Mechelen: Roger-Yves Bost holt den Weltcup-Sieg, Wulschner Dritter

Juming Mechelen 2016

Roger-Yves Bost und Sydney Une Prince, Sieger im Weltcup-Springen von Mechelen 2016. (© FEI/Caremans)

Wenn Roger-Yves Bost im Stechen dabei ist, muss die Konkurrenz sich die schnellen Schuhe anziehen. Der schnelle Franzose mit dem eigenwilligen Stil verschenkt normalerweise keine hundertstel Sekunde. So auch heute bei der Weltcup-Qualifikation in Mechelen.

Im Sattel der zehnjährigen Baloubet du Rouet-Tochter Sydney Une Prince, die ihn in Rio de Janeiro auch schon zum Mannschaftsolympiasieger gemacht hatte, lieferte Bost als letzter Reiter im Stechen eine Runde, die die Zuschauer von den Sitzen riss. Bis dato hatte der 21-jährige Lokalmatador Jos Verlooy das Feld angeführt. Aber der 30 Jahre ältere „Bosty“ nahm ihm noch einmal fast eine ganze Sekunde ab. Bei 38,86 Sekunden stoppte die Uhr. Jos Verlooy und sein elfjähriger Casall-Sohn Caracas kamen nach 39,71 Sekunden ins Ziel. „Ich habe es wirklich versucht, aber ich habe nicht gedacht, dass ich hätte schneller sein können“, meinte er hinterher.

Roger-Yves Bost erklärte, dass seine Stute nach Rio noch beim Nationenpreisfinale in Barcelona am Start war und dann erst einmal Pause hatte, ehe er sie zur Hallensaison wieder mitnahm. Sein Reitgefühl heute beschreibt er so: „Sydney ist sehr schnell. Ich bin nicht maximales Risiko gegangen, aber an den letzten beiden Hindernissen habe ich ein bisschen mehr versucht.“ Und geschafft. Das war der Moment als es das Mechelener Publikum nicht mehr auf den Sitzen hielt. Der Publikumsliebling, der stets ein freundliches Wort für Jedermann hat, erhielt Applaus als ritte er für Belgien. Sein erklärtes Ziel ist das Weltcupfinale in Omaha. Um dort hin zu kommen, fehlen ihm nun noch zehn Punkte. Daher wird er auch bei den noch ausstehenden vier Weltcup-Qualifikationen (Leipzig/22. Januar, Zürich/29. Januar, Bordeaux/4. Februar und Göteborg/26. Februar) an den Start gehen.

Das Wochenende des Holger Wulschner

Gestern der Sieg im Großen Preis und heute Rang drei im Weltcup-Qualifikationsspringen – für den Mecklenburger Holger Wulschner hatte die Reise nach Mechelen sich mehr als gelohnt. Saß er gestern noch auf dem Holsteiner Cavity, durfte heute der Hannoveraner Stolzenberg-Sohn Skipper ran. Die beiden hatten gleich zu Beginn des zwölfköpfigen Stechens mit fehlerfreien 40,08 Sekunden eine starke Zeit vorgelegt, die am Ende für Platz drei reichte.

Lob fand Holger Wulschner nicht nur für seine Pferde, sondern vor allem auch für Parcourschef Lucien Somers: „Der Parcourschef hat einen super Job gemacht. In jedem großen Springen diese Woche hatten wir zwölf Paare im Stechen, so dass jeder im Stechen im Geld war.“ Außerdem befand er: „Dieses Turnier hat ein tolles Publikum!“

Pechvögel des Tages

Allerdings lief es heute für einige Teilnehmer gar nicht nach Wunsch. Vorjahressieger Christian Ahlmann beispielsweise hatte heute Aragon Z gesattelt, der aber schon im Normalparcours auf Konfrontationskurs war, so dass die Reise der beiden vorzeitig zu Ende war.

Der aktuell Führende der Weltcup-Gesamtwertung, Kevin Staut, und seine zehnjährige Stute Ayade de Septon hatten es zwar ins Stechen geschafft. Doch hier trennten sich ihre Wege ungewollt, so dass auch Staut ausschie. Aber weil er es ja ins Stechen geschaffte hatte, gab es immerhin noch eine Schleife und das Geld für den zwölften Platz.

Die weiteren Deutschen

Insgesamt waren fünf deutsche Paare am Start gewesen. Neben Wulschner und Ahlmann auch noch Daniel Deußer auf First Class van Eeckelghem, Guido Klatte Jun. mit Qinghai und Philipp Weishaupt im Sattel von Lord Chambertin. Sie hatten alle einen Abwurf, bei Weishaupt kam außerdem ein Zeitfehler hinzu.

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