Berufsreitertag in Hamburg: Wann schwingt der Pferderücken?

Ralf Isselhorst mit der Berufsreiterin Inger Steen.

Es war klar, dass es voll werden
würde beim norddeutschen Berufsreitertag Ende März in Norderstedt – denn das
Thema des Tages interessiert jeden Reiter, egal ob Profi oder Amateur: „Wie
bringe ich den Pferderücken zum Schwingen?“. Der westfälische Delegierte Ralf Isselhorst klärte auf.

Isselhorst, der lange Jahre Chefbereiter im Stall von Dr. Reiner Klimke war und mittlerweile erfolgreich als internationaler Trainer agiert, hatte sich eine Menge vorgenommen für den Abend, an dem Mitglieder der Landesverbände aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Hannover-Bremen und Mecklenburg-Vorpommern eingeladen waren. Insgesamt sechs Pferde unterschiedlicher Ausbildungs- und Altersstufen wurden vorgeführt, und Isselhorst achtete akribisch darauf, seine theoretischen Forderungen nach guter Grundausbildung auch in der Praxis zu fordern. Der Rücken kann überhaupt nur zum Schwingen gebracht werden, wenn das Pferd zuvor sicher im Takt, losgelassen und in stabiler Anlehnung geht, beschrieb er. Isselhorst, der auch als Richter viele Erfahrungen gesammelt hat, weiß, dass seine Aussagen immer für eine intensive Diskussion gut sind: Schon die ersten drei Punkte der Skala der Ausbildung lassen uns meistens scheitern, denn die Basisausbildung wird viel zu oft vernachlässigt, oder die Basisausbildung wird dem Ziel geopfert, im großen Sport zu landen. In Zusammenarbeit mit der Hamburger Berufsreiterin Inger Steen, die diverse Pferde aus ihrem Beritt mitgebracht hatte, gelang es Isselhorst, den großen Bogen von der Grundausbildung zur Schwungentwicklung und -entfaltung auch in der Praxis zu spannen und die rund 60 Gäste auch dann bei der Stange zu halten, als es um das Reiten ganz banaler Übergänge ging. Mein Ausbilder und Vorbild Dr. Reiner Klimke hat es mir jeden Tag gezeigt: gutes Reiten ist nicht spannend, aber nötig, man bewegt sich die meiste Zeit auf dem Niveau der Klasse A. Schritt, Trab, Galopp, Trab, Schritt. Daraus ergibt sich alles andere bis zu den Lektionen des Grand Prix. Die Gäste haben eine Menge Rüstzeug für ihre tägliche Arbeit mitgenommen, so soll es sein.

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