Blog 3 aus Tryon: Schampus am Krankenbett, Geländebesichtigung und Meeting mit Flo

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Okay, der allererste Weg nach der Siegerehrung führte die neue Weltmeisterin Isabell Werth zu Bella Rose zwecks Ehrenrunde. Aber danach ging es direkt ins Krankenhaus zu Mäzenin/Freundin Madeleine Winter-Schulze. (© Pauline von Hardenberg)

Warum Madeleine Winter-Schulze auf beste Versorgung nach ihrem Unfall zählen konnte, wie das Gelände aussieht und weshalb man immer eine Zahnbürste in der Tasche haben sollte.

Eine fehlte gestern bei der Siegesfeier der deutschen Dressurreiter, Isabells Mäzenin Madeleine Winter-Schulze, die auf der Stallgasse gestürzt war und ins Krankenhaus gebracht werden musste (SG-online berichtete).

Mannschaftsarzt Dr. Manfred „Manne“ Giensch fuhr sie in die Klinik, dort wurde ein Oberschenkelhalsbruch festgestellt. Heute wurde sie operiert, muss noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben. Dass die medizinische Versorgung so zügig ablief, lag auch daran dass, Manne Giensch schon beim Testevent im Frühjahr ein Krankenhaus ausfindig gemacht hat, wohin er im Falle eines Falles seine Schützlinge bringen kann. Da konnte er gleich zu den Ärzten sagen, „Hallo, wir kennen uns doch.“ Da hat mal einer seinen Job gemacht.

Gleich nach der Pressekonferenz vom Grand Prix Special eilt Isabell Werth ins Krankenhaus, um mit einem kleinen Schampus auf Bella Roses zweiten Sieg anzustoßen.

Neues von der Baustelle

Nicht wirklich effektiv arbeitet die vorher groß angekündigte Security. Nicht, dass wir uns danach sehnen, jeden Tag von oben bis unten gefilzt und gescannt zu werden, aber ein bisschen könnte man schon dafür sorgen, dass nicht jeder vor dem Pressezentrum herumrennt, uns die Sicht versperrt und ziemlich unkontrolliert hereinkommen kann. Hier stehen und liegen Computer und Kameras herum im Wert von ein paar hunderttausend Dollar. Sie werden im übrigen permanent eingestaubt, weil die Bauarbeiten immer weiter gehen, gerade da, wo die Fotografen sitzen. Unsere Fotografin Pauline hat schon die Flucht ergriffen und sich zu uns gesetzt.

Geländebesichtigung mit TD

Komme gerade aus dem Gelände zurück, wo Martin Plewa mich netterweise in seinem Mini-Jeep zu einer Rundfahrt über den Kurs mitgenommen hat. Dann brauche ich morgen nicht alles abzulaufen, thank you so much, bei der Hitze kein Vergnügen für Leute, deren Konfirmation schon länger zurück liegt.

Leider konnte ich keine Fotos machen, genauer gesagt überhaupt nicht auf meinem Handy rumfingern, weil ich alle Arme und Beine brauchte, um mich bei der Höllentour festzukrallen. Was so ein Buschreiter ist, auch ein ehemaliger, kennt eben keine Hindernisse, auch wenn er nicht im Sattel sitzt. Martin ist Technischer Delegierter und muss prüfen, ob das, was Kursdesigner Mark Phillips den Reitern den Reitern für morgen hingestellt hat, den Regeln entspricht.

Manches wurde geändert, hier eine Kurve weiter angelegt, um das ebenerdige Stück vor dem letzten langgezogenen Berg noch, etwas auszudehnen, dort einen Absprung verändert. Es gibt viel zu springen und auch einiges vorauszuplanen.

Am großen Wasser stehen 17 Hinderniselemente, mit fünf verschiedenen Möglichkeiten sie zu überwinden. Da sollte man das Denken lieber nicht den Pferden überlassen, da ist der Intellekt des Reiters gefragt!

Die Strecke ist wunderschön und phantasievoll gestaltet, kein Chichi, aber doch in Anlehnung an regionale Motive. Die Trasse, ein grasgrüner federnder Teppich, ist perfekt, wenn auch mit vielen kleinen Hügelchen rauf und runter.

Wenn er denn so bleibt, die Meteorologen prophezeien uns ja heftige Regengüsse ab morgen. In die Flussbetten im Vielseitigkeitsgelände würde noch einiges reinpassen, der großen Teich kann notfalls abgepumpt werden. Denn tiefer als 30 Zentimeter darf das Wasser an Ein- und Aussprung nicht sein.

Aus Florence wurde Flo

„Flo “ wie der inzwischen zum „Tropischen Sturm“ herunter gestufte Hurricane Florence fast liebevoll genannt wird, hält uns immer noch in Atem. Den Freiwilligen Helfern wurde geraten, morgen ein „Übernachtungskit“ mitzubringen für den Fall, dass sie nicht mehr nach Hause kommen, also Zahnbürste, Medikamente, Wasser und was zu Lesen. Guter Tipp, wir packen auch mal alles ein für eine lange Nacht im Tryon Equestrian Centre. Aber vielleicht wird alles nur halb so schlimm. Dafür drücken wir unseren Buschis jedenfalls die Daumen. Und uns auch.

 

 

 


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