Streitthema Juli
Prüfungsroutine oder Turnierstress?
Manche starten jedes Wochenende auf Turnieren, andere nur einmal im Monat. Die Argumente sind vielfältig.
Wer jedes Wochenende unterwegs ist, hat vielleicht ein Pferd, das Wettkampferfahrung sammeln muss. Wer lieber nur einmal im Monat startet, meint vielleicht, sein Pferd würde die Lust verlieren. Wie und warum setzen Sie Ihr Pferd ein? Und wie viele Prüfungen reiten Sie?
Wir sind gespannt, auf Ihre Saisonplanung! Schreiben Sie uns Ihre Meinungen und Erfahrungen! Eine Auswahl Ihrer e-mails wird auch in der kommenden Ausgabe des
ST.GEORG zu lesen sein. Die e-mail Adressen werden nicht veröffentlicht. Wir freuen uns auf lebendige Debatten!
Wir wollen Ihre Meinung wissen – jetzt! Sofort!
22.07.2010
Kommentar von Rebecca
Ich gehe inzwischen mit meiner Stute jedes 2-3 Wochenende aufs Turnier (Dressur A+L; Springen A)und im Herbst auch auf Jagd. Wir haben langsam auf Übungstunieren angefangen (ca 4 pro Jahr) und inzwischen sind wir ein eingespieltes Team!
Klar, ist es für ein Pferd immer Streß aus der gewonnten Umgebung \"rausgerissen\" zu werden und meist ohne Herdenkollegen irgendwo in der Fremde zu sein! Aber man muss dem Pferd die nötige Sicherheit und Routine geben, damit häufige Starts möglich sind!
Mein Pferd kommt jeden Tag auf die Weide und wird zusätlich 1-2x pro Tag bewegt! Am Tag vor einem Start geht es noch gemütlich ins Gelände und wenn wir nach Hause kommen, darf sie erstmal noch auf die Koppel, auch wenn am nächsten Tag nochmal gefahren wird! Ansonsten ist am nächsten Tag leichte Dressurarbeit bzw. Longe angesagt und das Wichtigste: Zeit haben und Zeit lassen, schon bei der Vorbereitung daheim!
Habe inzwischen den Eindruck dass sie die Turnieratmosphäre zum Teil geniesst (vor allem die Siegerrunden), obwohl sie früher ein reines Nevenbündel war und als reine \"Bestie\" zur Kurrektur zu uns in den Stall kam! Aber mit viel Gedult und Einfühlungsvermögen und vorallem den Spaß an der Sache für Pferd und Reiter bekommt man die nötige Routine und das Vertrauen vom Pferd hin, damit man auch viele Starts pro Saison reiten kann!
21.07.2010
Kommentar von Claudia
Ich reite ca. 5-6 Turniere im Jahr, also während der Saison etwa eins pro Monat.
Die Kinder, die jedes Wochenende am Turnier unterwegs sind benutzen ihr Pferd oft nur als Sportgerät, das ausgewechselt werden muss, wenn es nicht mehr funktioniert oder werden einfach von den Eltern dorthin getrimmt!
Ich finde jeder sollte so viel mit seinem Pferd machen, sodass beide Spaß an der Sache haben, aber auch andere Sachen, die während der stressigen Turnierzeit zu kurz kommen, machen kann.
19.07.2010
Kommentar von Katja
Ich fahre in der Regel 2 mal im Monat aufs Turnier! Wenn ich eine länger Turnierpause vor mir habe reite ich auch mal 3 aber so gut wie nie 4. Ich finde man sollte den Pferden nicht zu viel Stress machen! Es kann so schon ein enormer Stress für die Tiere werden, nicht das ich etwas gegen Turnier habe. Aber ich finde man sollte es nicht übertreiben!
08.07.2010
Kommentar von Almut
Ich denke auch, dass das sehr individuell von der Reiter/Pferd-Kombination, der Disziplin und den Klassen, in denen gestartet wird, abhängt.
Ein routinierter Reiter braucht nicht mehr auf's Turnier zu fahren, um selber routinierter zu werden. Er kann seine Leistung recht gut auf den Punkt abrufen. Ein routiniertes Pferd genauso. Da macht es Sinn, nur 1-2x pro Monat auf ausgewählte Prüfungen zu fahren, bei denen man die gewünschten Bedingungen vorfindet und gute Erfolgschancen hat.
Ein noch (turnier)unroutinierter Reiter hingegen braucht viele Starts ohne zu große Abstände dazwischen, um die für den konstanten Erfolg nötige Erfahrung zu sammeln. Und auch dort der eine mehr, der andere weniger. Genauso ist es mit dem unroutinierten Pferd.
Ist man also selber unroutiniert und hat noch dazu ein unroutiniertes Pferd, macht es durchaus Sinn, fast jedes Wochenende loszufahren. Zumal man sich in diesem Fall ja in der Regel bzgl. der Klassen ja im unteren Bereich bewegen wird, wo die Anforderungen auch entsprechend niedriger sind. Sofern Pferd und Reiter auf Dauer mit diesem Stress - denn viele Starts sind auf jeden Fall Stress - gut klarkommen. Ansonsten legt man halt zwischendurch malwieder eine kleine Turnierpause ein.
Dazu kommt, dass man, wenn man wie ich z.B. Vielseitigkeit reitet, die notwendige Routine zudem ja nicht nur in einer einzigen Disziplin, sondern in drei verschiedenen Disziplinen sammeln muss.
Meine Stute und ich sind in unserer gemeinsamen 3. Saison beide noch relativ unroutiniert. Und wir werden beide im Laufe jeder Saison mit jedem Start in der jeweiligen Disziplin deutlich gelassener und einfach besser. So dass jedes Turnier auch ein Bisschen weniger Stress bedeutet, als das zuvor. Daher fahre ich wirklich 3-4 Wochenenden im Monat los, so lange ich das Gefühl habe, mein Pferd macht gerne mit und ich bin dem auch vom Zeit-, Kosten- und Nervenaufwand gewachsen. Jeder Start, vor allem im Gelände und im Springen, ist für uns beide im Moment einfach ein wichtiger Teil der Ausbildung. Und damit der Weg, weiterzukommen.
Ich denke, auf diese Weise können wir mit den von Saison zu Saison durch Starts in höheren Klassen wachsenden Anforderungen die Häufigkeit der Turniere auch immer weiter reduzieren. Um irgendwann bei oben zuerst genannten Fall anzukommen und nur noch z.B. ca. 1 Vielseitigkeit pro Monat zu starten. Das ist dann zwar seltener, aber halt auch intensiver von der Belastung her.
07.07.2010
Kommentar von Maren Jonasdofsky
Ich fände es sinnvoll, wenn es eine Regelung in der LPO gäbe, die die Anzahl der Starts pro Jahr insbesondere für junge Pferde reglementiert. Wer seinen Youngster an Turnieratmosphäre gewöhnen will, kann das auch als Beiladepferd ohne Prüfungsstress tun.
Eine Beschränkung auf vier Prüfungen pro Pferd und Turnierwochenende/zwei pro Turniertag wäre für manche Schleifenjäger zwar eine Katastrophe, würde aber nicht nur die Teilnehmerfelder gerade in den unteren Klassen deutlich entzerren sondern wäre sicherlich auch im Sinne der Pferde. Gerade ältere Turnier- bzw sogenannte Verlaßpferde (Selbstläufer) werden mit Anfängern oft das ganze Wochenende von einer Prüfung zu anderen weitergereicht.
Das Mindestalter für Turnierstarts gehört aus Gründen pferdegerechter und sorgfältiger Ausbildung ebenfalls generell um ein Jahr angehoben. Pferde, die dreijährig die ersten Materialprüfungen gehen, werden allzuoft bereits zweieinhalbjährig im Winter angeritten - eine absolute Unsitte, die grundsätzlich mit "Vermarktungsproblemen" gerechtfertigt wird.
06.07.2010
Kommentar von Anna
Ich bin der Meinung,dass man das Pferd im Vordergund sehen sollte. Dosierte Turniereinsätze sind oftmals sinnvoller als die ständige Turnierjuckerei. Ist ein Pferd gut, dann kann es, vorausgestzt sein Kopf ist auch frei, relativ selten auf Turnieren seine Leistung erfolgreich unter Beweis stellen. Dadurch kann der =>Turnierstress - des Pferdes vermieden werden und das Pferd in Ruhe zu hause auf größere Aufgaben vorbereitet werden.
03.07.2010
Kommentar von Cordula
DIe Frage ist doch nicht nur, wie oft man geht sondern auch was und warum. Neben persönlichen Trainingszielen, Zeit, verschiedene Ausbildungsstufen etc.pp gibt es aber auch Reiter, die einfach nur auf der Jagd nach Schleifen sind - und die sich nicht scheuen, schlichtweg alles zu nennen was in ein Wochenende passt und ihre LK hergibt.
23.06.2010
Kommentar von Sarah
Wie oft mein Pferd aufs Turnier geht hängt zuallererst von MIR ab finde ich! ;-) Wenn man alle Zeit der Welt hat und ein Pferd, dem es nichts ausmachte jedes WE zu fahren, dann kann man das ja gerne machen, ich finde allerdings um jeden Preis so oft es geht zum Turnier zu fahren und darüber andere, wichtige Sachen am WE zu \"vergessen\" auch eher fraglich. Die gesunde Mischung in Abhängigkeit zu den Lebensumständen, Ambitionen und dem Charakter des Pferdes machen es aus.
Ich fahre übrigens einmal im Monat etwa, das lässt sich mit meinem anderen Leben recht gut vereinen und auch fürs Pferd ists so ok. Hätte persönlich auch nach mehreren Wochen hintereinander keine Lust mehr - wie das Pferd das sieht, kann ich nicht beurteilen.
22.06.2010
Kommentar von Eva
Ich stimme den anderen zu, dass es aufs Pferd ankommt, wie oft man ein Turnier nennen soll. Wichtig finde ich auf jeden Fall die Abwechslung fürs Pferd, egal wie oft ein Turnier besucht wird. Das heißt, nicht nur immer Platzreiterei und Box, sondern Weide, Gelände, Longieren, Springgymnastik usw. Ausgeglichene Pferde kommen somit mit dem Stress auf Turniere besser klar.
21.06.2010
Kommentar von Valentin
Wie oft man startet hängt von Pferd und von den Verhältnissen ab. Ist das Pferd in einer guten Verfassung Kann man ohne Probleme 1-2 Prüfungen am Wochenende reiten. Außerdem kommt es auf die Kondition des Pferdes und des Reiters an. Wenn es, wie Bei uns In Bayern 2 Monate regnet, kann man nur bestimmte Prüfungen reiten (Bodenverhältnisse). Des weiteren sollte man nicht nur wegen einer Platzierung oder einer Schleife Halsüberkopf losfahren obwohl der evtl Boden so schlecht ist dass man , besonders bei jungen Pferden, mehr kaputt macht als z.B. eine Schleife Wert ist.
18.06.2010
Kommentar von ruth
wie oft liegt zunächst am Pferd, dessen Ausbildungs-stand, Kondition und Nervenkostüm. An der jeweiligen Entfernung, den gegebenen Platzverhältnissen und guten Abreitemöglich-keiten, und es müssen schon zwei Prüfungen/Tag zu reiten möglich sein. Dann das Wichtigste: nicht dabei sein ist alles - ich muss trainingsmässig zu hause sicher sein, dass ich eine reele Chance auf eine Schleife habe. Dann ergibt sich von alleine, wie oft man fahren sollte.
18.06.2010
Kommentar von Laura
Wie oft man aufs Turnier geht, ist allein vom Pferd abhängig. Warum sollte eine nervenstarkes Pferd nicht ruhig auch etwas öfter aufs Turnier, wenn er den benötigten Ausgleich bekommt ? Ein nerviges und nervöses Pferd sollte jedoch geschont werden und nur selten auf ein Turnier.
17.06.2010
Kommentar von Martina
Ich selber starte auf Distanzen und das ruhig schon 2 x/Monat auf langer Strecke, auch Mehrtagesritte. Es gibt dort aber kaum/gar kein Stress, man muss nicht auf Tempo reiten. Vorteil: Aufbewahrung der Pferde im großen Graspaddock.
Turniere mit einem jungen Pferd würde ich in großen Abständen (5 - 6 Wochen) machen, weil vor allem die Hängersteherei (aber auch -fahrt) bei 3 Prüfungen/Tag superstressig ist. Die Pferde können überhaupt nicht den Kopf senken und sich bewegen. Das Abreitegetümmel im E/A-Bereich wird den Adrenalinspiegel auch nicht senken, erst recht, wenn der Reiter ein Nervenbündel ist. Ich würde einem Turnierpferd nach so einem Wochenende mind. 3 - 4 komplette Weidetage gönnen.