Moment mal! Tiere, der Tod und die Gesellschaft

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Moment mal! Die Kolumne von St.GEORG Herausgeberin Gabriele Pochhammer (© Foto Bugtrup/Montage: www.st-georg.de)

Der Tod des Pferdes Axel Z bei der Vielseitigkeit in Luhmühlen war ein Schock. Und Axel war nicht das einzige Pferd, das an diesem Wochenende sein Leben ließ. St.GEORG Herausgeberin Gabriele Pochhammer hat sich Gedanken gemacht, wie das einzuordnen ist.

Wer schon mal ein Pferd verloren hat, sei es durch Kolik, einen Unfall oder einfach, weil es altersgeschwächt war, kennt den Schmerz. Es ist legitim, um ein Pferd zu trauern. Es ist nicht legitim, um ein Pferd zu trauern, als ob es ein Mensch wäre. Wir lehnen ja auch sonst die Vermenschlichung von Tieren, von Hunden, Katzen oder eben auch Pferden ab, weil man damit nie dem Tier wirklich gerecht wird. Jedes Jahr kommen Pferde im Straßenverkehr oder bei anderen Unfällen ums Leben. Genaue Zahlen gibt es nicht, aber fast jede Woche ist eine Meldung darüber in den Tageszeitungen.

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Weiterer Todesfall in Bolesworth

An demselben Wochenende, an dem Axel Z, der elfjährige Wallach der belgischen Reiterin Chloé Raty in Luhmühlen an Hindernis 18b so schwer stürzte, dass  er sich einen Wirbel brach und eingeschläfert werden musste, starb in einer Vielseitigkeit im britischen Bolesworth (Cheshire) das Pferd Sligo Luckyvalier bei einem Sturz. In Kronberg im Taunus brach ein  Pferd aus, fiel in einen Bach und verletzte sich so schwer, dass es getötet werden musste.

Von den Pferden, die in den Reitställen, auf den Weiden oder sonst wo sterben, erfährt man wenig. Der Tod in der von Fernsehen übertragenen Geländestrecke ist quasi öffentlich und wird breit kommentiert.

Aufruhr in den sozialen Medien

Die sozialen Medien laufen in solchen Fällen heiß und zu Wort melden sich am lautesten die, die Pferde am liebsten nur noch im Zoo sehen würden  und schon das Auflegen eines Sattels als tierschutzrelevant betrachten. Oft sind es diejenigen, die kein Problem haben, Fleisch und Eier zweifelhafter Herkunft zu verzehren, solange das Grillschnitzel nicht mehr als 2,50 Euro kostet. Dass solche Preise nur bei gnadenloser Massentierhaltung möglich sind, sollte sich herumgesprochen haben.

Oder diejenigen Heuchler, die glauben, dass die Rückkehr des Wolfes in unsere Landschaft Grund zu eitel Freude wäre, die jeden Isegrim wie einen lange vermissten Freund begrüßen. Inzwischen fallen ihm immer mehr Haustiere zum Opfer, auch Fohlen, vor allem aber Schafe.

Zur Erklärung: Der Wolf nimmt nicht eins von 20 Schafen und frisst es auf, er zerfleischt alle 20, reißt ihnen die Gedärme aus bis sie jämmerlich verenden. Sie haben offenbar keinen Anspruch auf das vom Grünen-Vorsitzenden Robert Harbeck zu leidenschaftlich propagierte „Tierwohl“.

Wie stehen wir zu Tieren?

Was das mit dem Tod von Axel in Luhmühlen zu tun hat? Einiges. Es zeigt das gespaltene und oft verlogene Verhältnis unserer Gesellschaft zu Tieren. Wie ist es sonst zu erklären, dass 300.000 Menschen den Hund Chico „retten“ wollen, der zwei Menschen getötet hat? Natürlich war auch Chico Opfer von falscher Haltung und Erziehung, aber er stellte eben auch eine Gefahr für die Menschen dar. Wo blieb der Aufschrei über die durch Giftgas ermordeten Kinder in Syrien?

Selbst der renommierte Sportinformationsdienst sid schreibt: „Vier Jahre nach dem tödlichen Sturz von Nachwuchsreiter Benjamin Winter hat es beim Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen ein erneutes Todesopfer gegeben.“ Was mag Familie Winter bei diesen Zeilen empfinden?

Notwendige Konsequenzen

Natürlich kann man nach Axels Tod nicht zur Tagesordnung übergehen. Immer wird auch Ursachenforschung betrieben werden müssen. Im Fall von Chloe Raty heißt das: Wurde alles getan, um solch einen Sturz zu verhindern?

Es war zwar für beide das erste Viersterne-CCI, aber Raty hatte sich ordnungsgemäß mit ihrem Pferd auf Dreisterne-Niveau qualifiziert. Das Pferd war noch frisch genug, kam unglücklich aus dem Wasseraussprung und demzufolge schlecht zum auf In-out stehenden Sprung – letztlich eine alltägliche Situation. Das Hindernis war von den anderen 17 Reitern bis dahin problemlos überwunden worden, danach wurde es aus dem Kurs genommen.

Die Reiterin trug Helm, Sicherheitsweste und einen Airbag, der sich auch öffnete. Sie hat wahnsinniges Glück gehabt, dass das Pferd sie beim Aufprall nicht verletzte.

In der Kritik steht das Sicherheitssystem MIM, das sich nicht öffnete, um die oberste Stange frei zu geben. Ob sich der Sturz und damit Axels Tod hätte verhindern lassen, wenn der Mechanismus sich geöffnet hätte, bleibt Spekulation.

„Das Risiko kann nur minimiert werden, eine Garantie gibt es nicht“, sagte Parcourschef Mike Etherington-Smith. Das gilt nicht nur für den Vielseitigkeitssport, sondern auch für die Autofahrt zum Supermarkt.

Bis zu seinem fatalen Sturz hat Axel das Leben der meisten Vielseitigkeitspferde geführt: viel Bewegung, beste Betreuung, sachgerechtes Training. Und das war gewiss mehr, als viele Pferde hierzulande genießen dürfen.


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  1. Alexandra Leibl

    Ich lese die Kommentare von Frau Pochhammer ja gerne und stimme ihr oft auch zu, aber dieser hier geht ja mal gar nicht.

    Jeder Mensch empfindet den Tod eines geliebten Menschen, aber auch eines geliebten Tiers, anders und geht damit anders um. Wie man um jemanden trauert, egal ob Mensch oder Tier, kann ja wohl jeder für sich allein entscheiden. Trauern ist schließlich immer ein Teil der Bewältigungsarbeit und was der Seele in diesem Moment gut tut, weiß man nur selbst. Darüber hat Frau Pochhammer sicherlich nicht zu bestimmen.

    Aber dann auch noch die wirklich berechtigte Kritik an den teils ausufernden Beschimpfungen gegen die Reiterin und den Vielseitigkeitssport allgemein in den sozialen Medien gleich noch mit Stimmungsmache gegen den Wolf und den schrecklichen Ereignissen in Syrien zu verbinden, ist doch sehr daneben. Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Diese „ungeschickten“ Vergleiche führen die eigentlich beabsichtigte Aussage des Artikels letztlich ad absurdum.

    Manchmal ist weniger mehr, liebe Frau Pochhammer…

  2. Amena Rauf-Vater

    Vielseitigkeitsreiten ist lediglich ein Sport- von Menschen für Menschen gemacht. Vor diesem Hintergrund sollte man sich doch fragen, ob dieser ursprünglich militärische Zeitvertreib nicht genauso überholt ist wie Distanzreiten oder Hindernisrennen auf dem geforderten Level. Diese Sportarten fordern zu viel tote Pferde- wäre das üblich beim Dressurreiten, würde ich nie wieder ein Dressurturnier besuchen. Ich war vor 25 Jahren einmal in Luhmühlen- das hat mir für den Rest meines Lebens gereicht!
    Hervorragende Reiterwie M. Jung brillieren auch in Springen und Dressur- sie bräuchten keine VS.
    Ich wüsste auch nicht, warum das Leben eines Pferdes weniger wert sein sollte als das eines Menschen- und dieses Messen mit zweierlei Maß finde ich heuchlerisch.
    Entweder dulden wir tote Pferde zur Volksbelustigung- oder nicht.

  3. Marie-Luise märz-sturm

    werte Frau Pochhammer

    Ihr Artikel ist ein einziger Vaux pas , billige Polemik versus Empathie für ein Lebewesen welches sich nicht ausgesucht hat im Jahrmarkt der Eitelkeiten sein Leben zu lassen.

    Die“ hervorragende Haltung “ braucht man denke ich nicht diskutieren Einzelhaft in Boxen ohne Sozialkontakte auf der Koppel ( weil sich ja das teure Sportgerät verletzen könnte im Umgang mit Artgenossen und freier Bewegung – und dies gilt für die Hochleistungssportler in allen Disziplinen) aber ja die tollen Reiter haben ja Sicherheitswesten, Helme und Airbags!

    Wölfe, Kampfhunde und Kinder in Syrien haben bitte was mit einem toten Pferd zu tun ?

    Ihre billige Wolfshetze hätten Sie sich ganz getrost sparen können – wie ich bereits schrieb billige Polemik , nicht mehr und nicht weniger – vielleicht einfach beim nächsten schreiben mal das Hirn einschalten und denken anfangen bevor man mit einem Artikel an die Öffentlichkeit geht und versucht Menschen mit Empathie zu diskreditieren

    • jens hofmann

      da kann ich mich Frau März Sturm nur anschliessen, werden wir nicht ständig von unseren Politikern in ähnlicher art und weise beschallt…..aber das hier ist nocheinmal mehr outstanding….zu unterstellen, das es dem Pferd bis zum Tod gut gegangen ist, waren sie liebe Frau pochhammer vor Ort??? oder ist diese billige Plattitüde einfach ins off gesetzt!!! warum wir das elend der Welt gegen den Tod eines Pferdes während einer sportlichen Veranstaltung aufwiegen sollen, um dann zum Ergebnis zu kommen, wie gut es doch wohl dem Pferd bis dorthin gegangen ist, ist schon wirklich unverschämt!!!! sind sie so verblendet…was den sport angeht …oder ist das wirklich ihre Meinung??? sollten wir nicht mal beim sport und seinen folgen bleiben…jedes Pferd und selbstverständlich jeder Reitern der im sport sein leben verliert ist einer zuviel….das es aber schockierend ist das eine sogenannte fachautorin den Tod eines Lebewesens auf ihre art und weise so abtut…ist schon frech!!!! wenn wir den wunderbaren sport des Reitens betrachten, so sollte es da gar keine toten Tiere geben und die muss es auch nicht geben, vielleicht stimmen veranstaltungsreglements nicht mehr..oder es müssen bessere Voraussetzungen geschaffen werden, damit solche dinge nicht zum Regelfall werden!!!! denn was ihre Meinung uns mitteilt, ist das was die „Scheichs“ bei distanzritten auch
      tun. wenn das eine Pferd zusammenbricht( hat ja bis jetzt ein gutes leben gehabt!!!) kommt das nächste….welches es bis zu seinem zusammenbruch auch sicherlich gut haben wird!!!! diese art des falsch verstandenen „horsemanship“ verachte ich zutiefst…bleiben sie bitte objektiv und sachlich mit dem nötigen touch von Empathie!!!

  4. Janie

    Wenn ich es richtig verstehe dürfen wir also erst um Pferde trauern, die überflüssigerweise durch menschlichen, sportlichen Ehrgeiz zu Tode kamen, wenn alle von Frau Pochhammer als wichtiger beurteilten Probleme gelöst sind?
    Mit welcher Formel rechne ich bitte Pädophilie in Deutschland gegen tote Kinder in Syrien auf, so dass ich am Ende weiss, welches Problem beklagenswerter ist? Schiere Menge? Oder kann ich sagen, dass die Kinder in D ja insgesamt ein besseres Leben haben und daher die syrischen Kinder zuerst zu retten sind?

    Die Todesfälle bei diesen Pferden wären absolut vermeidbar gewesen. Stichwort vermeidbares Tierleid!
    Ein Pferd ist und bleibt ein Lauf- und Fluchttier, kein Sportgerät, das das menschliche Streben nach „Höher, schneller, weiter“ befriedigen sollte.
    Ich bin Reiterin, war jahrzehntelang Turnierreiterin, und bin im Laufe der Jahre immer mehr zu der Erkenntnis gekommen dass es kein Verlust wäre, auf Wettkämpfe mit Pferden (Tieren allgemein) zu verzichten. Der Ehrgeiz steht allzu oft über dem Tierwohl.

  5. Janie

    … noch ergänzend: Ich bin übrigens auch Jägerin (Stichwort Ablehnung Massentierhaltung) und sicherlich mit einem grundsätzlich sehr gesunden und pragmatischen Verhältnis zu Tieren ausgestattet.
    Das Verständnis für das vom Tisch wischen der Kritik an diesen Todesfällen fehlt mir trotzdem. Oder gerade deshalb.

  6. Fan

    Hallo Frau Pochhammer,

    auch ich war vor 25 Jahren zum ersten Mal in Luhmühlen, und seitdem jedes Jahr wieder.

    Aber ihr Hinweis auf Habecks „Tierwohl“ habe ich nicht verstanden. Hat Habeck sich irgendwo zu Luhmühlen geäußert? Dann sollten Sie das journalistisch sauber zitieren, oder wollten Sie nur mal los werden, was Ihnen sonst so im Leben nicht passt.

    Oder ist es gar ein Angebot: Habeck läßt alle Wölfe abschiessen und Sie sorgen für die Abschaffung der Vielseitigkeitsreiterei

    Ich hoffe auf Antwort
    Ihr Fan

  7. Barb Ara

    Hm… erstmal vorsorglich alle abgewatscht und moralisch entwertet, die vielleicht eine andere Meinung dazu haben und am Ende das Ganze dann mit dem glücklichen Leben des Sportpferdes aufgewogen und für gut geheißen. Ich (vegan!) seh das so: Wenn ein Tier so durch für das Tier sinnlose Umstände wie das egobehaftete Messen unter Menschen umkommt, ist es nur natürlich (und nötig), wenn Menschen aufschreien. Dieses schlechte Gefühl, das man dann dabei hat, wenn man sich eingestehen muss, daß man sein eigenes Pferd letztendlich auch nur hat, um die EIGENEN Bedürfnisse zu erfüllen und mit ihm zusammen etwas zu sein, sind ein relativ kleiner Preis im Vergleich zu dem was auf der Rechnung des Pferdes steht, und das sollte dann eigentlich nicht noch bejammert werden. Und wie schlecht ist das eigene Gewissen, wenn man unzählige Nebenkriegsschauplätze eröffnet, um das alles vor sich selbst und dem Leser zu rechtfertigen? Es war tragisch und unnötig. Daran ist nichts zu rütteln. Wie so vieles im Leben. Ein guter Grund, sich schlecht zu fühlen. Und ein guter Motor für Veränderung, wenn er genutzt wird, anstatt das Geschehene zu bagatellisieren. Sinnlos sind Katastrophen und Unglücke erst, wenn man nichts für sich mitnimmt.

  8. B. Wennemer

    Dieser Kommentar ist so erschreckend daneben, so dass ich gar keine Lust mehr habe Kontra zu geben. Ganz dickes gefällt mir nicht ☹️

  9. M. Bach

    Auch ich bin unendlich traurig, wenn der Reitsport wieder einmal ein neues Opfer fordert – und lehne es ganz entschieden ab, über den Tod eines Lebewesens (egal, ob Mensch oder Tier) als „Kollateralschaden“ mit einem Achselzucken hinweg zu gehen. Wie sehr verroht diese Gesellschaft eigentlich noch?

    Den Reitsport als solchen lehne ich aber nicht prinzipiell ab und denke, dass meine Pferde unsere gemeinsamen Ausritte ins Gelände auch so sehr genossen haben, wie ich. Ich finde auch eine vielseitige, abwechslungsreiche Ausbildung für Reitpferde und Reiter vorteilhaft: von der Arbeit an der Hand, über die Cavaletti-Arbeit, Dressur und Springen, Ausritte, dazu Weide und Auslauf. Das ist nicht das Problem!

    Das Problem ist die Kapitalisierung des Sports, und nicht nur des Reitsports. Reiter und Pferde, genauso wie Fußballstars, sind nur noch eine Ware, wie alles andere auch. Es geht nicht mehr um den Sport um des Sportes willen. Er wird ausgebeutet im Sinne von „let`s make money“.

    Und die Sensationslust der Zuschauer soll befriedigt werden. Darum müssen die Hindernisse immer höher, breiter, schmaler und zahlreicher werden. Und das alles im Akkord bei immer kürzerer Zeitlimits. Bei 30 Hindernissen auf der Geländestrecke lässt die Konzentration nach: bei Mensch und Tier. Manche Reiter befinden sich im Gelände schon irgendwie im Geschwindigkeitsrausch.

    M.E. sind die Pferde und Reiter oft auch noch viel zu jung und unerfahren, um solche Aufgaben auf höchstem Niveau zu absolvieren. Sie werden überfordert und überfordern sich selbst, vom Ehrgeiz getrieben.

    Die jungen Reiter und Pferde werden regelrecht „verheizt“. Kein Pferd erhält mehr die Chance, noch drei Jahre lang „Fohlen“ sein zu dürfen, und psychisch und physisch zu reifen. Schon mit 2,5 Jahren heißt es in den Hengstkörungen: Freispringen! In welchem Alter, da mit dem Training begonnen wird, wage ich mir gar nicht auszudenken.

    Und nun kann man auch schon Embryonen auf Auktionen ersteigern. Und die Stuten im Leistungs-sport werden maximal ausgebeutet, denn zwischen zwei Saisons kann man auch noch schnell ein paar Embryonen aus ihnen „herausspülen“ und von Leihmüttern austragen lassen. Das macht dem Stutenorganismus nix: kurz mal tragend, und dann wieder rein ins Turniergeschäft. Das muss der Hormonhaushalt abkönnen. Und scheinbar alle finden das normal!

    Die jungen Pferde werden gnadenlos erfolgsorientiert durch die Ausbildungsskala gejagt, und hat man ein besonders begabtes Pferd, läuft es mit 8 oder spätestens 9 Jahren Grand-Prix. Und kurz darauf ist es sport-invalide, wie die legendäre „Bella Rose“, die ihre Reiterin aufgrund ihres Talents zu Tränen rührte, und von der man dann nie wieder etwas gehört hat. Traurig, wie viele Pferde (z.B. Totilas, Girasol, etc.) in der Versenkung verschwinden.

    Der Reitsport und die Pferdehaltung befinden sich auf einem selbstzerstörerischen Weg, und allein das berechtigt zu aller Trauer der Welt. Es lebe die Empathiefähigkeit, die uns zu Menschen macht!

  10. Sabine

    Ich möchte mich dem Kommentar von M. Bach vollumfänglich anschließen. Sehr gut und treffend auf den Punkt gebracht!

    Der Vergleich von beim Ausüben eines Sportes zu Tode gekommenen Pferden, Wölfen und bei Giftgasanschlägen umgekommenen Kindern in Syrien finde ich absurd! Einzig und alleine stimme ich dem Argument des Billig-Fleisch-Konsumenten zu.

  11. Daniela Studer

    Sehr geehrte Frau Pochhammer

    Um es vorweg zu nehmen: Im Zoo möchte ich keine Pferde sehen – ich sehe Pferde am liebsten in der Natur als Herde. Auch bei Ihnen schlagen Emotionen hoch. Ihre Begeisterung für den (CC)Pferdesport kann ich nachvollziehen. Ich Reite seit 40 Jahren inklusive Sport in diversen Sparten. Persönlich vertrete ich die Ansicht, dass wir beginnen sollten die Haltung von Pferden im 21. Jahrhundert grundsätzlich zu überdenken. Dieses Überdenken ist eher unangenehm. Muss man sich doch Fehler eingestehen, welche man vor Jahren aus Unkenntnis und Unwissenheit noch nicht sehen konnte. Es geht gar nicht darum die eine oder andere Pferdesportart gegen einander aufzuwägen. Schlechte Beispiele gibt es überall – auch bei den Freizeitreitern und auch bei Altersweiden. Vielleicht sollten wir versuchen Pferde als Tiere wahrzunehmen. Und wir sollten uns Gedanken darüber machen, ob wir Tiere für unsere Freizeitbespassung, Sportbefriedigung oder was auch immer, benützen wollen. Mit den bisherigen „Erfolgen“ bezüglich Haltung dürfen wir uns dabei nicht zufrieden geben und mit Aussagen “ es hat sich ja in den letzten 20 Jahren so viel verändert“ wieder in unsere Komfortzone zurück ziehen. Es geht nicht darum, den schwarzen Peter hin und her zu schieben. Es geht darum, dass wir endlich beginnen sollten, die elementaren Bedürfnisse von Pferden wahrzunehmen. Und jetzt soll niemand mit der Ausrede Domestikation kommen, Pferde sind bei entsprechenden Ressourcen ohne uns absolut lebensfähig. Könnten wir uns nicht an diesen Tieren in ihrer natürlichen Umgebung erfreuen? Oder geht es bei dieser Diskussion gar nicht um die Pferde??

    Daniela Studer


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