Letzter Blog aus Caen

Es geht nach Hause! Noch heute Abend! Das Einzelspringen war toller Sport udn versöhnte mit vielem. Großen Dank unseren Klickern, die uns im Netzt verfolgt haben!!

Letzter Blog aus der Normanie

Springfinale, leider ohne Deutsche – heute tobte der Bär im Stadion Michel dOrnano. Die lauteste Zuschauermenge  ever, die Franzosen trampeln und schreien, sobald ihr Patrice Delaveau einreitet. Die Stimmung hier im Stadion war mit das Beste an den Spielen und die Kurse von Fréderic Cottier. Er hat vier Weltklassereiter ins Finale gekriegt und so schöne Hindernisse kreiieren lassen, die man nicht vergisst, etwa die Hand mit den drei Pinseln und der Farbpalette.

Während meine kanadische Kollegin Jenny hinter mir per Skype ihr schreiendes Kleinkind in Toronto mit einem Blick auf die hübschen TV-Wagen unten im Hof zu besänftigen versucht,  bringe ich den letzten Blog zu Papier bzw. in den Computer und sage allen Blog-Lesern schon mal Tschüss. Das ST. GEORG-Normandie-Team, SG-Chefredakteur Jan Tönjes, die Mitarbeiter Christine Meyer zu Hartum und ich, die Fotografen  Jaques Toffi, Pauline v. Hardenberg und Ludowiga v. Korff haben für zwei Wochen lang gerödelt, um alles zu berichten und aufs Bild zu bannen, was wir für wichtig halten. Belohnt wurden wir mit fast einer Million Klicks allein von den Weltreiterspielen. Danke!

Im Pressezentrum ist heute so was wie Ausverkauf: Auf unseren Tischen stapeln sich die Kaffeebecher,  Tüten mit Kaffee, Bonbonschachteln und USB-Sticks. Eine Alltech-Dame lud ein Paket Kugelschreiber ab: Sonst müssen wir den ganzen Sch… wieder mit nach Hause nehmen.

Als vorletztes holten die Fahrer noch eine Silbermedaille für das deutsche Team, auch dank des Marathonsieges von Christian Sandmann. Dummerweise war nach der Geländefahrt keine Nationalhymne zur Hand. Ein Fanclub aus dem Emsland konnte aushelfen und stimmte das Deutschlandlied an. Die Vorbereitungen für das Kegelfahren fingen im Stockdunkeln an.: anspannen, warmfahren longieren. Mit Hilfe von ein paar Lampen tappten die Fahrer dann durch den Kegelparcours zur Besichtigung.

Die abschließende Pressekonferenz geriet zu einer grandiosen Selbstbeweihräucherungsarie der Veranstalter. Auch wenn FEI-Präsidentin Prinzessin Haya tapfer auf Unzulänglichkeiten hinwies besonders für die Medien und die Zuschauer. Die irische Kollegin, die von sechsstündigen Wartezeiten im Bus auf dem Weg zum Cross in  Haras du Pin berichtete, musste erfahren, dass es sich um bedauerliche Einzelschicksale handelte.

Am Ende taten alle so, als habe es nie wirkliche Probleme gegeben oder nur solche, die dem Wetter zuzuschreiben waren. Wir können die Elemente nicht kontrollieren, obwohl wir daran arbeiten, versuchte die Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FN), Prinzessin Haya von Jordanien, zum Abschluss ihrer letzten Weltreiterspiele einen Scherz.

Ihr wahrscheinlicher Nachfolger, der bisherige FEI-Generalsekretär, der Belgier Ingmar de Vos, saß neben ihr und sagte kein Wort.  Die Organisatoren lobten vor allem die Tatsache, dass die Region Normandie sich den rund 500.000 Besuchern als touristisches Kleinod präsentieren konnte. Letzteres stimmt sogar, allerdings vergaß der Organisationschef zu erwähnen, zu welchem Preis: Um die Distanzreiter um den malerischen und fotogenen Mont St. Michel an der Atlantikküste herumzuführen, hatte man die Pferde über  halsbrecherische Stecken gejagt, nur ein Drittel kam ans Ziel. Das Modell, eine ganze Region in die Austragung der gesammelten Weltmeisterschaften mit seinen inzwischen acht Diziplinen einzubinden, ist für Haya die Zukunft des Pferdesports. Wir sind keine Pferdefamilie mehr, sondern eine Gemeinde, versuchte sie den neuen Gigantismus zu erklären. Und die wirdimmer größer: Jetzt klopft auch Horseball an die Tür der FEI. Brauchen  wir die wirklich?


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