Pferdezuchtverbände unterstützen Genforschung zu PSSM2

DNA-Pferd-Genananalyse

DNA beim Pferd, Symbolbild Genananalyse (© www.st-georg.de)

PSSM 2 (Polysaccharide Storage Myopathy Type 2) ist ein viel diskutiertes Thema. Nun wollen die Pferdezuchtverbände Holstein, Trakehner, Hannoveraner, Oldenburger und Westfalen Genmaterial für Forschungszwecke einem Projekt der International Association of Future Horse Breeding GmbH & Co KG (IAFH) zur Verfügung stellen.

Muskelschwund, Lahmheiten, steifer Gang, Ataxie – Symptome hat PSSM2 viele. Und vermutlich noch mehr Ursachen. Die Muskelerkrankung rückt immer mehr in den Fokus (in der Mai-Ausgabe des St.GEORG befassen wir uns ausführlich damit). Nun gibt es erstmals eine gemeinsame Initiative von den vier größten Zuchtverbänden und den Trakehnern.

Es geht darum, genetisch Daten der Forschung zu überlassen. Dafür wird die 2017 in Vechta gegründete und dort ansässige International Association of Future Horse Breeding GmbH & Co KG (IAFH) mit dem Inhaber des Europa-Patentes für das PSSM2-Testpanel, Generatio GmbH –  Center for Animal Genetics, kooperieren.

PSSM2 tritt erst beim älteren Pferd auf, deswegen finden die beteiligten Verbände es wichtig, diese Erbkrankheit als erstes in dem gemeinsamen Projekt zu untersuchen. Die Forschungsaktivitäten sollen durch die Datenexperten des VIT (Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung) in Verden koordiniert werden.

Differenzierte molekulargenetische Laboranalytik gewährt Daten über die genetische Veranlagung einzelner Pferde zu erheben. Die Bandbreite ist groß, Fellfarbe, Geschlecht, Erscheinungsbild oder aber eben auch gesundheitlich relevante Faktoren spiegeln sich in den Genen wider. Das Stichwort lautet „genetisches bzw. genomisches Screening“.

Der Kooperation war ein Schritt vorausgegangen: Seit 2021 wird bei der routinemäßigen Abstammungsüberprüfung geborener Fohlen – oder auch älterer Pferde – eine Technologie herangezogen, die genetische Marker (SNPs, englisch: Single Nucleotid Polymorphisms) analysiert. Diese Genorte sind über das gesamte Erbgut des Pferdes verteilt.

PSSM2 zu untersuchen ist ein Auftakt. Erbkrankheiten wie das WFFS rücken immer häufiger in den Fokus der Warmblüter. In anderen Pferdezuchtpopulationen, von Arabern über Quarter Horses bis zu Kaltblütern, werden, je nach Zucht, schon länger Genuntersuchungen auf Erbdefekte durchgeführt.

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