Blog 2 CHIO Aachen 2017: Zahme Gespräche mit Rolex und eine Enttäuschung in der Verfassung in der Vielseitigkeit

CHIO Aachen 2017

Einhellige Ansichten unter den Rolex-Testimonials beim Round Table (© Rolex)

Zahme Gespräche mit Rolex, Männeranteil unter den Zuschauern des CHIO Aachens und eine rote Karte in der Verfassung bei den Vielseitigkeitsreitern.

Luxusuhrenhersteller Rolex bat heute ausgewählte Journalisten zum Round Table-Gespräch in den ersten Stock des VIP-Palastes. Es handelte sich nicht wirklich um einen Runden Tisch, auf der einen Seite saßen die Rolex-Erfolgsreiter Eric Lamaze (CAN), Sieger im Preis von Europa 2016 und 2017, der Weltranglistenerste Kent Farrington (USA) und der Brite Scott Brash, der einzige Reiter, dem es bisher gelungen ist, alle drei Rolex-Prüfungen in Genf, Aachen und Calgary nacheinander zu gewinnen.

Rolex

Scott Brash (GBR), Kent Farrington (USA) und Eric Lamaze (CAN) beim Round Table mit Rolex. (© Rolex)

An allen drei Handgelenken prangten wie zufällig Prachtexemplare der Marke des Hauses. Alle bestätigten brav, dass Aachen das Größte sei und der Grand Slam das Allergrößte. Seit diesem Jahr noch größer: Außer Genf (SUI) im Dezember, Aachen im Juli und Calgary (CAN) im September gehört als Nummer vier jetzt auch das März-Hallenturnier in ‘s-Hertogenbosch (NED) in den illustren Reigen. Wer drei Grand Slam-Turniere hintereinander gewinnt, erhält eine Million Euro, sollte es einem Reiter gelingen, tatsächlich viermal zu siegen, gibt es noch eine Million dazu. Das ist dann so wahrscheinlich wie ein Lottogewinn. Die Aussichten für den Großen Preis von Aachen am Sonntag schätzen alle drei Reiter für sich optimistisch ein, vor allem weil sie in Calgary bei einem (nicht dem großen) internationalen Turnier schon mal auf Rasen üben konnten. „Wenn ein Pferd in Calgary gut geht, ist es auch fit für Aachen“, war die einhellige Ansicht.Rasen und Sand, das ist ja auch immer die Frage beim Tennis. Scott Brash war in diesem Jahr zum ersten Mal beim britischen Tennismekka in Wimbledon (GBR) zu Gast und tief beeindruckt, was da auf dem Platz geleistet wurde. „Die Arena ist viel kleiner als ich dachte“, sagte er. Diskret waren wir vor dem Treffen gebeten worden, keine Fragen zu Scott Brashs Disqualifikation in Chantilly (FRA) (wegen aufgestochener Haut bei seinem Pferd Hello Forever) zu stellen, weil er dazu keinen Kommentar abgebe. Hätten wir doch sowieso nicht, so taktvoll wie wir sind, im übrigen ist dazu ja auch alles gesagt (Siehe Moment mal vom 11. Juli).

Doch mehr männliche Besucher?

Von einer „Dunkelziffer“ bei Männern berichteten heute die Aachener Nachrichten. Eine Umfrage unter 1800 Turnierbesuchern im vergangenen Jahr, bereits die achte, hatte unter den Besuchern einen deutlichen Frauenüberschuss von 78 Prozent ergeben. Das wundert niemanden, der schon mal einen Blick in eine deutsche Reitschule geworfen hat. Allerdings waren vielleicht doch mehr Männer beim CHIO als auf den ersten Blick erkennbar, denn meist griffen die Frauen zum Fragebogen und füllten ihn aus, während die Herren der Schöpfung ihnen interessiert über die Schulter schauten. Ist ja auch in Ordnung. Mit gefühlt 40 LKW und ebenso vielen Containern ist in einem großen abgesperrten Areal das Fernsehen vor Ort. Die Drohne, die das Geschehen von oben wiedergibt, ist seit dem ersten Turniertag im Einsatz. „Das machen wir sonst nur bei Fußball-Länderspielen“, sagte ARD-Kommentator Carsten Sostmeier. Ist doch eine gute Nachricht, dass unsere TV-Gebühren endlich mal für was Vernünftiges ausgegeben werden.

Fast alle in bester Verfassung

Jaques Toffi

Andreas Ostholt und Corvette, hier beim CIC3* in Luhmühlen 2017. (© Jaques Toffi)

Heute Nachmittag mussten die Buschpferde zur Verfassung, fast alle waren fit und in bester Form. Die Rote Karte gab es nur für Corvette von Andreas Ostholt, die Stute lahmte – auch für versierte Laien erkennbar. Das war auch nach dem Besuch der Holding Box nicht besser. Damit ist er aus dem EM-Team raus. Schwacher Trost für Ostholt: Sein zweites Pferd Pennsylvania passierte anstandslos. Das Team für die EM in Strzegom (POL) steht mehr oder weniger fest. Sechs dürfen fahren: Michi Jung mit Rocana (in Aachen reitet er Sam), Ingrid Klimke mit Hale Bob, Bettina Hoy mit Seigneur Medicott und Julia Krajewski mit Samourai du Thot. Die beiden letzteren erhielten vom Bundestrainer Hans Melzer für Aachen Dispens, weil sie anderswo ihre Fitness beweisen wollen. Nicht mehr auf der Liste steht leider Andreas Dibowski. Beide Pferde, die für die EM gesetzt waren, sind laut Hans Melzer nicht einsatzfähig. Er stand mit It’s Me xx und mit Butt’s Avedon auf der Longlist. Um die verbleibenden zwei Plätze kämpfen morgen und übermorgen drei Reiter, Josefa Sommer mit Hamilton, Leonie Kuhlmann mit Cascora und Kai Rüder mit Colani Sunrise.


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