Rollkur – ein Wort macht Karriere

Kaum ein deutsches Wort hat seit „Kindergarten“ und „Rucksack“ eine so steile internationale Karriere gemacht wie die „Rollkur“.

Sie zierte im Jahre 1992 einen kritischen ST. GEORG-Beitrag von Professor Heinz Meyer zum Thema extrem tiefe Einstellung beim Training von Dressurpferden, was zeigt, dass das Thema weder neu ist noch von chauvinistischen deutsch-nationalen Gefühlen gelenkt wird, wie dem ST. GEORG jüngst mal wieder unterstellt wurde. Der Beitrag wurde illustriert mit einem Foto des zweifachen Olympiasiegers Rembrandt mit einem, wie es in der Fachsprache heißt, aufgerollten Hals, daher die Anspielung. Die Rollkur ist in der Medizin eine Behandlung von bestimmten Magenerkrankungen, bei denen ein Medikament eingegeben wird. Der Patient muss sich abwechselnd auf Bauch, Seite, Rücken, Seite legen, damit das Medikament in der gesamten Magenwand wirkt. Die Rollkur ist also nichts als ein Wortspiel, das manche Leute freilich in den falschen Hals bekommen haben. So argwöhnte die niederländische Zeitschrift „In de Strengen“, es handele sich um eine radikale Behandlungsmethode aus der Humanmedizin, bei der sich der Patient überschlage… In englischen Medien trifft man immer wieder auf den Begriff „Rollkür“.

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