Holger Heigel: Ereignisse in Rio haben mit Weggang von Bartle nichts zu tun

Holger Heigel (rechts) mit Bundestrainer Hans Melzer (© Julia Rau)

Holger Heigel, Vorsitzender des Vielseitigkeitsausschusses beim Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR), äußerte sich im Interview mit der Landeszeitung Lüneburg zu dem Reiter- und Pferdewechsel in der Olympiamannschaft von Rio und zum Wechsel von Chris Bartle in seine britische Heimat.

Holger Heigel erklärt in besagtem Interview zunächst, dass eine wesentliche Aufgabe des Ausschusses die Nominierung der Championatsreiter in „engem Zusammenwirken mit den Bundestrainern“. Der Ausschuss hatte bekanntlich zunächst die Badminton-Zweiten Andreas Ostholt und So is et für die Olympiamannschaft vorgesehen. Die wurden dann vor Ort in Rio gegen die Championatsdebütanten Julia Krajewski und Samourai du Thot ausgetauscht. Das hat im Ausschuss Vielseitigkeit für „Irritation“ gesorgt, gibt Holger Heigel nun im Interview zu.

Keine Absprache

Heigel sagt im Interview: „Dieser Austausch wurde vor Ort kurz nach Ankunft in Rio aus Gründen der ,Risikominimierung‘ unter Verantwortung der Teamleitung und des Equipechefs unter dem Hinweis beschlossen, dass niemand davon informiert werden dürfe. Das hat uns sehr irritiert.“

Zumal Dr. Annette Wyrwoll als Aktivensprecherin im Ausschuss vor Ort gewesen sei, jedoch nicht ins Vertrauen gezogen wurde. Heigel betonte, es sei Recht und Pflicht der Teamleitung, einen Austausch vorzunehmen, wenn sich ein Pferd nach der Nominierung vor Ort als nicht fit erweist. Aber Andreas Ostholts So is et sei bei der letzten tierärztlichen Untersuchung vor Abflug für „fit to compete“ erklärt worden und habe auch die erste Verfassungsprüfung vor Ort in Rio problemlos bestanden gehabt.

Holger Heigel: „Mithin gab es keinen Grund, sich ohne gemeinsame Absprache gegen den Nominierungsbeschluss des Ausschusses zu stellen.“ Zumal man nun das Risiko eingegangen sei, auf „ein erfahrenes Teampaar“ zu verzichten.

Bartles Entscheidung unabhängig von Rio

Gleichwohl sieht Holger Heigel keinen Zusammenhang zwischen den Ereignissen bei Olympia und dem Weggang von Chris Bartle. Heigel kenne „den Entscheidungsprozess“, der schon einige Jahre zuvor begonnen habe. Heigel zufolge war er selbst nach den Olympischen Spielen in London 2012 „maßgeblich daran beteiligt, ihn (Bartle) weitere vier Jahre als Trainer für uns zu halten“.