Aachen: Sieg für David Will in der Winning Round

David Will und Mic Mac du Tillard, eine typische Cruising-Tochter hinsichtlich Optik und Kampfgeist!

David Will und Mic Mac du Tillard (© Archiv von Korff)

Das Highlight am Samstag in der Aachener Soers war die Winning Round. Sowohl hier als auch in der Youngster-Prüfung davor gab es deutsche Sieger. Nur der Preis der Soers am Vormittag ging nach Frankreich.

Er begann „piano, piano“ und gab dann gewaltig Gas. So erklärte David Will seine Strategie im Springen mit Winning Round in Aachen auf der 14-jährigen Cruising-Tochter Mic Mac du Tillard. Am Ende reichten 45,61 Sekunden für den ersten Sieg des 27-Jährigen in der Soers vor dem Iren Denis Lynch auf All Stars v. Argentinus (0/45,75) und dem Bereiter der Hengststation Sprehe, Denis Nielsen (25) auf Cashmoaker v. Calido I. (0/47,43), der vom Bundestrainer Otto Becker für das CSI Aachen nominiert worden war. Allerdings darf Nielsen morgen im Großen Preis von Aachen, dem mit einer Million Euro dotierten Rolex Grand Prix, nicht starten. David Will zeigte sich begeistert von seiner Stute, die unter der Schwedin Angelica Augustsson schon Championatserfahrung gesammelt hat. Der Schüler von Dietmar Gugler reitet sie seit zwei Jahren. „Jeder kann sehen, dass sie eine großartige Kämpferin ist“, sagte Will. „Wenn sie Null bleibt, ist sie in Stechen schwer zu schlagen.“ Morgen im Großen Preis wird er allerdings sein bisher erfolgreichstes Pferd Colorit satteln, das nach Verletzungspause jetzt wieder voll einsatzbereit ist.

Vierte wurde überraschend die Schweizer Nachwuchsreiterin Chantal Müller (21), die im Rahmen der Rolex Springreiter Academy zur Zeit bei Ludger Beerbaum trainiert. Das ist ein Programm für junge Springtalente, das vom Internationalen Springreiter Club unterstützt wird. Sie benötigte für ihren fehlerfreien Ritt auf der elfjährigen Holsteiner Stute U Tabasca v. Cassini I 47,53 Sekunden. Einen weiteren Erfolg für den Stall Beerbaum verbuchte der Schwede Henrik von Eckermann mit dem Calido-Sohn Calmando (0/48,39) auf Platz fünf vor Christian Ahlmann auf Epleaser v. For Pleasure. (0/48,78).

Elf Reiter waren im Umlauf ohne Abwurf geblieben und hatten sich damit für die Winning Round qualifiziert, wo alle wieder bei Null begannen. Fehler gab es genug, vor allem auf der Linie zwischen der Dreifachen (Hindernis 7) und dem folgenden überbauten Wassergraben, wo sich die Reiter zwischen sieben oder acht Galoppsprüngen entscheiden mussten. Mit elf Nullern hatte Parcourschef Frank Rothenberger das Klassenziel – die zehn Besten bzw. alle Fehlerfreien für die Winning Round – ziemlich exakt erreicht. Die Zwölfte, die ebenfalls springfehlerfreie Lauren Hough (USA) mit Cornet v. Cornet Obolensky musste mit einem Zeitfehler draußen bleiben.

Morgen geht es für die 40 Starter im Großen Preis um eine Million Euro, davon 330.000 für den Sieger, der zudem die Möglichkeit hat, durch Siege in den anderen beiden zum Rolex Grand Slam gehörenden Prüfungen in Calgary und Genf noch ein erkleckliches Sümmchen draufzupacken: 500.00 bei zwei Siegen hintereinander, sogar eine Million bei drei Siegen und immerhin noch 250.000 Euro bei zwei Siegen innerhalb einer Serie. Die besten Chancen auf den Jackpot hat zur Zeit der Weltranglisten-Erste, der Brite Scott Brash.

Die Zweieinhalb-Tage-Version des Aachener Turniers war nötig geworden, weil in der Soers im August die Europameisterschaft ausgetragen wird, in die der Große Preis von Aachen als Station des Grand Slam schlecht zu integrieren war. Das deutsche CSIO wird in diesem Jahr in Mannheim vom 16. bis 18. Juli mit dem 100. Nationenpreis ausgetragen.

Der Samstag war eröffnet worden durch den Preis der Soers. Vize-Weltmeister Patrice Delaveau und der elfjährige Holsteiner Lacrimoso v. Landjunge setzten sich mit einer fehlerfreien 71,15 Sekundenrunde deutlich ab vom Feld. Am dichtesten dran war die 21 Jahre junge Laura Klaphake auf dem Hannoveraner Hengst Cinsey v. Contendro-For Pleasure aus dem Besitz von Paul Schockemöhle mit 74,45 Sekunden. Dritter wurde der Spanier Eduardo Alvarez Aznar auf Rokfeller de Pleville Bois.

Im Sparkassen Youngster Cup setzten sich Christian Ahlmann und der Zangersheide-Hengst Casuality Z v. Cassini III-Chellano Z gegen die Konkurrenz durch. Dicht auf den Fersen waren ihnen Bertram Allen und Cheese W Z v. Chatman-Galoubet, auch dies ein Zangersheide-Hengst. Marlon Módolo Zanotelli wurde Dritter im Sattel des BWP-Hengstes Icarus v. Querlybet Hero-Skippy II.