Blog: Traversalen, Piaffen, Pirouetten

Ton de Ridder – hier bei einer Lehrdemonstration mit einer anderen Reiterin zu sehen – trainiert nun die spanischen Schwestern Morgan und Alexandra Barbancon.

Ton de Ridder – hier bei einer Lehrdemonstration mit einer anderen Reiterin zu sehen – trainiert nun die spanischen Schwestern Morgan und Alexandra Barbancon. (© Thomas Hartig)

Tag zwei des Dressurlehrgangs von Ton de Ridder in der neuen Halle auf der Olympia-Reitanlage München-Riem ist zu Ende. Und mit ihm ein Trainingsprogramm für Reiter und Zuschauer

Nach dem Frieren am ersten Tag in der neuen Reithalle bedeutend stärker eingepackt und vermummelt verbrachte ich den zweiten Tag des Dressurlehrgangs des niederländischen Ausbilders Ton de Ridder in München Riem. Denn trotz des fleißigen Mitreitens auf der Bank – beim Traversieren habe ich ständig mit das Gewicht verlagert und ich hoffe, dass mein engagiertes Gewackel mit dem Oberköper, wenn es in der Bahn ans Zulegen ging, zumindest dem Großteil meiner fachsimpelnden Sitznachbarn verborgen geblieben ist – wollte es mir einfach nicht so recht warm werden. Dabei war ich in meinem ganzen Reiterleben noch nie so viele Traversalen, Pirouetten und Piaffen geritten!

Ton de Ridder begrüßte teilweise neue Gesichter im Viereck, hauptsächlich fanden sich aber die Reiter des Vortags wieder ein. Sie vertieften die neuen Denkansätze, die de Ridder ihnen am Vortag mitgegeben hatte, und setzten Tipps – wie beispielsweise andere Gebisse bei dem Pferd auszuprobieren und dicke Lammfellpads wegzulassen – um, was dem Ausbilder gleich positiv auffiel.

Gerade das Programm am Nachmittag, das der Ausbilder wie am Vortag kommentierte und während dem er dem Publikum Rede und Antwort stand, war heute sehr gut aufgebaut. Als erstes in der Bahn war eine sechsjährige Stute unter dem bayerischen Ausbilder Ralph Kornprobst, das Alter und auch der Ausbildungsstand wurden bei den folgenden Pferd-Reiter-Paarung immer mehr gesteigert, den Abschluss machte ein elfjähriger Wallach unter Rudi Widmann, mit dem er sich im internationalen Sport einen Namen machen möchte.

Viele neue Denk- und Trainingsansätze schwirren immer noch in meinem Kopf herum, während ich hier am Münchner Flughafen auf meine Maschine nach Hamburg warte – viele Ideen und Tricks, die die Reiter nun in ihren Heimatställen weiter verfeinern und umsetzen werden, die anstehende Turniersaison fest im Blick. Und ich? Ich hoffe, dass meine ganz eigenen Trainingseinheiten auf der Bank wenigstens morgen für einen kleinen Muskelkater sorgen.