Schweizer Tierarzt wegen Tierquälerei verurteilt

Verurteilt wegen Tierquälerei: Der Schweizer Vielseitigkeitsreiter

WM der jungen Vielseitigkeitspferde Military CIC**/CCI** Le Lion D´Angers (FRA) 20.10.01: Jörg Bodenmüller (SUI) mit Gazelle de la Brasserie Foto: Julia Rau (© Julia Rau)

Wie die Schweizer Tageszeitung „Tages Anzeiger“ meldet, wurde der Vielseitigkeitsreiter, Reitlehrer und praktizierende Tierarzt Dr. Jörg Bodenmüller vom Bezirksgericht Winterthur wegen Tierquälerei schuldig gesprochen.

Angeklagt worden war Bodenmüller, weil ein Pferd 2007 seinetwegen den Tod fand. Der heute 56-Jährige hatte damals eine Auszubildende aufgefordert, das elf Jahre alte Polo-Pony namens Karioka zu longieren. Karioka sollte zum Reitpferd umgeschult werden. Allerdings wehrte sie sich vehement gegen die Schlaufzügel, mit denen sie ausgebunden war, deutete mehrfach an zu steigen und ging auch zu Boden. Eine zweite Auszubildende wurde hinzugezogen, die das Pferd am Strick führen sollte. Wieder wehrte sich Karioka und stieg schließlich so hoch, dass sie das Gleichgewicht verlor, stürzte und sich dabei den Schädel brach. Wie schwer die Verletzungen des Tieres waren, erkannte zu diesem Zeitpunkt es war Mittag noch niemand. Am Nachmittag riefen Dritte Polizei und Bezirkstierarzt hinzu. Letzterer veranlasste, dass das Pferd in eine Tierklinik gefahren wurde, wo Karioka am selben Abend eingeschläfert wurde.

Angeklagt worden ist der Tierarzt Bodenmüller von Tieranwalt Antoine F. Goetschel. Der Tieranwalt ist ein offizielles Amt im Kanton Zürich, das 1992 per Volksentscheid eingeführt worden war und bislang einzigartig in seiner Art und inzwischen recht umstritten ist. Goetschel sagte: „Man wollte den Willen des Pferdes brechen und brach ihm dabei den Schädel.“ Bodenmüllers Anwälte konterten, das Ganze sei eine „normale erzieherische Maßnahme“ gewesen. Im Laufe des Prozesses sprach die zuständige Staatsanwältin hingegen von „einer reinen Machtdemonstration gegenüber einem schwachen Lebewesen und von fehlender Empathie des Reitlehrers.“ Er habe sich der Misshandlung gemäss Tierschutzgesetz schuldig gemacht.

Schließlich wurde Bodenmüller zu einem Bußgeld von 4000 Schweizer Franken (gut 3000 Euro) verurteilt und darüber hinaus wurde eine Bewährungsstrafe von 210 Tagessätzen à 100 Franken ausgesprochen. Die Auszubildende wurde von der Anklage freigesprochen.

Quelle

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