West-Nil-Virus: Zwei tote Pferde in Frankreich

Im Blut lässt sich das West-Nil-Virus nachweisen
Im Blut lässt sich das West-Nil-Virus nachweisen (© Julia Rau)

In den Sümpfen des südlichen Frankreichs fühlen sich nicht nur die berühmten Camargue Pferde wohl. Auch Mücken, die das berüchtigte West-Nil-Virus in sich tragen sind dort anzutreffen. Zwei Pferde mussten getötet werden, weitere stehen unter Beobachtung.

In der Camargue mussten, so berichtet die Webseite www.thehorse.com, zwei Pferde eingeschläfert werden. Eine dreijährige Stute litt unter hohem Fieber und neurologischen Problemen. Im selben Bestand wurde daraufhin nicht nur bei der Dreijährigen, die nicht mehr zu retten war, sondern auch bei zwei weiteren Pferden das Virus nachgewiesen. In einem nicht weit entfernten Stall fiel ein Lusitanohengst durch ataktische Ausfallserscheinungen auf. Auch er hatte Fieber und konnte nur noch euthanisiert werden. Tests im Umkreis der beiden Todesfälle ergaben, dass 20 Pferde aus 16 Ställen das Virus in sich trugen. Sie stehen jetzt unter Quarantäne.

Das West-Nil-Virus wird von Mücken übertragen, die es von infizierten Vögeln aufgenommen haben und es dann an die Säugetiere, die sie stechen weitergeben. Die Folgen sind fatal: Das Virus gelangt über das Blut schnell in Gehirn und Rückenmark, wo es Lähmungserscheinungen verursacht. Das Virus befällt nicht nur Tiere, sondern auch Menschen. In den USA ist es mittlerweile weit verbreitet und von Pferdehaltern gefürchtet. Ursprünglich, der Name verrät es, stammt es aus Afrika, wo es 1937 erstmals bei einer Patientin aus der West Nil-Region isoliert wurde. Wikipedia schreibt, dass allein in den USA im Jahr 2012 286 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Virus gestorben sind. In Südfrankreich und Nordafrika kommt es immer wieder zu Todesfällen unter Pferden, in Deutschland hat es bislang noch keine größeren Ausbrüche gegeben. Aber Rumänien und Ungarn haben schon hunderte erkrankte Menschen und Pferde aufzuweisen. In den vergangenen Jahren wurde die Politiker sensibler für das Thema. Es wurde eine Webseite eingerichtet, in der die Fälle, in denen Menschen betroffen sind, dokumentiert und regelmäßig auf dem laufenden Stand gehalten werden. Auch das Paul Ehrlich-Institut, das Bundes­institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel,  informiert ausführlich auf seiner Internetseite www.pei.de.