftragen.
    Ich bin nämlich dafür das so ein Thema nicht nur auf Championatsebene oder höher diskutiert wird sondern auch in den unteren klassen der Reiterszene präsenter werden sollte. Auf den Beschaulichen Reittunieren unseres Landes wird nicht genug auf fachgerechtem umgang mit den Pferden geachtet. Zu eng verschnallte Reithalfter sind da oft das kleinste übel. Im Fokus steht immer nur der Hochleistungssport … das im Dorf nebenan das Arthrosepferd mit fenyl gespritzt wird damit es springt anstatt stockenlahm auf der Weide zustehen dass ist nie das Thema . Es geht da schon lang nicht mehr um fairen Sport .

  4. Maike Kolada

    Zum kotzen! Das war doch klar, das das jetzt alles verdreht wird. Wer die Augen auf macht sieht was da los ist. Da muss man kein Profi sein. Da wird schon was wahres dran sein, was die Fr. Dr. Tönnies schreibt und ich finde das sehr mutig von ihr. Hut ab! Ein Zungenstrecker gehört nicht ins Maul eines Pferdes. Da möchte ich nicht wissen, was da zu Hause noch alles gemacht wird. Selbst auf den kleinen Turnieren wird weggeschaut nur wenige führen Kontrollen durch. Die meisten sitzen da rum und trinken Kaffee. Und immer wieder fällt auf, das die Reiter die ihre Pferde in richtiger Anlehnung reiten (Genick ist der höchste Punkt) schlechte Noten bekommen und die die ihre Pferde deutlich zu eng und zu tief reiten punkten. Bilder sprechen Bände! Das ist kein Sport mit zufriedenen Pferden. Die FN muss endlich reagieren zum Wohl der Pferde.

  5. Pferdemensch

    Zusammengefasst gibt es scheinbar 2 mögliche Varianten:

    1. Frau Tönnies Beobachtungen beschreiben die Situation richtig, und die kritisierten Kollegen nehmen nun eine Verteidigungshaltung ein, der die FN demnach folgen würde ohne die Kritik von Frau Dr. Tönnies anzunehmen.

    2. Die obige Gegendarstellung beschreibt die Situation richtig, und die Kritik war zu hart. Aber: Völlig unabhängig davon ist eine enorme Reaktion in den sozialen Medien entstanden, die sich gar nicht so sehr auf das BuCha konzentriert, sondern einen allgemeinen Leidensdruck aufzeigt mit dem Wunsch, endlich gehört zu werden.

    Vermutlich wird sich nicht mehr aufklären, wie es auf dem BuCha „wirklich war“. Leider lässt aber die Stellungnahme von Herrn Lauterbach nicht erkennen, dass die FN auf das generelle Problem eingeht, das immer dringender wird. Herr Wassmann, Frau Bitter und anderer genannte Personen werden den meisten Lesern relativ egal gewesen sein.

    Es geht in Wirklichkeit um schlimme Zustände, die Zuhause und auf den Turnieren landauf-landab passieren und die aktuell geduldet oder sogar belohnt werden. Aus keinem anderen Grund ging dieser Brief so „durch die Decke“. Und genau dazu wurde geschwiegen bzw. mit pauschalen, öden Aussagen („jeder ist verschieden, wir achten auf Qualifizierung“) pariert.

    Für mich macht die Reaktion der FN in beiden Fällen kein gutes Bild und die immer wieder gestellte Frage, warum sich die FN nicht reell um das drängende Problem kümmern kann/will, bleibt mal wieder offen. Meine persönliche Meinung ist, dass Herr Lauterbach die Situation der FN verschlechtert hat, anstatt verbessert.

  6. Mike Blosze

    Sehr geehrte Leser,
    Ein Hallo Frau Dr. Thönnies, Herrn Lauterbach und Herr Wassmann sowie allen Beteiligten.

    Für einen Aussenstehenden nicht direkt Beteiligten ist es schon bemerkeswert das die FN so offen reagiert.
    Das hier persönliche Gesichtspunkte der Reiterei und dem Tierschutz, die hier Frau Dr. Thönnies öffentlich macht, halte ich grundsätzlich für richtig. Ob sie damit richtig liegt können NUR die beteiligten wissen.

    Es erscheint mir als Betrachter schon so als wolle sich jemand profilierten. Diese Betrachtungsweise vermag natürlich dem Ziel der FN geschuldet sein, dass durch parteiliche Aussagen, die FN sichtlich mit einer weißen Weste erscheint !

    Ob Regelwerke hinsichtlich der Verschnallung mit einhergehender Prüfung im Richteramt oder anderer Offiziellen stets nötig sind, halte ich für weitaus überzogen !
    Würde als nächstes der Hundehalter der mit seinem Hund Gassie geht bestraft, wenn er seinen Hund nicht an einer 5m Laufleine hat ?

    Nein

    So geht es nicht !

    Aber !!!

    Liebe FN, Aachen ist uns noch allen im Gedächnis. Eine offizielle Erklärung wieso Totilas wissentlich nominiert, trainiert wurde und gestartet ist fehlt. Da wurden und waren wohl einige geblendet ! Und das liebe FN mit offiziellen Mitgliedern, Jury, Trainern, Ärzten, Besitzern und Reiter.
    Dieses Vorkommnis sehen mehr als 1 Millionen Menschen und sie reagieren nur innerhalb Ihres eigenen Hauses !
    Nicht ist von dem so erwähnten Tierschutz zu sehen wie sie es vorgeben.

    Wir alle ! Wir alle müssen der heutigen Zeit der öffentlichen Geschehnissen und Meinungen stellen. Auch sie !

    Daher befürworte ich die offene Stellungsnahme von Frau Dr. Thönnies einzig darum weil sie gefordert waren Stellung zu beziehen !

    Freundliche Grüße an ALLE
    Mike Blosze, Köln

  7. ENTTÄUSCHT

    und wieder verschliesst die FN die Augen vor der Chance, durch eine klare Stellungnahme FÜR pferdegerechtes Reiten zu retten, was am Ruf der Turnierreiterei in der Öffentlichkeit noch zu retten ist. Statt dessen werden weiterhin Missstände gedeckt und zurechtgeredet. Ich staune schon nur, dass in Dressurprüfungen Hilfsmittel (Zungenstrecker) erlaubt sind, die ganz klare Ausbildungsfehler kaschieren… und wenn Gefässe gestaut werden, kann nun wirklich niemand leugnen, dass Riemen zu eng gezurrt wurden. Nasenriemen hatten ursprünglich die Funktion, dass, wenn zu viel Druck auf’s Gebiss kam, das Pferd das Maul öffnen, und der Druck sich auf Gebiss und Nase verteilen konnte – daher müssen 2 Finger Luft darunter sein, und nur so sind sie korrekt verschnallt! (auch so ist es immer noch ein Kompromiss mit der Forderung, dass das Pferd locker abkauen und abschlucken kann, was die absolute Voraussetzung für Losgelassenheit ist). Vom Zuschnüren des Mauls ist in keiner einzigen Reitlehre die Rede!

    Seid doch froh, wenn jemand so viel Mut hat, die immer noch bestehende Vetternwirtschaft in den grossen Verbänden anzuprangern, und dass man so die (vielleicht letzte?) Chance hat, sauber zu werden! Nur so gibt es wieder einen Sport, der Publikum anzieht. Nun sollten endlich Köpfe rollen… aber nicht die derjenigen, die auf dem richtigen Weg wären.

    Danke, Frau Dr. Thönnies!!!

  8. Isabella

    Liebe FN, schade dass Sie wieder eines bewahrheiten nämlich „eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“. Alle Beteiligten Personen mit Titel oder Namen werden in Schutz genommen von Ihnen, das Pferd ist dabei egal.
    Man muss nicht dabei gewesen sein um zu wissen dass Frau Tönnies dies nicht erfunden hat. Es ist Land auf Land ab zu sehen, dass Stewards u. Richter diese Dinge ignorieren, nicht mal lahmende Pferde werden aus der Prüfung verwiesen und dieses extreme Sporengehacke auf jedem Turnier. Die FN gibt Regeln vor aber die Umsetzung oder der Nutzen ist oft nicht gegeben. Wenn ein H.G.Winkler u. namhafte Kollegen mit einfachsten Mitteln hoch erfolgreich waren, warum muss dann heute beispielsweise eine Kandare im Springen zugelassen sein, wäre das Pferd gut geritten und gelöst würde es auch heute noch eine einfache Trense tun. So sollte es auch sein, wenn es Ihnen um das Wohl der Pferde geht.
    Ich hätte mir mehr Einsicht von Ihnen erhofft nach dem offenen Brief und nicht diese Verteidigungsmaßnahme. Ein paar Schritte zurück und zu alten Linien wieder zurück finden das wäre der richtige Weg. Traurig kann ich da nur sagen.

  9. Stefan Forster

    Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern wütend über eine solche Reaktion der FN. Eine Tierärztin hat versucht, zunächst innerhalb des ihr zugewiesenen Tätigkeitsfeldes Missstände abzustellen und wurde nicht gehört.
    Erst als sie sich über ihren offenen Brief an die Öffentlichkeit wendet, ist das Geschrei der Funktionäre groß.
    Bei der vermeintlich sachlichen Gegendarstellung der FN geht es -wenn man genau hinschaut- nur um den Versuch der Wiederherstellung der guten Reputation der namentlich benannten Personen und die persönliche Diskreditierung der Tierärztin, nicht um die Sache selbst. Es ist schon eine elementar wichtige Information, dass die Tierärztin Einweghandschuhe gefordert haben soll anstatt sich einer offensichtlich zwecklosen Diskussion weiter auszusetzen–lächerlich.
    Da bewahrheitet sich wieder einmal: „Getroffener Hund bellt“ und “ Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken“

  10. Sylvia Diemer

    Ich finde bei Durchsicht der Antwort auf den offenen Brief der Tierärztin, kann man schon erkennen, dass ihre Aussage wahrheitsgemäß ist. Abgesehen davon, dass ich nicht nachvollziehen kann, warum der Reitsport die immer abenteuerlicher werdenden Gebisserfindungen offiziell toleriert bzw. anerkennt. Auch das Problem eines hingegebenen Zügels erkenne ich nicht. Man sollte davon ausgehen können, dass auf nahmhafteren Turnieren startende Pferde auch am hingegeben Zügel ihre Runde drehen. Ein Erschrecken o.ä. würde auch ein angenommener Zügel nicht verhindern können. Die unkorrekte Verschnallung der Reithalfter sehe ich überall und Rollkuren bzw. Brutalitäten aller Art werden allerortens von Richtern und Stewards aller Reitweisen übergangen. Man hat immer mehr den Eindruck, dass die „Stimmen der Pferde“ Zitat Ende überhaupt niemanden mehr interessiert. Je mehr Turnieren ich beigewohnt habe, desto weniger kann ich dem abgewinnen. Es macht mir keinen Spaß mehr zuzuschauen. Es haben sich soviele nahmhafte Stimmen zu dem Thema geäußert, aber es interessiert weder die FN noch die Richter auf den kleinen Reitvereinsturnieren und in der Westernreiterei beobachte ich das genauso. Daumen hoch Frau Dr. Tönnies.

  11. Lisa

    Ich finde einige Kommentare hier sehr übertrieben. War überhaupt jemand dabei und hat gesehen wie Frau Bitter abgeritten hat? Oder hat andere Missstände beobachtet? Die Meisten hier wahrscheinlich nicht und trotzdem wird der Mund aufgemacht. Hauptsache zu jedem Thema was sagen. Der Reitsport ist schon lange nicht mehr fair aber es werden auch nicht alle Pferde gequält nur weil sie im großen Sport laufen. Und ein Zungenstrecker ist nun mal Regelkonform und darf benutzt werden. Man kann kein S-Springen mit Halsring und ohne Sattel reiten nur weil einige meinen das wäre besonders Pferdegerecht. Einige Pferde sind spezieller als andere und brauchen gegebenenfalls auch eine andere Zäumung.

    • Steffi.W.

      Ob man beim BuCha war oder auf ländlichen Turnieren oder sich den großen Sport z. B. jüngst in Achen live oder im Fernsehen angesehen hat, es war und ist überall dasselbe Bild, das sich einem bietet. Man stolpert von einem Missstand zum nächsten, wenn man denn die Augen aufmacht und sich nicht dahinter verschanzt, dass die z.T. angewandten Methoden und „Hilfsmittel“ regelkonform sind. Rollkur oder LDR ist regelkonform, Zungenstrecker ist regelkonform, auch bei jungen Pferden. Ist das ein Freifahrtschein, deshalb alles zu gebrauchen, obwohl es nachweislich Pferden schadet?
      Nein, nicht alle Pferde werden gequält, es gibt, Gott sei Dank, immer mehr Reiterinnen und Reiter, die sorgfältig ausbilden und ein harmonisches Bild abgeben, auch mit Kandare! Hoffentlich wird das jetzt auch von den Richtern endlich in den Prüfungen vermehrt honoriert.
      Und Lisa, man kann auch S-Springen mit einem Bosal reiten, oder , wie wir jetzt erst gesehen haben, eine S-Kür ohne Sattel. Es geht hier nicht um „besonders pferdegerecht“, sondern um einen fairen, verantwortungsbewussten Umgang mit dem Lebewesen Pferd und das kommt bei manchen Menschen, die mit Pferden zu tun haben, zu kurz.
      Richtig, der Reitsport ist schon lange nicht mehr fair. Ich kann das so hinnehmen oder mich sogar dahinter verstecken und es genauso machen, ohne nach zu denken oder ich kann mir Gedanken machen und den Mund aufmachen, um auf offensichtliche Missstände hin zu weisen!

  12. Lisa

    Ich bin auch nicht dafür alles hinzunehmen und weiß auch das es genug schwarze Schafe gibt. Ich bin auch dafür das man einige Gebisse verbieten sollte und Missstände härter bestrafen sollte. Aber es werden oft alle über einen Kamm geschert und es äußern sich Leute zu Themen wovon sie keine Ahnung haben und geben ihren Senf dazu nur um etwas sagen zu können. Das finde ich nicht richtig und das schadet dem Sport. Es sollte auch mehr Kontrollen geben weil es nun mal genug gibt die nicht fair gegenüber dem Pferd handeln. Aber das ist nicht nur auf Turnieren so. Was passiert da denn Zuhause hinter verschlossenen Türen? Da kümmert sich niemand drum. Und auf großen Veranstaltungen wird sich dann beschwert.

  13. Alwari

    Die Antwort der FN ist einfach nur lächerlich und ich schäme mich als Bereiterin für diese Art der Reaktion. Sie ist höhnisch, arrogant und selbstüberschätzend, wie immer. Dazu mischt sich Trotzverhalten à la Kind, was mit den Fäusten auf den Boden trommelt weil es keinen Zucker bekommt. Herzlichen Glückwunsch für diese (wohl ausformulierte) Peinlichkeit.
    Lobbyismus lautet das Stichwort, und die Wespe fährt ihren Stachel aus, weil sie sich offensichtlich bedroht fühlt. Frau Tönnies im Grunde als „Dummchen“ abzustempeln (hach, Schätzelein, komm, lass det man die großen Jungs regeln..) ist erbärmlich. Über die Personalstrukturen der FN und deren „Qualifikationen“..davon wollen wir besser gar nicht erst anfangen. Es kontrolliert doch niemand, der kein wirtschaftliches Interesse verfolgt, eine der Institutionen.

    Ich bin Pferde Korrektur geritten, die von Menschen versaut wurden, die in direkter Verbindung mit der FN stehen. Hochkaräter des Dressursports, teils mit Problemen wie „Der springt keine 1er-Wechsel“. Das Endergebnis in diesem Fall zB war, dass das Pferd durch Rollkur bereits Arthrose in der Halswirbelsäule hatte. Er war zügellahm, hatte nie gelernt sich loszulassen und stand 24/7 in der Box zu 7x die Woche Vollberitt. Der Hengst steht bis heute, seit 2013!!!, in einer Reha-Klinik und kann nie wieder eingesetzt werden. Reiter, die hocherfolgreich bis Grand Prix reiten, trainieren ihre Pferde mit Schlaufzügeln die das Pferd auf die Brust ziehen und 2 Gerten, jeweils links und rechts. Serienwechsel werden herausgeprügelt, es ist ein Trauerspiel. Natürlich alles ohne Helm, dafür mit schicker Bluse und hellbraunen Stiefelchen. Ist die Welt nicht schön…? Für diese Pferde wohl nicht. Und auch in diesem bestimmten Betrieb hängt eine Plakette von, ja, von wem? Der Vereinigung der grenzdebilden Dressurreiter? Nein! Die FN hängt hier ihr Schildchen auf, na hallo! Das ist ein Statement! Aber was für eins?

    Totilas war ein Geschenk für uns, denn seine dramatische Lebensgeschichte zeigt nicht in erster Linie, wie schlecht die Reiter sind, sondern was die FN alles durchgehen lässt. Was sie für Signale setzt. Ein solches was mir sagt, dass ein zerschundenes Pferd, was von Anfang an nicht losgelassen war, keine akkurate Schubkraft entwickeln konnte und bei dem die Tragkraft daher schon seit Jahren Mangelware war, im Sport erfolgreich bestehen kann. Ich habe den Hengst niemals durchlässig, reell tätig, durch den Körper schwingend laufen sehen. Totilas sollte ein Mahnmal sein. Und dass die FN hier nicht viel früher interveniert hat, nicht nur um Totilas, sondern auch die eigene Ehre und den eigenen Stolz, den sie so freimütig zur Schau stellt, zu retten, ist verdächtig.

    Chapeau, Dr. Tönnies, Chapeau. Sie sind das, was man als Überzeugungstäter bezeichnet und haben diese nach außen mutig verteten. David gegen Goliath, sicher. Aber das ist vollkommen egal, wenn man für die richtige Sache einsteht. Namen müssen genannt werden, damit endlich mal klar wird, dass eben jene, die von angeblich hochqualifizierten Leuten ins höchste gelobt werden, ihr Herz mehr sich selbst als ihren Tieren schenken. Turnierreiten hat heutzutage nichts mehr mit gutem Umgang mit einem Pferd zu tun, sondern mit Selbstdarstellung zulasten der Tiere.

    Eine Institution wie die FN, die sich selbst andauernd widerspricht und ein Paradoxum nach dem anderen bildet, ist einfach nur unglaubwürdig und verdient das Misstrauensvotum zurecht. Sie wäre es vielleicht weniger, wenn nicht soviel finanzielle Politik betrieben werden müsste, damit das ganze überhaupt funktioniert.

    Es ist ja nicht nur das. Massentierhaltung wird betrieben, da wo eine FN-Plakette an den Ställen hängt. Ställe, in denen es nicht mal Wiesen gibt, Pferde werden 24/7 eingesperrt. Die Richtlinien bei den Auktionen sollten zB auch ganz anders kontrolliert und ausgefertigt werden. Wie kann man junge Pferde bewusst wegsperren und sie im Futter rationieren, damit sie sich möglichst (ANGESPANNT) und in Augen der Fachidioten spektakulär bewegen? DAS IST EURE VORSTELLUNG VON „PRO PFERD“? EKELHAFT!! Da muss ich mich als logisch denkender Mensch zwangsläufig fragen: Werden diese Dinge abends am Stammtisch nach dem fünften Bier beschlossen? Ich befüchte, dem ist so, oder es müssen vollkommen blinde sein. Die FN widerspricht sich am laufenden Band. Es ist eine Farce, dass man immer mehr GEGEN euch arbeiten und sich GEGEN euch positionieren muss, wenn man 2 Beine auf der Reitsporterde behalten will. Immer öfter muss erklärt werden, WIESO ihr so oder so handelt, WIESO es sovielen Pferden in so renommierten Betrieben, unter so renommierten Reitern schlecht geht. Die Schere zwischen Zuspruch und Ablehnung wird langsam so groß wie die zwischen arm und reich, das ist eine bittere Erkenntnis und sie ist zutiefst traurig. Der Reitsport wurde ad absurdum geführt. Dankeschön, FN. Was am Anfang gut war, ist heute nur noch gut gemeint.

    Ich frage mich, welcher einigermaßen intelligente Mensch nicht in den Bereich der Fremdscham kommt, wenn er diese Antwort liest. Ganz toll, FN. Du entlarvst Dich selbst immer mehr als das, was Du wirklich bist: Weit weg vom Herzen, nah dran am Kapitalismus, und sicherlich nie um eine pseudo-heroische Aussage verlegen. Wer lässt sich davon noch blenden? Die, die ihr Geld mit euch verdienen. Die, die von euch abhängig sind. Sie werden euch immer bleiben, keine Sorge. Egoismus und Dummheit in Kombination mit zuviel Geld regieren den Turniersport. Die, die wirklich gut sind, passen nicht in euer Schema F, obwohl dies in den Büchern propagiert wird. Logische Schlussfolgerung: Nicht das Reiten muss in euer Schema passen, sondern die Fäden müssen zu eurer riesigen Geschäfts-Marionette passen. Wer aufmuckt, danke für den Beweis!, wird kleingehalten.

    Die ganze Antwort, sie widert mich an. Ich stehe hinter jedem, der Mut wie diese Frau beweist und sich von dem ganzen Geschwafel der FN-Lakaien nicht mehr blenden lässt.

    Es geht doch nicht um einzelne Problemchen wie falsche Gebisse oder dergleichen, vielleicht mal den Horizont etwas erweitern. Die gute Frau Tönnies lässt klar durchschwingen, dass sie insgesamt Zweifel an der Kontrollqualität, am INTERNEN QUALITÄTSMANAGEMENT bei Veranstaltungen hat, die für den Sport von absoluter Wichtigkeit sind.

    Möge der Tag kommen, an dem den Pferden Gerechtigkeit zuteil wird und ihr keine Macht mehr über sie habt. An dem die Menschen endgültig begreifen, dass große Fehler geschehen sind, die den Sport in eine ganz falsche Richtung gelenkt haben. Und möge daraus eine Bewegung entstehen, die ihr nie mehr stoppen könnt. Das wünsche ich euch, FN-Nutznießer. Damit endlich Schluss ist mit der systematischen Ausbeutung der Ressourcen dieser Tiere. Alles was ihr wollt, alles was ihr euch vorstellt, wäre auch auf einem guten Weg möglich gewesen. Wenn Unbefangenheit und Parteilosigkeit mehr Gewicht gehabt hätten als falsch genutzte Macht und Geld. Natürlich wären viele dann nicht groß rausgekommen, vielleicht wäre es ein weniger finanzstarker Sport. Doch, wie heißt es so schön? „Es muss auch schwer sein, sonst könnte es ja jeder.“.

    Und wenn ein Haufen Scheiße auf dem Teller liegt, dann stelle ich mich doch nicht hin und erzähle allen, die Scheiße wäre angeblich Kaviar. Und verspeise das ganze am besten noch mit einem Gesichtsausdruck, der an höchsten Gourmet-Genuss erinnert.
    Nein, es muss gemacht werden, wie Dr. Tönnies es gemacht hat: „Liebe FN, es liegt ein Riesenhaufen Scheiße auf eurem Teller und ich würde euch bitten, diese nicht länger als Kaviar zu deklarieren. Ansonsten wünsche ich einen guten Appetit!“

    Wacht doch auf. Nicht jeder ist ein Schlächter hoch zu Ross. Und das wurde auch seitens der Tierärtztin deutlich genug herausgestellt. Es gibt sehr viele gute Reiter, die absolut korrekt mit ihren Pferden arbeiten. Es ist doch ein bisschen wie Star Wars: Man entscheidet immer selbst, auf welche Seite der Macht man sich stellt. Die FN vertritt beide Seiten, und das führt eben immer wieder zu Kritiken wie dieser.

    Ein sehr bekannter Reitmeister sagte einst zu mir: Man darf die FN nicht gänzlich verteufeln. Doch man muss aufpassen, in welchem Kostüm sie sich einem präsentiert.

    In diesem Sinne. Allen Reitern, allen voran ihren Pferden das Beste und ein dreifaches Hoch auf wahres Fair Play.

  14. Betrachter

    Wenn die FN-Funktionäre, sehr viele Richter und die meisten prof. Tunierreiter so weitermachen bie bisher, wird die Tunierreiterei langfristig aufgrund der öffentlichen Meinung verboten werden.

    Und das wäre dann auch wohl zum Wohl der Tiere gut so, dmit die Quälerei ein Ende hat!

  15. alexandra johannsen

    Die Reaktion seitens der FN getreuen ist vollkommen am Thema vorbei. Ich war beim BuCha und kann nur bestätigen, dass es viele unschöne Bilder gab. Insbesondere die Verschnallung der Reithalfter ist in vielen Fällen deutlich zu eng. Das kann man auch als Zuschauer (direkt am Rand) sehen, ohne den Fingertest zu machen. Es gab auch Reiter, die Ihre jungen Pferde sogar vorwärts-abwärts gelöst haben und entspannt, am hingegebenen Zügel Schritt geritten sind. (das geht Herr Dr. Wassmann)
    Es ist mir nur vollkommen unverständlich, warum man seitens der FN üblicherweise dazu übergeht, alle Profis, egal was sie machen, in Schutz zunehmen und jeden Kritiker als unwissend und ahnungslos darzustellen. Es ist eine unvorstellbare Ignoranz, jede Form der Kritik als Selbstdarstellung abzuweisen und nur auf die persönliche Schiene zu bringen. Es belegt auch eine gewisse Arroganz, die Wahrnehmung und den (Sach-)Verstand anderer Menschen derart zu unterschätzen, bzw. zu negieren.
    Wenn die FN Verantwortlichen sich sachlich und konstruktiv um Klarstellung und zum Wohle der Pferde einsetzen würden, dann wäre allen geholfen.
    Die FN, also auch Herr Lauterbach, hat die Reiter zu vertreten, alle Mitglieder der FN, nicht nur die Profis. Der Reitsport vermittelt angesichts der Totilas-Affäre und solcher Bilder wie auf dem BuCha immer mehr den Beigeschmack der Tierquälerei.
    Das trifft dann auch die Profis hart, die sich wirklich um eine pferdegerechte Ausbildung und eine schöne Reitweise bemühen

    Wer sehen will, wie es harmonisch und sauber geht, der möge bitte mal zu Frau Klimke fahren. Sie reitet großartig, ebenso wie ihr Vater. Die Bücher dieser beiden sollten als Maßstab genommen werden, denn deren Pferde sind durch die Dressur wirklich schöner und ausdrucksstärker geworden

  16. Jörg Schwan

    Sehr geehrte Verantwortliche bei der FN,

    diese offizielle Stellungnahme der FN ist ein gutes Beispiel wie man Öffentlichkeitsarbeit auf keinen Fall betreiben sollte. Es ist den FN-Verantwortlichen zu wünschen, durch konstruktive Stellungnahmen das Bild eines verantwortungsvoll und im Interesse der Pferde und vermutlich auch des Großteils der Mitglieder handelnden Verbands in der Öffentlichkeit darzustellen.
    Diese Stellungnahme ist dazu absolut ungeeignet. Ich denke darüber nach, meine persönliche Mitgliedschaft bei der FN zu kündigen.
    In der Hoffnung, dass die Verantwortlichen der FN bei den in Zukunft erforderlichen Stellungnahmen zu ähnlichen Themen angemessene Formulierungen finden, verbleibe ich.

    Mit freundlichen Grüßen
    J. Schwan


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