Berufsreiterchampionat Springen: Finalisten stehen fest

Quantina unter Peer Zielke

(© Foto: Müller)

Zwei erfahrene Herren, eine mutige Amazone – im Finale mit
Pferdewechsel treffen Florian Meyer zu Hartum, Markus Merschformann und Judith
Emmers aufeinander. Die Entscheidung fiel erst mit dem vorletzten Ritt im
Stechen der zweiten Qualifikation…

30 Starter waren zur zweiten Qualifikation im Sielpark in Bad Oeynhausen angetreten, um einen der drei begehrten Finalplätze zu ergattern sieben von ihnen mit zwei Pferden. Die Strecke von Parcourschef Klaus Holler hatte es in sich 14 Sprünge, Höchstmaß 1,55 Meter, ein S***-Springen, das am Ende 12 Paare ins Stechen führte. Mit viel Mut zu engen Linien und hohem Tempo konnte der 22-jährige Profi Peer Zielke auf seiner neunjährigen Holsteiner Stute Quantina v. Quantum zwar das Stechen mit großem Abstand für sich entscheiden (0 Fehler, 31,14 Sekunden) aber zum Einzug ins Finale reichte der Sieg in der zweiten Qualifikation dennoch nicht, hatte sich der Berufsreiter aus Breitenburg doch in der ersten Qualifikation mit einem Abwurf nur auf Rang 16 platzieren können. Zielkes erster Versuch, beim Berufsreiterchamionat Springen von sich reden zu machen, endete durch den Sieg im Stechen mit Rang fünf.

Die Finalisten

Zwei sichere und stilistisch schöne Runden präsentierte Florian Meyer zu Hartum auf dem neunjährigen Hannoveraner Hengst Fighting Fit v. Fighting Alpha, mit dem er im Vorjahr Dritter im Finale wurde. Rang drei in der ersten Qualifikation und Rang zwei in der zweiten Prüfung bedeuteten den sicheren Einzug ins Finale. Mit seiner sicheren Ausgangsposition für das Finale ließ es Meyer zu Hartum dann im Stechen als vorletzter Starter etwas ruhiger angehen lieber sicher mit null Fehlern ins Ziel! Fighting Alpha machte es dem Reiter leicht: der bildschöne braune Hengst imponierte durch viel Rittigkeit und Effektivität fast schien es, als hätte er Augen am Bauch, so dicht aber immer sicher streifte er über die Hindernisse (0/35,48).

Die Siegerin der ersten Qualifikation, Judith Emmers, machte es spannend: Zwar war sie mit dem Phantom-Sohn Papillon mühelos ins Stechen gekommen aber ihr Motto no risk, no fun ging nicht ganz auf am Ende hatte sie mit 34,33 Sekunden zwar die zweitbeste Zeit, aber musste auch einen Abwurf verkraften, was in der zweiten Qualifikation nur Rang sieben bedeutete. Würde es reichen? Es kam nun mehr auf die Ritte der Konkurrenten an. Neben Zielke und Meyer zu Hartum gab es noch drei fehlerfreie Runde im Stechen Hendrik Sosath machte Werbung für die Berufsreiter, indem er eine harmonische, aber sehr ruhige Runde mit der neunjährigen Chalan-Tochter Calacorada drehte (0/42,57), der zweimalige Berufsreiterchampion Tim Rieskamp-Gödeking erhoffte sich durch eine schnelle Runde noch die Chance auf einen Finalplatz (0/37,92 Gesamtwertung Rang 8) und Karin Ernsting, die zweite Amazone neben Judith Emmers in diesem Championat, stellte ihren zehnjährigen, mächtigen Holsteiner Wallach Mustax Cypriat stilsicher und fehlerfrei vor.

Doch es reichte für keinen der Null-Reiter mehr, um Judith Emmers einzuholen, zu gut hatte sie vorgelegt mit dem Sieg in der ersten Qualifikation. Den zehnjährigen Papillon reitet Emmers, seit sie im Stall Ahlmann ihre Ausbildung begann seit 2005. Erst im Februar hatte die 24-Jährige ihre Pferdewirtschaftsmeisterprüfung abgelegt, jetzt hat sie die Chance, die erste Amazone zu sein, die den Titel Berufsreiterchampion trägt.

Dritter im Bunde der Finalisten ist Markus Merschformann mit Farewell, einem neunjährigen Hannoveraner Wallach v. For Keeps. Er schaffte sich eine gute Ausgangsposition mit Rang drei in der ersten Qualifikation und wusste, dass er im Stechen alles versuchen musste, um ins Finale zu kommen. Alles ging gut bis zum letzten Sprung die Stange klapperte, blieb aber liegen (4/33,91).

Ganz knapp raus aus dem Finale ist der Zweitplatzierte aus der ersten Qualifikation, der Rheinländer Hans-Günter Goskowitz mit seinem elfjährigen Belgier Alfonso. Der rheinische Meister von 2008 musste sich mit dem undankbaren Rang vier zufrieden geben. Auch für Vorjahressieger Felix Haßmann lief es nicht rund genug für die Runde der besten Drei er musste sich in diesem Jahr auf Rang 14 einreihen.

Beim Finale mit Pferdewechsel, das am Samstag Nachmittag ausgetragen wird, muss jeder der drei Reiter jedes Pferd über einen S**-Parcours reiten die Vorbereitungszeit auf dem Fremdpferd beträgt ca. fünf Minuten.

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