Pferdesteuer in Tangstedt

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(© Logo Pferdesteuer)

Man könnte meinen, in dem Örtchen Tangstedt in Schleswig-Holstein leben mehr Pferde als Menschen. Trotzdem oder gerade deswegen wird dort nun aller Voraussicht nach die Pferdesteuer eingeführt.

Mit einer Mehrheit von vier Ja- und drei Nein-Stimmen hat der Finanzausschuss gestern Abend die Satzung für die Pferdesteuer verabschiedet. Damit hat die Gemeindevertretung nun freie Bahn für die Einführung. Hier muss nun noch der endgültige Beschluss gefasst werden. Anvisiert sind 150 Euro pro Pferd und Jahr.

Zahlreiche Proteste

Die Pferdefreunde der Umgebung taten ihr Bestes, um diese Entwicklung zu verhindern. Rund 500 von ihnen hatten sich gestern Abend vor der Turnhalle des Ortes versammelt. um noch einmal ihre Argumente vorzubringen. Der Finanzausschuss hatte das schon geahnt und aufgrund des zu erwartenden Andrangs seine Sitzung in das größere Gebäude verlegt. Auch Vertreter der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) waren vor Ort. Sie berichten, dass den Einwohnern Tangstedts ihr Unmut deutlich anzumerken war.

Pferdesteuer in Weißenborn gescheitert

Doch alle Argumente prallten zumindest an den Vertretern von SPD und der Bürgergemeinschaft Tangstedt ab. Sie stimmten für, CDU und FDP gegen die Pferdesteuer. Die endgültige Beschlussfassung wird für Dezember erwartet. Tangstedt wäre die erste Gemeinde außerhalb von Hessen, die Ernst macht mit der Pferdesteuer. Und das, obwohl die Gemeinde Weißenborn in Hessen die Entscheidung für die Pferdesteuer nach nur knapp zwei Jahren wieder rückgängig gemacht hat, weil man dort bestätigt sah, was von Experten immer kritisiert wurde: Diese Bagatellsteuer kann den Kommunen nicht helfen, ihre leeren Haushaltskassen aufzufüllen.

Ein Funke Hoffnung

Groß war der Frust bei den Pferdefreunden der Umgebung. Aber noch wollen sie nicht aufgeben. Einen letzten Funken Hoffnung gibt es ja noch. Der Vorsitzende des Pferdesportverbands Schleswig-Holstein, Dieter Medow, spricht stellvertretend für sie: „Das Abstimmungsergebnis ist sehr enttäuschend. Aber trotz dieses traurigen Signals werden wir jetzt nicht aufgeben. Wir müssen die Zeit bis zur Abstimmung der Gemeindevertretung im Dezember noch einmal intensiv nutzen, um mit den Kommunalpolitikern und den Pferdefreunden Tangstedts im Dialog zu bleiben. Wir hoffen, dass wir in Gesprächen am runden Tisch doch noch den ein oder anderen dazu bewegen können, im Dezember bei der endgültigen Entscheidung gegen die Steuer zu stimmen.“

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