Procain

Dient zur örtlichen Betäubung, wird aber auch zur Herstellung von Langzeitantibiotika (Procain-Penicillin) verwandt.

Procain wird für die Lokalanästhesie nur noch selten verwendet, da hierfür wirksamere, weit tiefer eindringfähige Stoffe, wie etwa Lidocain, zur Verfügung stehen. Allerdings wird es weiterhin – wegen seiner geringen parasympatolytischen, antientzündlichen und perfusionssteigernden Wirkung – in der Neuraltherapie verwendet, einer Behandlungsform aus dem Bereich der Alternativmedizin. Procain kann das Enzym DNA-Methylase hemmen.[9] Diese Eigenschaft könnte genutzt werden, um paragenetische Schäden der Genexpression rückgängig zu machen. Dies ist vor allem bei Schäden an sogenannten Tumorsuppressorgenen wie p53 interessant.

Vor der Entdeckung des Procains war Cocain das meistverwendete Lokalanästhetikum. Procain besitzt keine euphorisierende Wirkung wie Cocain und fällt daher nicht unter den Geltungsbereich der Betäubungsmittelgesetze und -verordnungen. Hinweis: Bei Patienten mit einem diagnostizierten Melkersson-Rosenthal-Syndrom können allergische und toxische Reaktionen des Nervensystems auftreten!

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