Offener Brief einer Tierärztin zum Bundeschampionat 2015

Am Warendorfer Bundesleistungszentrum wird der Auswahllehrgang für den ersten Children-Nationenpreis der Dressurreiter unter 14 Jahren stattfinden.
Am Warendorfer Bundesleistungszentrum wird der Auswahllehrgang für den ersten Children-Nationenpreis der Dressurreiter unter 14 Jahren stattfinden. (© www.toffi-images.de)

Dr. Kirsten Tönnies ist praktizierende Tierärztin und war beim Bundeschampionat in Warendorf Mitglied der Jury, die vor Ort den Tierschutzpreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vergeben hat. Welche Eindrücke sie von dem Turnier gewonnen hat, hat sie in einem offenen Brief an die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) als Veranstalter zusammengefasst.

In insgesamt 15 Dressur-, Spring- und Reitpferdeprüfungen hat eine Jury bestehend aus dem jeweiligen Richter am Vorbereitungsplatz sowie FN-Vertretern, zu denen Ausbilder und Tierärzte gehörten. die Vorbereitungen der Reiter auf dem Abreiteplatz beobachtet und die Preisträger bestimmt. Dr. Kirsten Tönnies war Teil dieser Jury und erklärt: „Uns wurden vor Ort Experten zur Seite gestellt, die uns Hinweise gegeben haben, wer ihnen positiv aufgefallen ist, und uns Hintergrundinformationen geliefert haben.“ Herr Wassmann, der in diesem Brief erwähnt wird, war einer dieser Experten. Anders die Tierärztin am Abreiteplatz, auf die die Sprache kommt. Sie war dort als Aufsicht eingeteilt worden.

Der Brief lautet wie folgt:

Sehr geehrte Damen und Herren der Reiterlichen Vereinigung,

vom 04.09.abends bis 06.09.2015 nahm ich im Rahmen der Verleihung des BMEL Tierschutzpreises als Jurymitglied an Ihrer sehr schönen Veranstaltung teil. Für die hervorragende Unterbringung und die Bewirtung möchte ich Ihnen an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank aussprechen.  

Leider muss ich in diesem Brief aber Probleme ansprechen, die m. E. dringend einer Änderung bedürfen.

Erläuterung: ich war für die Dressurponys- und –pferde eingeteilt und fast den kompletten Samstag und Sonntag während der Prüfungen am Abreiteplatz zugegen.

Dabei musste ich feststellen, dass die für die Kontrollen der Pferde Zuständige zunächst nicht wissend und im Laufe der weiteren Veranstaltung nicht Willens war, den Sitz der Reithalfter korrekt zu überprüfen. Obwohl am Begrüßungsabend noch eindeutig kommuniziert wurde, WIE der korrekte Sitz des/der Nasenriemen zu erfolgen hat, weigerte sie sich konsequent es nach diesen Vorgaben durchzuführen; auch nachdem wir ein Gespräch mit Demonstration dazu hatten. 

Es gab sichtbar etliche Pferde und Ponys, die eine deutlich zu enge Verschnallung mit den Folgen von Schwellungen und Blutgefäßstau aufwiesen. Im Laufe der zwei Tage hatte ich mit dem uns zugeteilten Herrn Wassmann mehrfach Gespräche dazu, warum der korrekte Sitz der Reithalfter so wichtig ist. Weil, im Ggs. zum Gebiss, die Druckwirkung der Riemen ununterbrochen, unabhängig von einem gewünschten Verhalten des Pferdes, auf das Tier einwirken. Diese Wahrnehmung der Einwirkung ist, je nach Stärke des Anzugs der Riemen zwischen gar keiner über unangenehme Wahrnehmung, je nach weiteren, ablenkenden äußeren Einwirkungen, bis hin zu Schmerz anzusiedeln; ein Sachverhalt, der jedem Beteiligten auf dieser hochkarätigen Veranstaltung bekannt sein sollte.

Die FN betont in ihrem Reglement ausdrücklich:

„Unsere Richter und Ausbilder stellen sicher, dass auf Turnieren, aber auch in den Vereinen und Pferdebetrieben die Bedürfnisse der Pferde beachtet und eingehalten werden. Sollte dies im Einzelfall einmal nicht so sein, kümmern wir uns um eine pferdegerechte Lösung – zusammen mit allen Beteiligten.“ 

Dass sogar auf dieser Veranstaltung mit dem Anspruch des höchsten, fachlichen Niveaus, die sich noch dazu mit den JUNGEN Tieren beschäftigt, solche Fehlleistungen zum Nachteil der Pferde erbracht werden, ist erschreckend! Hier braucht es dringend Nachschulungen. Es erklärt natürlich gleichzeitig die diesbezüglichen schlechten Bilder, die landauf- landab auf Turnieren zu sehen sind. 

Dass es ausdrücklich um Nachwuchspferde geht, macht die Angelegenheit besonders wichtig und rückt einen weiteren von mir beobachteten Sachverhalt in den Fokus. Am Samstagnachmittag war mir das während des gesamten Abreitens aufgerollte Pferd von Eva Bitter, das einen leidend-duldenden Eindruck machte, aufgefallen. Deshalb bat ich die anwesenden Platzrichter um die Möglichkeit einer Überprüfung des Reithalfters. Während der Mann überrascht aber hilfsbereit und freundlich reagierte, ist die Reaktion der anwesenden Tierärztin, nach meinen Informationen Frau Dr. Zimmer (?) vorsichtig als abweisend zu bezeichnen. Man erklärte mir, dass man Eva Bitter auf der Liste der für den BMEL Tierschutzpreis auszuzeichnenden Reiterinnen und Reiter führen würde, weil sie durch besonders überlegtes Vor- und nachbereiten einer Prüfung während der gesamten Woche aufgefallen wäre. Ich bekannte, dass ich nur dieses eine, dafür komplette und auffallend schlechte Abreiten beurteilen könne. Unwillig wurde von der Tierärztin die Reiterin Frau Bitter nach dem Ritt zur Überprüfung an das Zelt geholt. Dabei konnte ich feststellen, dass das Pferd einen Zungenstrecker der Art trug, der mit einem separaten Riemen hinter den Ohren fixiert wird. Die äußeren, schwarz umklebten Metallenden drückten gegen die Jochbeine, die Maulwinkel wurden zwischen dem 5 mm starkem Draht noch zusätzlich zum Gebiss ca. 2-3 cm hochgezogen und dabei gedrückt. Das erklärte auch die unwillige Maultätigkeit des Pferdes.

Hierzu 2 Bemerkungen: 

  • – selbst wenn in S-Springen an Gebisskonstruktionen praktisch alles erlaubt ist, so sollten auch im Sinne einer Öffentlichkeitswirkung Überlegungen angestellt werden, ob auf einer Nachwuchssichtung junger Tiere, die zu den zukünftig Besten der Welt zählen sollen, solche, vermutlich als Tierschutz relevant einzustufenden  Ausrüstungsgegenstände, zugelassen werden müssen
  • – die anwesende Tierärztin verhielt sich weiterhin besonders unfreundlich und reagierte auf meinen Hinweis auf den falschen Druck durch die Metallenden nicht, sondern betonte im Ggt. danach noch einmal das in ihren Augen untadelige Verhalten der Reiterin. 

Am Sonntag wurde ich zum wiederholten Mal von dem am Dressurplatz uns zugeteilten Herrn Wassmann scharf angegangen, nachdem ich die Preisträgerin für die Dressurponys ausgewählt hatte. Bei der Formulierung für die spätere Bekanntgabe drohte er mir, mich von der Veranstaltung entfernen zu lassen, wenn wir bei der Formulierung langer oder hingegebener Zügel nicht die Formulierung „langer Zügel“ benützen würden, weil „hingegebener Zügel“ die Veranstaltung lächerlich machen würde. Dabei äußerte Herr Wassmann u. a., dass beide Zügelmaße gleichermaßen auf das Maul einwirken würden; meine Erläuterungen, warum das physikalisch verkehrt sei, verbot er. 

Diese Preisträgerin war von denen von mir Beobachteten die Einzige, die ihr Tier konsequent von der ersten bis zur letzten Minute vorbildlich behandelte. Bei dem Preisträger der Reitpferde am Samstag und am Sonntag setzte Herr Wassmann mehrfach seine favorisierten Kandidaten durch, u. a. mit der Bemerkung, dass der von mir favorisierte Kandidat am Samstag  „zu brav“ geritten sei. 

Abschließend: die Idee der Vergabe eines Tierschutzpreises durch das Bundesministerium ist ein schöner, lobenswerter und dabei freiwilliger, möglicher Weg, Verbesserungen für Tiere in Menschenhand herbei zu führen. Nach Freiwilligkeit können Vorschriften kommen. Die FN wird über diesen Brief nicht erfreut sein: Sie sollte aber zur Kenntnis nehmen, dass ich nur der Überbringer der schlechten Nachrichten bin, nicht deren Auslöser. Nach einem blutenden Pferdemaul in Aachen mit z. T. peinlichen oder gar keinen Erklärungen, haben die Aufmerksamkeit und der Unwillen der Öffentlichkeit wieder sprunghaft zugenommen. Die Reiterliche Vereinigung hat sicherlich das Problem der internationalen Einbindung: trotzdem können wir als führende Nation im Reitsport tonangebend im Tierschutz sein; das muss verstärkt genutzt werden. Da vermutlich alle Beteiligten Pferde lieben, sollten sie diese Möglichkeit der Richtungsweisung nutzen und eine sofortige Änderung im Umgang mit Überprüfungen am Abreiteplatz angehen. Für weitere Rückfragen  stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung,

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Kirsten Tönnies 



85 Kommentare

Schreibe einen Kommentar
  1. Silke

    Mein Gott, ist das alles peinlich für den Reitsport. Ich finde das eine unsägliche Schande!!!! Haben wir sowas als Reiternation Deutschland eigentlich nötig? Sind solche Aussagen nötig.

    Ganz ehrlich, mir vergeht die Lust am Reitsport !!

    Schämt euch alle…. wirklich wahr….

  2. Nicola

    Mit besagtem Herrn Wassmann hatte ich auch schon eine unangenehme Begegnung. Menschlich inkompetent und fachlich naja…. Kein Aushängeschild für den Reitsport.

  3. W H Schmidt

    Sehr geehrte Frau Dr.Tönnies,
    zu Ihrem sehr interessanten Brief ist
    nichts mehr hinzuzufügen!
    Mit gem größten Respekt verneige ich
    mich Wulf H.Schmidt

  4. Kirchner, J.

    Sehr geehrte Frau Tönnies,
    Ein sehr schöner Brief. Selbst habe ich mir keine Bilder des BUCH angeschaut, dennoch glaube ich nicht, dass sie ansatzweise übertrieben haben. Natürlich ist es schlimm, dass sogenannte Profis zu solchen Mitteln greifen, da sollte man doch meinen, die haben das gelernt, die müssen ja schließlich wissen, wie „es“geht. Das Schlimme darüber hinaus ist der Dominoeffekt, der losgetreten wird, bis in die unteren Klassen. Man schaue sich mal eine ländliche a Dressur an, da wird gehauen, gezogen, eingerollt etc. und dann, werden diese Reiter auch noch belohnt mit guten Noten! dramatisch und Spektakulär muss es aussehen… Mit durchnittlichen, aber reell gerittenen Pferden ist man doch chancenlos. Und dann wundert sich die FN doch tatsächlich, dass sich die Reiter vom Turniersport abwenden… Warum wird so etwas nicht geahndet? Warum wollen Richter das nicht sehen und reagieren? Sind sie einfach nur zu blöd???

  5. Sabine Marciniak

    Ganz lieben Dank an Frau Dr.Toennies fuer die Muehe und den Mut diesen Brief zu verfassen! All das gehoert ans Licht der Oeffentlichkeit!

    • AnDi

      Leider ist es wohl so, das gerade im Reitsport Eitelkeit und Ruhm groß und wichtig sind das man das Wohl des Tieres dabei ignoriert. Wenn eine Tierärztin dann noch mehr auf den Ruf der Reiterin achtet als auf das Tierwohl lässt das auch tief blicken. Ich kann nicht sagen was da gelaufen ist da ich nicht anwesend war, weiss aber sehr wohl das es sich bei der beschriebenen Begebenheit nicht um einen Einzelfall handelt. Es sollten strengere Kontrollen und härtere Strafen eingeführt werden, so das gewährleistet wird das das Wohl der Tiere an oberster Stelle steht!

  6. Tanja Romanazzi

    Liebe Frau Dr. Tönnies,
    vielen Dank für Ihren Mut, vielen Dank, dass Sie diese unsäglichen Zustände ansprechen. Die Verlogenheit und Feigheit der „Offiziellen“ ist erbärmlich. Obwohl ich früher selber bis S-Dressur geritten bin, sehe ich mir schon lange keine Turniere mehr an. Schöne Ritte sind die Ausnahme, Tierquälerei leider an der Tagesordnung.

  7. Beate Kleebauer

    Hallo Frau Dr.Tönnies,
    es ist schön dass es noch Menschen gibt die nicht wegsehen! Ich habe bald keine Lust mehr auf Turniere, überall das Gleiche. Kaum noch faires reiten. Arme Pferde! Nur noch Mittel zum Zweck, wo bleibt der Respekt für diese tollen Tiere!

  8. Birger

    Das Bundeschampionat wird unter vorgehaltener Hand schon lange als reine Verkaufs- und Vermarktungsveranstaltung einiger weniger Pferde-/Ponyzüchter, Profireiter und Pferdemakler gehandelt. Da ist viel Geld im Spiel und ohne Beziehungen und/oder großen Namen gilt man als Listenauffüller. Wie kann es angehen,dass Prüfungen von Verkaufs- und Ausnildungsställen gesponsort werden, die eigene Pferde/Ponys im Teilnehmerfeld haben? Welche Rolle spielt die Verkaufsgesellschaft „Ponyforum“ in diesem Zirkus? Die Ponyforum GmbH hat in diesem Jahr auch die „Weltmeisterschaft der jungen Dressurponys“ ins Leben gerufen. Was ist das für eine Weltmeisterschaft, zu der laut Ausschreibung neben deutschen Ponys und Reitern nur noch zwei weitere Nationen zugelassen wurden? Das war eine reine Marketing-Veranstaltung. Mit fairen Sport gegenüber Pferd und Reiter hat das nichts mehr zu tun.Dieser Sport verliert an Glaubwürdigkeit. Respekt an Frau Dr. Tönnies für ihre ehrlichen Worte und Respekt an St. Georg,dass ihr offener Brief auch tatsächlich veröffentlicht wurde.

  9. Mitschi

    Sehr geehrte Frau Dr. Tönnies ,
    Ich habe größten Respekt vor ihrem Mut sich für das KORREKTE reiten und loyale Verhalten gegenüber des Pferdes einzusetzen, da dies heut zu Tage leider nicht mehr selbstverständlich ist…

  10. Schlingmeier

    Sehr geehrte Frau Dr. Tönnies,
    es ehrt Sie in höchsten Maße, dass Sie sich so einsetzen. Wenn unser Land mehr solche Menschen hätte die Standhaft sich für eine gerechte Sache einsetzen, hätten wir viel erreicht. Ich wünschte wir hätten mehr solche Menschen die aufrecht für eine gerechte Sache sich einsetzen. Man muss sich wundern, warum solche Menschen wie der Herr Wassermann überhaupt tätig sind. Hier sollte der FN seiner Verpflichtung gegenüber Mensch und Tier zügig nachkommen, wenn er nicht langfristig schaden nehmen will. Es kann nicht angehen, das eine Richterin, die für die Einhaltung von Regeln (Tierschutzregeln) gehindert bzw. angegangen wird.
    Bleiben Sie standhaft, auch wenn es sicherlich nicht einfach ist.
    Im Namen der Pferde Danke ich Ihnen aufrichtig. Aus meiner Sicht hätten Sie den Tierschutzpreis verdient!
    Mit den besten Wünschen
    Olaf Schlingmeier

  11. Christian Steffen

    Sehr geehrte Frau Dr. Tönnies,
    Ich war auch am Sonntag auf dem Bundeschampionat und habe einige sehr aufschlussreiche Fotos gemacht.
    Der Fisch stinkt immer vom Kopf!
    Offensichtlich will und kann die FN die eigenen Ideale nicht durchsetzen. Das Konzept des „freudigen, fleißigen und vertrauensvollen Herantretens“ des jungen Pferdes an die Reiterhand welches entspannt durch den Rücken schwingt ist eine Mär. Ganz im Gegenteil, jegliches Vertrauen wird schon im Alter von nur 3-Jahren verspielt. Wer würde schon Vertrauen aufbauen und freudig kooperieren wenn man ihn mit dem Sporn traktiert und sich dann mit zurückgelegten Schultern gegen sein zugeschnürtes Maul stemmt. Das noch junge Pferd kann sich nur in eine mentale Isolation flüchten. Die Pferde sind definitiv nicht freudig dabei und Schwung – wie ich Ihn verstehe – erstirbt unter diesen Zwangsmaßnahmen.

  12. Beatrix Dreyer

    Sehr geehrte Frau Dr. Tönnies,
    von ganzem Herzen meinen aller größten Dank für Ihr Engagement, Ihre Courage und Ihre Ehrlichkeit.
    Wir müssen uns, alle zusammen, an Ihnen ein Vorbild nehmen. Der Dressursport verkommt vor unseren
    Augen zu einer Vergewaltigung der Pferde. Bald müssen wir uns schämen, wenn wir in der Öffentlichkeit
    von unserer Passion erzählen. Wo bleibt eigentlich eine staatl. Kontrolle der Einhaltung der Tierschutz-
    regeln? Von der FN können wir ein Durchgreifen nicht erwarten, wie Ihr Bericht leider erneut deutlich
    macht. Die Presse berichtet über den Machtapparat FIFA. Sind die FN und die FEI besser, moralischer, demokratischer?
    Herzliche Grüße sendet Ihnen
    Beatrix Dreyer

  13. Petra Janß

    Sehr geehrte Frau Dr. Tönnies, ich habe großen Respekt vor Ihnen das sie ihrem Unmut auf so großartige Weise Luft gemacht haben. Es sollte Viel mehr hingeschaut werden.
    Ich habe selber 3 Pferde und mache mir ständig Sorgen das es ihnen nicht gut geht, das ich nicht richtig reite und somit meinem Pferd schade. Hole den Tierarzt, den Oszeopaten den Sattler …
    Jeder kann einen kleinen Beitrag für eine bessere Welt leisten. Ihrer hat einen Stein ins rollen gebracht der nun nicht mehr leicht zu stoppen ist.
    Wir sollten es uns zum Beispiel nehmen 😊

  14. Carina Hoch

    Bravo! Ich finde es gut um jeden, der seinen Mund auftut! Die Pferde können schließlich nicht reden. Es ist erschreckend, in welches Fahrwasser die Turnierreiterei geht, obwohl es sowohl tolle Pferde als auch Reiter gibt.
    Ich bin der Meinung, die FN/FEI MUSS ihre ethischen Grundsätze einfordern und hart gegen reiterliche Verstöße vorgehen.

  15. Katharina Ehlers

    Sehr geehrte Frau Kollegin Tönnies,
    vielen Dank für diesen offenen Brief! Jeder Tierarzt weiß, wie schwer es manchmal sein kann Tierschutz durchzusetzen. Danke, dass Sie nicht weggesehen haben und nun sicher einiges werden zu ertragen haben dafür, dass Sie öffentlich machen, was eigentlich jeder weiß, aber keiner wahrhaben will.
    Sie sind ein Glück für unseren Berufsstand, ganz anders als die ebenfalls erwähnte Kollegin.
    Danke auch an die St.-Georg-Redaktion für die Veröffentlichung des Briefes.

  16. Iska Bartels

    Solange Menschen an Tieren Geld verdienen können, werden wir immer solche Art von Macht erleiden müssen!

    Danke Frau Tönnies,
    für Ihre Aufforderung dies nicht ohnmächtig hinzunehmen.

    Sicherlich ist hier die FN als erstes aufzufordern Ihren Ehrgeiz zu zügeln.
    Maxime wie höher, weiter und schneller sind nicht mehr zeitgemäß für den Turniersport und daher auch nicht mehr zu belohnen.
    Vielleicht muss es Turniere und Richter geben die andere Maßstäbe an die reiterliche „ Kunst“ stellen, ohne die klassische Ausbildung aus den Augen zu verlieren.
    Mir sind solche Menschen schon begegnet und das stimmt mich positiv.
    Reitsport ist schön!

  17. Andrea Vath

    Auch von mir vielen Dank an Frau Tönnies für den Mut, diese Missstände offen anzusprechen. Als TT einer Amateurin, die in der schweren Klasse mitreitet, habe ich zu viele ähnliche Bilder gesehen. In der Öffentlichkeit. Ganz zu schweigen davon, was zu Hause geschieht. Richternoten haben rein gar nichts mit Fairness oder Sport zu tun. Gerichtet wird nach Namen und finanziellem Hintergrund (was Hand in Hand geht), und den Reiterinnen und Reitern sind alle Mittel recht, um ihr Spotrgerät zum Laufen zu bringen und am Laufen zu halten. Druck, Zwang, Pein in der „Ausbildung“ sind alltaglich. Und wird am Wochenende mit einer Platzierung honoriert. Während wir für die gleiche Leistung, für einen besseren Ritt, korrekt gezeigte Lektionen schlechte Noten erhalten. Richter, Reiter/innen, Züchter, Ausbilder, Berufsreiter – das ist alles ein riesiges Geklüngel, und ändern wird sich daran nie etwas. Weil die FN dazu schweigt und Abweichler, Menschen, die den Mund aufmachen, abgestraft werden.

  18. Christiane

    Sehr geehrte Frau Tönnies,
    vielen Dank für Ihre offenen Worte .. vor allem in Hinblick darauf, dass Kritiker nicht gern gesehen werden und ein nächster Einsatz in Warendorf wohl eher nicht stattfinden wird. Stimmen abseits der Lobpudelei sind halt unbequem. Sie sprechen an, was vielen schon lange ein Dorn im Auge ist!
    Es fängt ja schon im ländlichen Bereich an. Dort werden Richter zu Turnieren nicht wieder eingeladen, weil sie die Pferde des Gastgebers nicht entsprechend mit Noten bedacht haben.. bei nicht entsprechend meine ich immer noch gute Noten (7.5 aufwärts), die jedoch nicht für die ersten drei Plätze reichten.

    Es wird lautstark gegen die Richter gepöbelt .. manch Profi geht soweit mitten in den Prüfungen den Richterwagen aufzusuchen, um dem Richter zu erklären wie unfähig er ist, nicht die Championatsqualität seines Pferdes erkannt zu haben.. ob das nun der Wahrheit entspricht oder nicht sei dahin gestellt.. aber deutliches drehen der Vorderbeine und hinten sehr deutlich sehr breit treten wird halt von dem einen bemerkt ..von anderen nicht. . Fakt ist.. wer erfolgsverwöhnten Reitern (vor allem im Dressurbereich) mal reelle Noten gibt und nicht den oft vorhanden Namensbonus drauf schlägt .. der lebt unbequem.

    Als Schreiberin bekommt man mit wie Richter sich über die Noten unterhalten .. eine Differenz von mehr als 0,7 .. wie kann das sein? Am Ende gewinnt der „alte“ Richter.. der die doch auch bereits sehr erfahrene Richterin neben sich einfach mundtot macht.. da merkt man wie schnell man von Sieg auf aus der Platzierung ist.. Natürlich sind nicht alle Richter so..

    Weiter geht es bei den Championaten .. Es beginnt bei den Nominierungen.. dort werden Ponys zum Championat gelassen die in der aktuellen Saison noch nicht eine Platzierung aufweisen können ..außer die der Sichtung.. die ja kein reguläres Turnier ist in einigen Bundesländern.. Die teilweise noch nicht vorhandene Rittigkeit und Durchlässigkeit der Championatskandidaten wird damit erklärt, dass das Pferd erst 4 Wochen geritten wird (ansich ja ok wenn man sein Pferd nicht verheizt) und da kann es schon vorkommen das das Pony auch beim dritten mal Angaloppieren noch nicht richtig ist und sich deutlich den Hilfen entzieht.. (zugegeben..die gute Grundqualität lässt ich in kurzen Mómenten zwischen rausheben.. losrennen etc.. erkennen) .. doch wie vertritt man eine solche Nominierung gegenüber anderen Paaren die eine harmonische und leichte Vorstellung zeigten.. ohne Schrecksekunden für den Zuschauer? Ja so richtig konnte mir das auch niemand erklären .. aber der Profi im Sattel der wird das in den nächsten vier Wochen schon hinbekommen..

    Weiter geht’s dann beim Championat .. Etliche Bilder der Champions und Platzierten zeigen Pferde, die bei geschlossenen Mäulern dermaßen zugeschnürt sind, dass es da auch keine Ausrede für gibt. (Fürsten Look z.B. auf einem Bild, dass ein bekannter Fotograf bei Facebook öffentlich zeigt. Schade. Ein wirklich tolles Pferd. Gibt aber auch genug andere.)

    Weiter geht’s mit dem komischen Beigeschmack.. Richter die ihre eigenen Reitschüler auf dem Bundeschampionaten reiten.. Fremdreiter, die ihre Note nicht geben dürfen.. etc. pp ..

    So richtig Spaß macht das alles nicht.

  19. Inga Appel

    Vielen Dank für diesen mutigen und engagierten Brief. Ich hoffe, er hilft auch anderen Verantwortlichen zu einer ehrlichen Äußering in der Öffentlichkeit.

  20. heide scheffler

    sehr geehrte frau tönnies,
    hut ab- ein offenes und ehrliches wort- ihre karriere als turniertierärztin dürfte damit zwar zu ende sein, aber ich denke sie werden ruhiger schlafen-
    etwas grundsätzliches: ist es nicht ein armutszeugnis, das ein solcher preis überhaupt ausgelobt wird- vielmehr sollte man doch dazu übergehen mit aller energie die personen vom turniersport zu entfernen, die ständig für die bilder sorgen(oder sie als richter oder aufsichtführende zulassen) die den reitsport so in mißkredit bringen- aber wie sagte mir selbst einmal ein kreisveterinär auf eine anfrage meinerseits hin: wissen sie eigentlich was für eine wirtschaftliche bedeutung der reitsport in niedersachsen und westfalen hat??? wieviel arbeitsplätze daran hängen?? und was macht warendorf(FN) ?? man schaut tatenlos zu wie einige sportler(??) den gesamten umgang mit dem pferd ans falsche ufer verschieben- unabhängig davon gab es gott sei dank doch einige beim bdch- 2015 die auch durch faires reiten auffielen- leider nicht immer die prominenten nasen- glaubt eigentlich irgendeiner das es personelle folgen hat, das ein mannschaftstierarzt , ein equipechef und zwei bundestrainer ( von heimtrainer, besitzer und reiter will man ja garnicht reden) sich einen lahmenden rappen auf einer europameisterschaft ansehen und nichts gemerkt haben wollen??? ist das jetzt inkompetenz , blindheit oder unverschämtheit?
    ich glaube der spruch: herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun – greift hier nicht- warum lassen sich eigentlich millionen pferdefreunde ihren sport durch einige -mehr oder wenige- kaputt machen ? wenn die FN nicht aufräumt sollten sich vielleicht die pferdefreunde einen neuen dachverband schaffen

  21. Bettina

    Vielen Dank für die Veröffentlichung des Briefes. Ich danke auch der St. Georg für den mutigen Schritt. Ich bin in der Trainer-Ausbildung und werde es auch mal bis zur Richterfunktion schaffen, das ist mein Ziel. Und dann werde ich anfangen, mit aufzuräumen, egal wie viele Steine man in den Weg bekommt und wie unbequem es werden wird. Letztendlich kann man nur etwas bewirken, wenn man etwas tut. Die Presse wird immer ein Mittel sein, mehr Druck auszuüben und Änderungen herbei zu führen, zum Glück!

  22. Karin Hufschmid

    Ein super Brief, ohne unnütze Hetze, sachlich und auf den Punkt. Grosses Lob und Respekt für den Mut. Wenn man Sie irgendwie bei ihren Bemühungen unterstützen kann, bin ich dabei!

  23. Frank

    Sie alle pflichten Frau Tönnies bei und bringen Beispiele wie es auf ländlichen Turnieren zugeht.
    Warum sagen Sie dort nicht etwas gegen die Reiter direkt? Warum äußern Sie Ihre Meinung nur hier?
    Es ist eine Verpflichtung eines Jeden für das Wohl der Pferde einzustehen, nicht nur der Richter.
    Nur wenn alle dahinter stehen, kann den schwarzen Schafen des Sports entgegen gewirkt werden. Nur dann hat die Androhung von körperlicher Gewallt gegen einen Richter keine Chance.

    • Heidiflo

      Genau so sehe ich das auch – wir sollten jeden Tag den Finger darauf legen, bei jeder Gelegenheit, bei der schlechter Umgang mit dem Pferd zu sehen ist! Von der Basis bis zum Profisport sind wir alle gefragt. Fingerpointing zum Wohl der Pferde. Je weniger solches Verhalten akzeptiert ist, je mehr solches Verhalten an den Pranger gestellt wird, desto eher ändert sich wirklich etwas!!!

    • Susanne

      Hallo,
      ich mache meinen Mund auf und sage etwas – beim letzten Mal auf dem Turnier der Sieger. Wenn man Glück hat, stehen Leute drumherum, die das auch genau so sehen und einem beipflichten. Dann wird der Reiter immer kleiner und verdrückt sich wenn möglich ganz schnell. Ob es für das Pferd dann hinter verschlossenen Türen besser wird? Ich wage das zu bezweifen… Die Wut und die Scham, die der Reiter erdulden musste, wird er vermutlich am Pferd auslassen, denn das ist schließlich Schuld, der blöde Gaul hätte ja auch einfach mal laufen können. Manchmal wird man aber auch von dem Reiter sehr agressiv angegangen, was man sich den einbilde und man hätte doch keine Ahnung und sollte die … halten. Nur nicht einschüchtern lassen.

  24. Frauke

    Super *Daumenhoch*. Endlich mal jemand vom Fach, der sich öffentlich zu diesen Misshandlungen äußert. Bin total baff. Nach dem Debakel mit dem schwarzen T… in Aachen und dem Stillhalten der FN (von Internationalen mal ganz abgesehen), offene Worte zu hören, tut gut. Leider wird auch diese Mal nichts passieren und sich die Verantwortlichen in Schweigen hüllen. Aussitzen können diese Damen und Herren ja gut.
    Ich persönlich schaue schon lange nicht mehr bei den Übertragungen zu und fahre auch nicht mehr zu diesen Veranstaltungen. Vor leeren Rängen reiten, das wäre die einzige Sprache, die von denen gesehen wird. Dann fließt zumindest da kein Einnahmegeld mehr.
    Es ist schade, dass dieser doch sehr schöne Sport so verkommt!

    • Birger

      Stimmt, es gibt mittlerweile einige renommierte Züchter, die ihre Pferde nicht mehr an Qualifikationen für das BUCHA starten lassen, weil sie sie nicht verheizen wollen. Die Tage auf dem BUCHA sind für die jungen Pferde schon Stress, dazu kommen das Vorbereitungstraining mit viel Druck, Transport, Stallzelte…… und dann wird ein wirklich qualitätsvolles Pferd nicht entsprechend benotet, weil der Besitzer, Züchter, Besitzer, Reiter leider nicht die richtigen Connections hat…..dumm gelaufen….Pferd ist nach den Tagen „über die Uhr gedreht“, verliert dazu womöglich noch durch das schlechte Abschneiden an Marktwert und dazu hat man auch noch viel Geld und Zeit investiert. Mit anderen Worten: Wenn ein verantwortungsvoller, pferdeliebender Züchter ein wirklich gutes Jungpferd hat, verheizt er es besser nicht auf Veranstaltungen wie dieser!….

  25. Bettina Jung

    Meinen ganz großen Respekt, Frau Dr Kirsten Tönnies!
    Wer traut sich schon, und dann auch noch in Ihrer Positition, all die relevanten Tierschutz-Mängel eines derart profilierten events in aller Deutlichkeit und öffentlich anzusprechen!?
    Ich verneige mich vor Ihrer Zivilcourage!
    Wir brauchen dringen mehr Menschen mit Ihrem Schneid!

    Bettina Jung, Bundesvorsitzende der Partei Mensch Umwelt Tierschutz/ Tierschutzpartei

  26. Sylvia

    Ich habe es bisher erst einmal auf einem ländlichen Turnier erlebt, dass die am Abreiteplatz Aufsicht führende Tierärztin die Ausrüstung eines Pferdes einschließlich der Verschnallung kontrolliert hat, auch sie hat nicht gezielt nach Pferden mit enger Verschnallung geguckt. Es wäre der FN ein leichtes, ein pferdegerechteres Reiten durchzusetzen, einfach indem jedes Pferd kontrolliert wird. Turniererfolge brauchen alle, die vom Reitsport leben, diese müssten wohl oder übel ihre Reitweise anpassen. Die Sonntagsreden der FN werden die Tierschützer nicht mehr lange besänftigen können und wenn wir nicht wollen, dass alle Turnierreiter als Tierquäler dastehen, muss die FN handeln (die Schweiz ist da ja schon konsequenter). Bitte Frau Dr. Tönnies, arbeiten Sie weiter in diese Richtung, gemeinsam mit der kleinen Fraktion der pro-Pferd denkenden Profis wie z. B. Christoph Hess und Uta Gräf. Im übrigen glaube ich leider nicht, dass alle, die Profis sind, Pferde lieben. Die meisten lieben nur erfolgreiche Pferde.

  27. Elke Hofmann

    “ Am langen Zügel “
    “ Mit hingegebenem Zügel “
    Das ist dann wohl doch nicht so ganz das selbe –
    Das steht auch in den Richtlinien Bd . 1
    Ebenso die korrekte Verschnallung des Reithalfters .
    Gute Lektüre . Wärmstens zu empfehlen .

  28. Gaby Diroll

    Hut ab Frau Dr. Tönnies,

    endlich jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt und als Aufsicht auf dem Abreiteplatz nicht plötzlich Blind wird… Ich habe selbst ein internationales Springpferd gehabt, habe dieses aber von einem Profi reiten lassen. Das was ich in dieser Zeit erlebt und gesehen habe, hat mich veranlasst, keines meiner selbst gezogenen Pferde weiterhin von den sog. Profis reiten zu lassen. Es ist teilweise eine echte Sauerei, was sich auf den Abreiteplätzen und hinter verschlossenen Hallentüren abspielt. Die Liebe zum Pferd besitzen viele dieser Profis nicht, es zählt nur die Liebe zum Geld…..

  29. Anja

    Sehr geehrte Frau Tönnies,
    ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Stellungnahme! Was nun passieren wird, ist klar – nichts. Bzw. – Sie werden garantiert nicht noch einmal eingeladen, weder zum Bundeschampionat noch zu sonst einer Veranstaltung, beider die FN „die Finger im Spiel“ hat. Deren Netzwerk ist sehr umfassend… Einer der Kommentatoren sagte bereits, er würde solche Veranstaltungen nicht mehr besuchen – genauso halte ich es auch, denn gerade vom Bundeschampionat halte ich – nichts. Viele gute junge Pferde werden hier verheizt, von den (Ausbildungs-) Methoden ganz abgesehen.
    Ich bin – noch – aktiver Turnierreiter, wobei ich derzeit wenig Lust verspüre, mich an diesem Geschehen zu beteiligen. Schlechte Reiterei wird immer häufiger noch belohnt. Es wird Zeit, dass sich etwas grundlegend ändert, sonst ist die Schönheit unseres Sportes bald endgültig dahin.
    Vielleicht haben Sie ja ein Startsignal gesetzt…..

  30. Isabella

    Danke Frau Tönnies dass Sie den Mund aufmachen, es ist genauso bis in die kleinen Reitvereine zu sehen. Schlechte Manieren, noch schlechtere Vorbilder und Ausbilder. Die FN ändert nichts! Gutes Reiten scheint nicht erwünscht und gelobt wird es schon gar nicht mehr. In 4 Jahren hat niemand beanstandet das Matthias Rath Totilas mit einer Kandareneinstellung von 90° reitet! Was sollen wir da noch an Tierschutz erwarten von der FN?
    Zusammengeknallte Pferde und Reitern die einen Namen haben, ist doch kein Problem, sonst hätte sich ja schon was ändern müssen. Jeder der was sagt, ist der Dumme. Bitte sagt was, je mehr es tun um so eher Besteht doch noch Hoffnung dass sich etwas ändert. Eine Kontrolle der Reitvereine, Haltung, Reitlehrer mit Qualifikation und Weiterbildung sehe ich als unerlässlich an, was im Moment nicht passiert. Wenn die Basis nicht stimmt, kann es im Bundeschampionat auch nicht stimmen!

  31. Katharina Lemmer

    Dieser offene Brief ist mutig und enorm wichtig, damit diejenigen aufgeruettelt werden, die Verantwortung tragen. Es geht darum, das Wohl und die Gesundheit der Pferde zu schuetzen, und niemand sollte an diesen Sport herangehen, dem das nicht oberstes Gebot ist. Weder als Reiter noch als Trainer noch als Funktionaer , Richter, Steward, Tierarzt oder Publikum. Die EM in Aachen hat Unglaubliches zutage gebracht, vor den Augen der Oeffentlichkeit und offenbar im Einverstaendnis der Verantwortlichen, und dass diese Dinge ueberhaupt geschehen konnten ist das eindeutige Zeichen, dass die Fairness im Pferdesport komplett aus den Fugen geraten ist. Das, was Frau Dr. Toennies hier beschreibt, wundert daher – leider – nicht. Jede Stimme, die sich gegen diese Missstaende erhebt, ist wichtig. Wir alle sollten dazu beitragen, im Kleinen wie im Grossen, dass der Sport mit den Pferden wieder so wird wie es in Richtlinien und Buechern beschrieben ist. Und uns niemals an die Vergewaltigung dieser edlen Tiere gewoehnen.

  32. Heidiflo

    Vielen Dank für den Mut, unbequem zu sein und diesen Brief zu schreiben!

    Ich hoffe sehr für unsere Pferde und alle, die diese herrlichen Tiere von ganzem Herzen lieben und als Team mit ihnen statt gegen sie zusammenarbeiten, dass künftig nicht mehr weggeschaut wird. Es sollte nicht erst darauf gewartet werden, dass ein/e Offizielle/r bei solchem Verhalten eingreift. Nein, wir alle sind tagtäglich gefragt – sei es im Verein oder auf Turnieren – unsere Mitreiter anzusprechen, wenn sie schlecht mit den Tieren umgehen. Je weniger solches Verhalten geduldet oder sogar noch als richtig angesehen wird, desto eher verändert sich etwas.

    Also, liebe Pferdefreunde: lasst uns jede/n, der uns durch schlechten Umgang mit dem Pferd auffällt, auf sein Fehlverhalten hinweisen und ihn wissen, dass das nicht cool und reiterlich, sondern erbärmlich ist!

  33. Dr. Juergen Herrmann

    Vielen Dank fuer Ihren Mut. Es steht zu hoffen dass er hilft dass auch andere „Turnierbeobachter“ die Augen oeffnen und Ihren Mund aufmachen. So kann es nicht weitergehen mit der dt. Reiterei. Es scheint alles verkommt zu totalem Kommerz.

  34. K.Douteil-Reichling

    Die Leitlinien der FN besagen ja ganz klar 1-2 Finger Platz zwischen NasenRÜCKEN und Riemen. Scheint aber niemanden zu interessieren. Ich habe als Tierarzt die Reiter auf dem Turnier auf zu enge Verschnallungen hingewiesen (mehr steht ja nicht in unserer Macht)und das waren von 60 Proben 58! Prompt kassierte ich Mißgunst und Aufgebrachtheit von Richtern, Reitern und Veranstalter. Wie das alles schön geredet wurde! Furchtbar! In einem Fall bei dem die Richterin versuchen wollte die zu enge Verschnallung zu rechtfertigen, gab dann selbst der Reiter zu das der Nasenriemen zu stramm sei, aber die Richter würden halt Bewegung des Mauls bzw. Öffnen in der Dressur immer gleich so negativ bewerten das er sich halt gezwungen sieht den Bewegungsspielraum möglichst auf Null zu setzten. Man sollte meiner Meinung nach die Verschnallung unmittelbar vor der Prüfung kontrollieren und ggf. korrigieren. Und vielleicht sollte den Richtern der Unterschied zwischen zufriedenem und unzufriedenem Kauen gelehrt werden.
    Vor 2 Jahren sah ich die Pferdekontrolle durch einen Steward beim CHIO im Fernsehen und dachte mir den Quatsch könnte man sich besser gleich sparen. Nasenriemen wurden gar nicht erst geöffnet und der Steward schaute flüchtig in ca einem halben Meter Entfernung aufs Maul (Er hielt das Pferd am ausgestrecktem Arm). Also ich hätte da nix sehen können. Man ist ja auch froh wenn man nichts sieht. Wenn Die Reiter bei uns auf einem kleinen Turnier schon so ein Theater machen wenn man etwas zu bemängeln hat, wie unangenehm wird es dann erst bei Championaten oder wichtigen Prüfungen sein? Nicht zu vergessen das der Turniertierarzt (besonders auch bei lokalen Turnieren) auch noch häufig seinem eigenen Klientel gegenübersteht. Ein Grund mehr für viele Kollegen lieber mal nicht so genau hinzuschauen.

  35. Gabriele

    Danke Frau Dr. Tönnies, und an alle kompetenten Pferdefreunde der Aufruf auch im eigenen Stall den gleichen Mut aufzubringen und Fehlverhalten mit vorhandenem Fachwissen und in sachlicher Weise anzusprechen. Auch das haben Sie in Ihrem offenen Brief vorbildlich bewiesen.

  36. Olga Halub

    Frau Dr. Tönnies, herzlichen Dank für Ihre professionelle Stimme und Ihren Mut! Man muss immer um das Bessere und den Tierschutz kämpfen! Vielen Dank!!! Ich weiß nicht, wie ich meine Dankbarkeit äußern könnte.

  37. Susanne

    Liebe Frau Dr. Tönnies,
    auch von dieser Seite großes Lob. Auch ich habe bei hochkarätigen Turnieren schon Mails an Veranstalter geschrieben, weil mir als Reiter die Bilder, die sich mir boten immer weniger gefielen. Leider gewinnt man den Eindruck, dass das tierärztliche Personal auf den Turnierplätzen zu oft im Interessenkonflikt zwischen Tierschutz und Kundenpflege gefangen ist. Ganz offensichtliche Dinge werden vorsetzlich ignoriert. Da war doch einmal die Rede von dem Partner Pferd. Vielleicht sollten dies die zuständigen FN-Organe wieder einmal in den Fokus rücken.
    Ich habe übrigens von keinem der Veranstalter auf meine Anfragen jemals eine Rückmeldung oder Rechtfertigung erhalten. Da hält es wohl mancher mit der Dame, neben der ich bei einem Türnier im Werderanischen Bonhomme stand, die mir beim Anblick zweier testorsteronstrotzender Bereiter auf zusammengezerrten Hengsten sagte: „Ach junge Frau, das ist halt so. Da müssen Sie halt weggucken.“
    Um so mehr Respekt, wenn der eine oder andere auch den Mund aufmacht. Danke.

  38. Birgit Weiher

    Sehr geehrte Frau Dr. Tönnies,

    vielen Dank für diese klaren und ausgewogenen Worte. Wie bereits Vorredner sagten, wird sich nichts ändern auf den Turnierplätzen. Woran das liegt? Es gibt keinen Markt für pferdegerechtes, richtiges Reiten, wohl aber für den schnell herbeigerittenen Erfolg. Solange dies so ist, wird weiter gemacht. Jeder muss für sich entscheiden, bis zu welchem Punkt er/sie in dieser Maschinerie mitwirken möchte. Dies ist eine ethische Frage. Aber für ethisches Verhalten gibt es leider kein Geld, im Reitsportbusiness nicht, im jedem anderen Business auch nicht.

    Herzliche Grüße

  39. Evelyn

    Sehr geehrte Frau Dr. Kirsten Tönnies!

    Sie haben mit jeder Zeile Recht und meinen vollsten Respekt, dass Sie es wagen, diese Tierquälerei öffentlich Anzuprangern.

    Ich habe bereits 2 Mal und bei verschiedenen Reitlehrern, Reitunterricht mit eigenem Pferd abgebrochen, da die Reitlehrerin den Nasenriemen meines Pferdes so fest zugezogen hat, wie es ging. Nach meinem Einwand, dass doch 2 Finger zwischen Pferdekopf und Nasenriemen passen müssen meinte Sie: „Das muß so fest zu wie es geht, damit die Pferde wissen, dass jetzt ernsthaft gearbeitet werden muß!“ Eine andere Reitlehrerin meinte, dass das so fest zugezogen werden müßte, damit sich das Pferd nicht das Nasenbein brechen könnte bei der Dressurarbeit!

    Beide Aussagen waren Grund genug für mich, auf Reitunterricht mit diesen Personen zu verzichten und wie die letzten 38 Jahre auch bei der Freizeitreiterei zu bleiben.

    Mit besten Grüßen,
    Evelyn

  40. Esther Hagmann

    Liebe Frau Tönnies
    Vielen Dank dafür, dass Sie sich die Mühe nehmen, diese Sachverhalte zu adressieren. Leider zeigt sich wieder, was ich schon lange denke: Die Verantwortlichen wissen genau, was sie tun“ und sie wollen es nicht öffentlich machen aber auch nicht ändern. Sie müssten einigen gut Verdienenden Reitern „an den Karren fahren“ und getrauen sich nicht. Man sieht, was passiert und es gibt immer mehr Reiter, die vom Turniersport aus guten Gründen nichts mehr wissen wollen. Wir wollen endlich wieder schönen und fairen Reitsport sehen!

  41. Sandra

    Ich bin begeistert, wenn Menschen den Mut finden, an die Öffentlichkeit zu treten und Namen zu nennen!
    Das Pferdegerechte Reiten und Ausbilden ist nicht mehr im Vordergrund!
    Man darf einfach nicht mehr wegsehen!!!
    Auf den ländlichen Tunieren wird ebenso!!!
    Wenn alle Menschen, denen das Wohl der Tiere am Herzen liegt, nicht wegsehen und eingreifen, wäre das möglicherweise ein guter Weg!!!!
    Ich werd’s versuchen!!!!

  42. Anja

    Unsere Pferde sind mehr als gut,nur die Reiter werden immer schlechter,um das zu kompensieren,werden Pferde „gefesselt und geknebelt“mit scharfen Gebissen,unmöglichen Verschnallungen und Hilfszügeln die zu Quälzügeln werden.Die Rollkur wird zur Hyperflexion,damit erlaubt,nach dem Motto „gib dem Kind einen wohlklingenden Namen und alles ist gut“.
    Reiten ist ein Teamsport und normalerweise besteht das Team aus Pferd und Reiter.Doch was man heutzutage auf Tunieren,in Reitschulen oder auf Abreiteplätzen sieht ist schlicht weg Tierquälerei.
    Die Pferde werden weder gut ausgebildet noch später gut geritten.Von den fünf Ausbildungsschritten werden die ersten drei nicht beachtet.So werden aus guten Pferden ,arme gequälte Tiere,die unter Schmerzen Höchstleistungen vollbringen sollen.Aktuellstes Beispiel Totilas.
    Weiter so Frau Dr.Tönnies und mögen Ihrem Beispiel noch viele folgen in der Hoffnung,das irgendwann ein Umdenken stattfindet.

  43. Katja Schmidt

    Ich finde es ein Unding, wenn solche Methoden wissentlich hingenommen und auch noch mit Lorbeeren belohnt werden!
    Ich selbst bin staatlich anerkannte Bereiterin und versuche mein Bestes , Pferde möglichst schonend und in Zusammenarbeit mit dem Pferd zum Erfolg zu führen. So weit es das Potential des Tieres zuläßt… Ich selbst reite bis zur scheren Klasse Dressur.
    Immer wieder kämpfe ich gegen Unarten von einigen ( wenigen) meiner Schüler, die meinen, mit Gewalt schneller zum Ziel zu kommen. Als Rechtfertigung höre ich dann Sätze wie : der und der hat das auch gemacht und hat gewonnen… oder mein Pferd will mich doch verarschen und der braucht mal einen drüber.
    Tatsächlich gibt es auch im kleinen Rahmen sehr schlechte Vorbilder, auch leider von meinen Kollegen. Ich tue mein Möglichstes, um meinen Schüler und Kunden Fachwissen und Verständnis gegenüber dem Lebewesen Pferd mit auf den Weg zu geben, was einen nicht immer gelingt, weil allzu oft Gewalt zum vermeidlichen Erfolg führt und auch noch vom Fachpersonal gedultet wird!
    Um so trauriger finde ich es, wenn auf Großveranstaltungen wie dem Bundeschampionat ein solches Verhalten totgeschwiegen werden soll , anstatt es öffentlich an den Pranger zu stellen. Wie bitte schön soll ich das meinen Schülern erklären…?
    Wie steht es noch mit den “ ethischen Grundsätzen eines Pferdefreundes“ in der es unter anderem heißt:
    “ Der Umgang mit dem Pferd hat eine persönlichkeitsprägende Bedeutung gerade für junge Menschen. Diese Bedeutung ist stets zu beachten und zu fördern.“
    oder
    „Die Beeinflussung des Leistungsvermögens durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen ist abzulehnen und muss geahndet werden.“
    Vielleicht sollten einige der Offiziellen, egal ob auf großen oder kleinen Turnieren, diese Grundsätze mal wieder zur Hand nehmen!
    Es wird leider zuviel davon geredet wie es sein soll, aber wenn es darum geht diese Dinge in die Tat umzusetzen, fehlt den meisten die Courage.
    Ich zolle Frau Dr. Tönnies meinen höchsten Respekt und wünsche mir, das weitere Menschen im Namen der Pferde den Mund auf machen!!!!!
    Sonst bleiben die Pferde die Leidtragenden und das hat nichts mit liebe zum Pferdesport zu tun!

  44. Durchschnittsreiter

    Liebe Frau Dr. Tönnies,

    DANKE!!!!!

    Ich habe schon oft einen Leserbrief – auch an die St. Georg – entworfen und doch nicht abgeschickt, weil ich wie viele die Erfahrung gemacht habe, bei jeglicher Kritik als Ahnungslose abgetan zu werden. Es ist beschämend und elend zu sehen, dass diese Tiere, die uns so wohlwollend entgegen kommen, im Erfolgsdruck (vorsichtig formuliert) überfordert und ihr Vertrauen missbraucht wird. Die Uminterpretationen kennen wir alle – NIEMAND kann sie mehr hören!

    Daher an alle Menschen mit öffentlicher Wirksamkeit: Steht für Änderungen ein! „Kleine“ Pferdemenschen bekommen nur durch euch eine Stimme.

    An alle Richter und Funktionäre: Werdet endlich eurer moralischen Verpflichtung gerecht, ansonsten habt ihr den Kern des Umgangs mit Pferden nicht verstanden – und zwar nicht mal im „romantischen Sinne“, sondern sogar nach den Grundlagen der HDV, nach der ihr vermeintlich richtet.

    Ich wünschte es gäbe mehr solcher Lichtblicke – nochmals Danke!

  45. Gerd Kersting

    Endlich jemand der anlassbezogen (zu weit verbreitete) unzulässige Praktiken im Reitsport kritisch offen anspricht, zum Wohl der Pferde und aus dem Anspruch , dem Reitsport eine gesellschaftliche Akzeptanz zu bewahren.
    Der Mut von Frau Dr. Tönnies, die beobachteten Missstände öffentlich zu machen, verdient Respekt!

  46. Diana Plange

    Liebe Kollegin Tönnies
    es freut mich zu lesen und zu erfahren, dass es Kolleginnen wie Sie gibt, die ohne Rücksicht auf persönliche Anfeindungen genau das tun, was die Öffentlichkeit von einer Tierärztin/einem Tierarzt erwarten darf und erwartet: das Sie/ Er sich für den Schutz der Tiere einsetzt.
    Danke, dass Sie sich dafür einsetzen. An den Kommentaren wird deutlich, wie richtig und wichtig Ihr handeln und Ihre Äußerungen sind.

  47. Diana Plange

    Liebe Kollegin Tönnies
    es freut mich zu lesen und zu erfahren, dass es Kolleginnen wie Sie gibt, die ohne Rücksicht auf persönliche Anfeindungen genau das tun, was die Öffentlichkeit von einer Tierärztin/einem Tierarzt erwarten darf und erwartet: das Sie/ Er sich für den Schutz der Tiere einsetzt.
    Danke, dass Sie sich dafür einsetzen. An den Kommentaren wird deutlich, wie richtig und wichtig Ihr handeln und Ihre Äußerungen sind.

  48. Diana Plange

    Liebe Kollegin Tönnies
    es freut mich zu lesen und zu erfahren, dass es Kolleginnen wie Sie gibt, die ohne Rücksicht auf persönliche Anfeindungen genau das tun, was die Öffentlichkeit von einer Tierärztin/einem Tierarzt erwarten darf und erwartet: das Sie/ Er sich für den Schutz der Tiere einsetzt.
    Danke, dass Sie sich dafür einsetzen. An den Kommentaren wird deutlich, wie richtig und wichtig Ihr handeln und Ihre Äußerungen sind. Respekt!

  49. Michèle Götz

    Wenn die Veranstalter ländlicher Turniere seitens der FN gezwungen werden könnten, Tierärzte aus Nachbarkreisen zu verpflichten, könnten Interessenkonflikte ihrer Klientel minimiert und somit mehr Mut zum Hinsehen und Handeln vollzogen werden.

    Zudem würde ich empfehlen, den Richterurteilen eine weitere Meinung aus einem Personenkreis anderer Reitdisziplinen ( Freizeit, Distanz, Western) beizufügen. Alle Pferde sollten ja in jeder Reitweise die Zwanglosigkeit erleben dürfen, damit sie mit Schwung und Elan uns gerne auf dem Rücken tragen.

    Vielleicht helfen die Anregungen ein klein wenig, damit sich der Mut von Frau Dr. Kirsten Tönnies (Chapeau!) für das Wohl der Pferde „auszahlt“.

  50. Claude C Haarmann

    Vielen Dank an die Autorin und ST.georg für das publizieren dieses Briefes.

    Schön dass endlich mal jemand den Mut findet die Missstände anzuprangern….

  51. alexandra johannsen

    Liebe Frau Dr. Tönnies, Chapeau!!!!!!
    Ihr Brief ist großartig und trifft es vollkommen. Solch eine Verschnallung ist pure Tierquälerei. Diese „Profis“ ruinieren unseren Sport und sorgen dafür, dass bald jeder Reiter als Tierquäler abgestempelt wird. Das hat nichts mit Reiten, sondern nur mit Gewalt und tricksen zu tun. Aber mindestens genauso schlimm sind die, die dieses Verhalten tolerieren und gar noch gutheißen. Am besten mit dem Satz “ die Amateure haben ja keine Ahnung“. Genau stimmt. Von solchen fragwürdigen Methoden habe ich keine Ahnung.

    Auch unglaublich mit welchen Sporen die Personen bereits auf den 3 – und 4 jährigen zulangen. Was machen die denn in der schweren Klasse? Feuer?

    Man kann auch langsam das Gefühl bekommen, dass unsere Pferde wesentlich kultivierter sind, als die, die drauf sitzen.

  52. Hildi

    Sehr geehrte Frau Dr. Tönnies,

    das trifft den Nagel auf den Kopf. Noch schlimmere Zustände finden Sie auf den Hinz und Kunz Tunieren, in der ländlichen Region. Ich frage mich was das für Richter sind und wo die Ihre Ausbildung gemacht haben. Was Sie auf diesen Tunieren sehen und erleben ist noch viel schlimmer, als das was auf den großen Tunieren passiert.
    Hier sollte auch mal härter durchgegriffen werden, und einige Richter gesperrt werden!!

  53. Katja

    Einsame Spitze und gnadenlos auf den Punkt gebracht Frau Dr. Tönnies. Vielen Dank für Ihren Mut, diese Dinge öffentlich anszusprechen.

    Ich habe leider bei der FN immer das Gefühl:

    reden – Top (keine schlimmen Abreitebilder mehr, alles soll gut überprüft werden)
    ausführen – Flop (aber umgesetzt wird leider nichts).

  54. Anne-Rose Hebben-Erfurt

    Chapeau für die offenen Worte und für die Zivilcourage , derartige Mängel an oberster Stelle anzuprangern . Leider befürchte ich , dass die Obersten aus Ihrem Brief keine Konsequenz ziehen .

  55. Carmen Fischer

    Danke für ihren offenen Brief,
    ich persönlich habe die Reitpferde, Dressur und Vielseitigkeitsprüfungen beim Bundeschampionat nur am Bildschirm betrachten können.
    Auch mir fiel auf, das bei einigen Pferden in der Reitpferde und Dressurprüfungen das Reithalfter wohl so straff war, das die Pferde ihren Speichel nichtmehr ordentlich abschlucken konnten.
    Auch waren einige Pferde zu eng und zu tief eingestellt.
    Solche Dinge gehören wie sie es sagen bereits vor der Prüfung kontrolliert, mit den Reitern besprochen und abgestellt.
    Nun da ich selbst Tierärztin bin habe ich mich auch bei dem Gedanken ertappt da mal selbst etwas aufzuräumen :), schön das es sie gibt, die dieses tun.
    Jedoch habe ich in vielen Prüfungen auch sehr viel Fairness zum Pferd gesehen.
    Gefühlvoll einwirkende Reiter, die dem Pferd Sicherheit gaben und wenn es nichtmehr ging, die Prüfung zum Wohle des Pferdes auch abbrachen.
    Licht und Schatten liegen nahe beieinander ich hoffe das ihr Brief noch mehr Licht auf unsere Tunierplätze bringt, die Pferde hätten es verdient.
    PS: gerade in den Geländepferdeprüfungen sind mir einige Profis sehr positiv aufgefallen, während unschöne Bilder häufig auch von Amateuren kamen , wie das auf den Abreiteplätzen aussah kann ich jedoch nicht beurteilen.

  56. Mareike Wilhelm-Falkenberg

    Liebe Frau Dr. Tönnies,
    ich schließe mich meinen Vorrednern an und bedanke mich für Ihren Mut. Wie Sie an den Reaktionen sehen können, gibt es eine Menge Menschen, die Ihre Einstellung teilen.
    In Zeiten wo die klangvollen Methode des LowDeepRound gesellschaftsfähig ist, bzw. gar durch nahmhafte Sponsoren, Richter und Tierärzte unterstützt wird, ist es wichtig, hinzuschauen und die Missstände anzuprangern. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass das Lebewesen Pferd nicht mehr die Hauptrolle im Reitsport spielt, sondern der Erfolg. Je spektakulärer desto besser und das am liebsten schon fünfjährig. Egal ob das Tier „hält“ oder nicht, allein die Schleife zählt.
    Ich hoffe, dass sich die Ansätze des Umdenkens, die derzeit immer wieder auftauchen, entfalten und eine Wende im Reitsport einleiten. Korrektes Reiten auf losgelassenen Pferden sollte wieder belohnt werden. Ich möchte Sie bitten, weiterhin hinzuschauen und „den Mund aufzumachen“ und sich nicht durch etwaige Konsequenzen einschüchtern zu lassen.
    Ihr Brief macht mit Mut, dies auch zu tun.

    • Ursula Gianotti

      Sehr gehrte Frau Dr. Tönnis, ich bin extrem überrascht, daß es solche Leute wie Sie überhaupt noch gibt. Keiner aber auch keiner von der Verantwortlichen, hat die Courage sich gegen diese quälenden Methoden zu wenden. Allesamt Richter und Tierärzte schauen zu, kann das sein ? Die Deutsche Reiterliche Vereinigung kann man doch schon mit der Fifa gleichstellen Korruption wo man hinsieht.
      Hut ab, bitte bleiben Sie dabei, auch wenn es für Sie Konsequenzen geben wird, denn solche Leute die sich zum Wohle des Tieres einsetzen will man nicht haben. Das Thema hatten wir ja auch schon in Aachen, alle haben weggesehen, einfach schlimm es geht hier nur ums Geld, aber auch nur.
      Wo sind wir hier nur hingekommen und das alles in der Öffentlichkeit. Ich mag mir gar nicht vorstellen was alles zu Hause gemacht wird. Wo ist denn der Tierschutz.

  57. Anonym

    Von Tag zu Tag und Jahr zu Jahr frage ich mich, ob und warum wir das nötig haben????? Warum haben das die Menschen nötig, die zu solchen Mitteln greifen? Welch schwache Reiter haben wir hier vor uns????
    Was gibt den sogenannten „Profis“ das Recht ein Pferd zu behandeln wie seinen Sklaven?

    Ich bete jeden Tag dafür, dass diese Pferde, analog dem Fall von Frau Wels, aufwachen und abrechnen.

    Soziale Intelligenz hinsichtlich des Umgangs mit dem Pferd ist leider bei sämtlichen Richtern, Stewards, Aufsichtsorganen und den meisten Tierärzten nicht mehr vorhanden. Wir können wirklich froh sein, dass es noch Menschen gibt, wie Sie Frau Tönnis, die einen Aufschrei wagen.

    Dieser Umgang ist eine reine Schwäche und schreit nur so vor Egoismus und Habgier. All jene, die sich solche Ausbildungsmethoden, egal ob reiterlich oder hinsichtlich der Ausrüstung, aneignen, kann man nur bedauern, ebenso wie die Aufsichtsorgane, die dies zulassen. Von KÖNNEN und WISSEN braucht man hier nicht mehr reden. Wenn ich als Reiter Gewalt anwenden muss, um an mein Ziel zu kommen ist das eine Schande sondergleichen.
    Jeder Wald- und Wiesenreiten, welcher sein Pferd schätzt und mit Herz und Verstand behandelt und ausbildet, weist bei Weitem mehr Können und Wissen auf, als unsere angeblichen „Profis“ und Amateure, die die Gutmütigkeit des Vierbeiners schamlos ausnützen und für ihren Egoismus buchstäblich vergewaltigen.

    Sprachlos macht einem die korrupte Verstrickung, die es anscheinend in der FN samt ihren Organen gibt.
    Man will es nicht glauben, aber es spricht leider alles dafür.
    Jeder Fisch beginnt beim Kopf zu stinken. Ein klarer Schritt wäre für mich persönlich, alle jene Funktionäre zu wechseln, die dem bösen Spiel und Treiben schon seit Jahren zusehen, ohne jegliche und vor allem greifbare Maßnahmen zu setzen. Das Einzige, was man hier, und ausschließlich NUR auf Druck der Öffentlichkeit, zu hören bekommt, ist BLA, BLA, BLA…..ohne Konsequenzen.
    Warum werden hier keine gelben/roten Karten mit einer ordentlichen Geldbuße verteilt? Solch Abschaum der Mensch ist, anscheinend ist dies der einzige Weg, um die Ausbildung und die Zusammenarbeit mit dem Pferd, zumindest auf dem Turniersektor wieder halbwegs erträglich zu machen.
    Aufsichtsorgane und Stewards gehören auf die Veranstaltungen, denen ein Name egal ist und wieviel Geld dahintersteckt.

    Unendlich traurig, wütend und sprachlos macht einem dieser elende Zustand…..

  58. ich

    Wer hat die FN gegründet? Menschen
    Wer vertritt/repräsentiert die FN? Menschen
    Wer erlaubt es sich so mit Tieren umzugehen? Menschen
    Da bleibt noch die Frage nach der prozentualen Verteilung männlich / weiblich offen …
    Wer kann den Zustand ändern? … MENSCHEN!!!
    Daumen hoch für die Briefschreiberin … !!! … auf das er bewirkt, dass wir in uns gehen und es „besser“ machen!

  59. Susanne

    Wow, ich bin begeistert!!!
    Hut ab, dass sich eine Tierärztin traut diese ehrlichen Worte zu schreiben und zu veröffentlichen. Gehen wir mal davon aus, dass diese zu solchen Veranstaltungen nicht mehr eingeladen wird oder noch schlimmer, man wird versuchen sie öffentlich zu demontieren (wie es Dr. med. vet. Gerd Heuschmann bereits am eigenen Leib erfahren hat…)
    Wenn wir nicht weiter solche Bilder wie in Aachen sehen wollen – die, die es Live oder im Fernsehen mitverfolgt haben, wissen genau von wem ich spreche… – müssen wir endlich etwas tun. Es müssen viel mehr Menschen diesen Mut aufbringen und den Mund aufmachen. Einfach wegsehen hilft den Tieren nicht!
    Danke für Ihre erlichen Worte und den Mut den Sie aufgebracht haben.

    Ich verneige mich – hochachtungsvoll

  60. Conny

    Respekt für den Mut und Ehrlichkeit an Sie Frau Dr. Tönnies. Es ist eine Schande für den deutschen Turniersport, dass die FN davor die Augen verschließt. Die Antwort vom Generalsekretär Sönke Lauterbach zeigt dies sehr deutlich.

  61. Tina

    Das Drama beginnt leider schon in den (FN-zertifizierten!) Reitschulen. Bei meiner Suche nach einer geeigneten Reitschule für meinen Widereinstieg in den Reitsport wurde ich widerholt Zeuge einer erschreckenden Doppelmoral. Die Reitschüler (unabhängig vom Alter) lernen das Abweichen der Praxis von der Theorie von der Pieke auf.

    Für die Reitabzeichen werden fairer Umgang sowie Respekt vor dem Lebewesen und seinen Bedürfnissen gelehrt. Artgerechte Haltung und wesensgerechter Umgang mit dem Pferd sowie sachgemäße Handhabung der Ausrüstung von Pferd und Reiter werden – in der Theorie – als wichtige Werte vermittelt. In der Praxis verinnerlichen die Reitschüler dann leider das genaue von anderen Reitern vorgelebte Gegenteil.

    Der Widerspruch beginnt schon beim Vorbereiten der Reitstunden: die Pferde werden von den Reitschülern aus engen, dunklen Gitterboxen geholt, wo sie wesensfremd für den „Gebrauch“ vorgehalten werden. Angeblich ist es keinem Reitschüler zuzumuten, sein Pferd von der Wiese aus einer Herde zu fischen. Denn dazu müssten die Schüler zum einen Zeit mitbringen und zum anderen erst einmal lernen, wie man ein freilaufendes Pferd zu sich lockt. Neben bei bemerkt und vorweggegriffen lässt sich kein Pferd freiwillig einfangen, wenn es um sein Wohlbefinden fürchten muss. Eine häufige Begründung für Boxenhaltung ist auch, dass die Pferde sich ausruhen müssten.

    Ein kurzer Exkurs am Rande: Meines Erachtens fehlen oft die nötigen Weideflächen, da Herdenhaltung und Weidegang Platz erfordern, der aus finanziellen Gründen oft nicht vorhanden ist. Die Frage, ob ein Pferd überhaupt gehalten werden muss, wenn die finanziellen, zeitliche und räumlichen Ressourcen fehlen, drängt sich auf, muss aber an anderer Stelle diskutiert werden.

    Das „Fertig machen“ (wie passend im doppelten Wortsinn) findet dann oft in der Box selbst statt, also am einzigen Rückzugsort, den die meisten Schulpferde haben. Dann werden die Tiere geputzt, d.h., es wird ihnen eine mehr oder weniger sensible Körperpflege aufgedrängt. Die verschiedenen Körperregionen werden nach Schema F mit den dafür vorgesehenen mehr oder weniger groben Putzuntensilien dogmatisch geschrubbt, ob es dem Pferd angenehm ist oder nicht.

    Danach werden sie in nicht passende und damit schmerzhafte Sättel gezwängt (auch Sättel dürfen nichts kosten), wobei auch das Gurten wenig Einfühlsam passiert. Mit etwas Glück fürs Pferd werden Zeichen für Sattelzwang wie beißen, weglaufen, scharren, treten, Schweif schlagen ignoriert, andernfalls bestraft.
    Sogenanntes widersetzliches Verhalten, also das Ausdrücken von Unwohlsein, Schmerz und Pein wird mit Worten wie „da muss er durch“, „das muss er sich gefallen lassen“, „das macht der halt so“ oder auch mit dem Tipp, das Verhalten einfach zu ignorieren bis hin zu „hau dem paar aufs Maul, das darf der nicht“ oder „das ist Dominanzverhalten“ abgetan. Das Befinden des Partners Pferd wird grob missachtet.

    Man sieht Pferde, die beim Trensen hektisch die Köpfe hochreißen, in den engen Boxen Fluchtversuche unternehmen oder das Maul fest zuklemmen. Pferde, die resignierend die Augen schließen und die Prozedur über sich ergehen lassen, wohl wissend, das ihnen nun die Trensenriemen schmerzhaft fest um den Kopf gezurrt werden, so dass sie Atemprobleme bekommen und die Zunge kaum noch bewegen werden können, werden fälschlich als brav bezeichnet. Schade, dass man Blutergüsse bei Pferden kaum sieht, die meisten Pferdekörper wären wohl gezeichnet.

    Aufsicht führt dabei niemand, die Pferde sind den unwissenden Schülern hilflos ausgeliefert. Statt die Schüler bei der Vor- und Nachbereitung fachgerecht anzuleiten, findet der erste Sichtkontakt zum Reitlehrer meist erst in der Reitbahn statt. Hier wird dann gern das Strohhälmchen im Schweif moniert mit dem Hinweis auf irgendeine erniedrigende Strafe, die den Reiter im Wiederholungsfalle ereilen soll.
    Ein Blick auf die Ausrüstung des Pferdes bleibt aus. Zu fest gezurrte Sperrriemen oder zu weit vorne/hinten/schief sitzende Sättel, die dem Pferd den Rücken blutig reiben, sind kein Wort wert.

    Drückt das Pferd im Laufe der Reitstunde seinen Schmerz durch Weglaufen, Buckeln, Knirschen, Kopfschlagen, Verspanntheit, vemeindliche Faulheit etc. aus, wird es wenig respektvoll als „Arschlochpferd“ bezeichnet, das seinen Reiter „nur verarschen“ will und das ganz unpartnerschaftlich mit der Gerte eins auf den „Arsch“ braucht oder mit den Sporen (an unerfahrenen Reiterbeinen) halt mal „angestochen“ werden muss, damit es „läuft“. Woraufhin den Schülern Tür und Tor geöffnet wird, die Wut über die eigene Unfähigkeit und Überforderung (mangels guter Anleitung des Reitlehrers) jähzornig am wehrlosen Tier auszulassen.

    Insbesondere bei den Kindern stellte ich widerholt fest, dass pferdeverachtende Praktiken völlig unreflektiert übernommen werden. Den jungen Menschen mache ich dabei keinen Vorwurf, denn sie tun genau das, was sie sollen: sie nehmen sich die „erfahrenen“ Pferdeleute, sprich den Reitlehrer und andere Reiter zum Vorbild und verinnerlichen deren Einstellungen und Verhaltensweisen. Dass es die falschen sind, wissen sie nicht. Traurig finde ich, dass ich leider auch bei den erwachsenen, teils sehr gebildeten Reitschülern kaum einen Ansatz von kritischem Denken erkennen konnte.

    Bedauerlicherweise habe ich unter 9 FN-zertifizierten Reitschulen keine gefunden, die es besser gemacht hätte. Stattdessen habe ich eines der gepeinigten Pferde erstanden, nehme nun privaten Unterricht bei einem sorfältig ausgewähltem Lehrer und gebe mir alle Mühe, aus meinen früheren Fehlern zu lernen. Denn auch ich war eine dieser vertrauensseligen, unreflektierten Reitschülerinnen, die es nicht besser wusste. Mittlerweile älter, erfahrener, kritischer und reflektierter geworden, versuche ich nun, es anders zu machen. Dazu ist (Um-)Denken nötig und von Zeit zu Zeit auch das Finden unkonventioneller Lösungen, die vom Gewohnten abweichen. Das Pferd ist mir dabei der beste Lehrmeister. Es zeigt mir ganz unverfälscht meine Fehler auf und gibt mir immer wieder die Chance, mich zu korrigieren. Das Tier dankt es mir mit wiedergefundener Lebenslust, Lernwillen, Vertrauen, Freundlichkeit, Entspanntheit und Kooperation.


Schreibe einen neuen Kommentar