Horses and Dreams: Finalisten im Berufsreiterchampionat Dressur stehen fest

Favorit im Finale: Markus Gribbe mit Farewell

(© www.toffi-images.de)

Alte und neue Gesichter wird man am Sonntag beim
Finale des Berufsreiterchampionats im Viereck sehen. Die zweite Qualifikation
für das Finale, ein Grand Prix Special, bestätigte im Wesentlichen die
Rangierung, die schon der Grand Prix vom Donnerstag gezeigt hatte. Die
Favoritenrolle fällt diesmal Markus Gribbe zu, der mit Farewell auch diesmal
mit der goldenen Schleife das Viereck verließ. 
 

Als vorletzter Starter kam Gribbe im Sattel des elfjährigen Fidermark-Sohnes ins Viereck, startete mit einer ausdrucksvollen Trabtour und guten Piaffen. Erneut begeisterte der Hengst die Richter mit seinem weit überfußenden, taktsicheren Schritt. In der Galopptour zeigte sich das Paar dann nicht ganz so souverän wie noch im Grand Prix, Abstimmungsprobleme in den Einerwechseln drückten die Gesamtnote (70,958 Prozent). Der Sieg war ihm dennoch sicher und damit der klare Einzug in das Finale mit Pferdewechsel am Sonntag.

Die Zweite im Bunde am Sonntag kennt den Ablauf schon – Sonja Bolz, Berufsreiterin aus Kerpen bei Aachen, war bereits 2009 im Finale, allerdings seinerzeit mit Cockney, den Nadine Capellmann in den Sport gebracht hatte. Diesmal saß sie im Sattel von Napolitain d’excellence, einem 14-jährigen Hannoveraner v. Natiello xx. „Napo“, wie sie ihn nennt, hat seine Karriere unter Sonja Bolz zunächst als Springpferd begonnen und mageblich dazu beigetragen, dass die 30-Jährige ihr Goldenes Reitabzeichen in Kombination aus Dressur und Springen erhielt (2006). Bis zur Klasse S war das Paar siegreich im Springen unterwegs, dann jedoch entschied Sonja Bolz, Napo zum Grand Prix-Pferd auszubilden. Mit Erfolg: 70,042 Punkte schlugen im Grand Prix Special für das Paar zu Buche, Platz zwei. Sie drehten eine harmonische Runde mit mutig gerittenen Verstärkungen und einer innerhalb der Aufgabe gesteigerten Passage – die Piaffe dagegen könnte noch etwas kraftvoller werden.

Zum dritten Mal die Chance auf die Siegerschärpe hat der Ausbilder Hartwig Burfeind. In diesem Jahr sitzt er nicht im Sattel von Goofy de Lully, mit dem er 2009 und 2010 Berufsreiterchampion geworden war, sondern er hat „einen Neuen“ am Start: De Value, einen elfjährigen De Niro-Sohn, der erst im Oktober 2010 in Burfeinds Stall eine Box bezogen hat. Eindrucksvoll der Beginn, der Hengst konzentriert, für den ersten starken Trab gab es viele Achten, vereinzelt die Note neun. In der ersten Piaffe geriet De Value dann unter etwas viel Spannung – und Burfeind spielte sein ganzes reiterliches Geschick aus, um den Hengst wieder auf sich zu konzentrieren. Die zweite Piaffe-Passage-Tour war besser, wenn auch immer noch nicht spannungsfrei. Saubere Wechsel, sehr gute Verstärkungen und eine unauffällige Hilfengebung des Reiters trugen zur Endnote von 68,833 bei – genug, um erneut ins Finale einzuziehen.

Knapp verpasst hat das Finale der Vorjahres-Vizechampion Johannes Augustin, der erneut mit seinem polnischen Wallach Norblin angetreten war. 68,042 Prozent erhielt er für eine sichere Vorstellung, in der die Piaffen etwas kraftvoller hätten sein können. Besonders schön anzusehen war die Silhouette des Paares – in keinem Moment gab es Schwankungen in der Anlehnung.

Alle Ergebnisse im Überblick finden Sie hier.