Leipzig: Bremermann gewinnt „Goldenen Sattel“

Der Gewinner des Goldenen Sattels 2016: Tobias Bremermann.

(© Der Gewinner des Goldenen Sattels 2016: Tobias Bremermann.)

Vier springreitende Jungtalente bewiesen in Leipzig beim Kampf um den Goldenen Sattel Können, Talent und zumeist auch Nervenstärke.

Einen Sattel, zwar nicht golden, dafür aber gut zu gebrauchen, bekam auch in diesem Jahr der Sieger der Nachwuchs-Traditionsprüfung „Goldener Sattel“, ins Leben gerufen von Springreiter-Legende Hans Günter Winkler, der in der Jury saß, neben Bundestrainer Otto Becker, Richter Joachim Geilfus und Top-Reiter Marco Kutscher. Die vier Teilnehmer, neben dem Sieger Tobias Bremermann (19) der erst für den verletzungsbedingt ausgefallenen Philipp Houston nachgerückt war, Christoph Maack (16), Jesse Luther (19) und als einzige Reiterin Leonie Krieg (19) waren von Nachwuchstrainer Markus Merschformann aufgrund ihrer Erfolge benannt worden. Alle mussten zunächst ihre eigenen Pferde, dann die Pferde der Konkurrenten über eine Stilspringprüfung Klasse M reiten.

Als überlegen erwies sich der in Bremen beheimatete Tobias Bremermann, der ausgerechnet auf seinem selbst ausgebildeten und von seinen Eltern gezogenen Pferd, dem 14-jährigen Quintino B, seine schwächste Runde hinlegte, insgesamt sehr auf Kontrolle bedacht. Nach zwei Abwürfen blieb 6,8 übrig. Besser machte es der 19-Jährige mit der 14-jährigen Panama von Louise Krieg. Für die sehr selbstverständliche Runde, das Pferd immer gut am Bein, der Reiter mit feiner Hand, zückten die Richter die 8,6. Für die routinierte Runde mit einem Abwurf auf dem zwölfjährigen KWPN-Wallach Ziezo Balia von Christoph Maak erhielt er nach O,5 Punkten Abzug für eine Abwurf 7,8. Mit derselben Note wurde der Ritt auf der neunjährigen Zarin von Jesse Luther honoriert. Auch hier drückte ein Abwurf die Endnote, aber die Richter belohnten die Bemühungen des Reiters dem Pferd zu helfen, keinen Fehler zu machen, auch wenn es nicht immer so schön aussah. Insgesamt standen für den jugendlichen Träger des Goldenen Reitabzeichens 31,0 Punkte zu Buche, das war der Sieg.

Leonie Krieg und Panama

Leonie Krieg und Panama. Foto: www.paulinevonhardenberg.com (© Leonie Krieg und Panama)

Platz zwei (30,8) ging an Leonie Krieg aus Baden-Württemberg, der Tochter des internationalen Reiters Andreas Krieg und Mannschaftseuropameisterin der Junioren. Sie ritt ihre eigene Stute, die 14-jährige Panama, routiniert und in gutem Gleichgewicht, insgesamt vielleicht etwas zu vorsichtig. Mit dem etwas guckigen Ziezo Balia den sie sicher über den Kurs managte, erhielt sie eine glatte 8,5, hatte aber mit Quintino B etwas Schwierigkeiten, den Rhythmus zu finden (7,3 nach Abwurf) und handelte sich durch etwas zu viel Druck mit Zarin zwei Abwürfe ein (7,1).

Christoph Maack mit Ziezo Balia

Christoph Maack mit Ziezo Balia. Foto: www.paulinevonhardenberg.com (© Christoph Maack mit Ziezo Balia)

Dritter wurde mit 28,7 der Jüngste des Quartetts, Christoph Maack (16) aus Mecklenburg-Vorpommern, der auf seiner zwölfjährigen KWPN-Stute Ziezo Balia, erst vor drei Wochen in den Maack’schen Stall gekommen, souverän in gutem Tempo begann. Dann wurden die Zügel etwas lang. Nach einem Abwurf blieb die Note 7,5 stehen, die schlechteste Note für den Wallach an diesem Tag, der mit 32,6 Punkten quasi als vierbeiniger Sieger aus der Halle ging.

Jesse Luther in wunderbarem Stil, aber zum Sieg im Goldenen Sattel 2016 hat es dennoch nicht gereicht.

Jesse Luther in wunderbarem Stil, aber zum Sieg im Goldenen Sattel 2016 hat es dennoch nicht gereicht. Foto: www.paulinevonhardenberg.com (© Jesse Luther in wunderbarem Stil, aber zum Sieg im Goldenen Sattel 2016 hat es dennoch nicht gereicht.)

Pechvogel des Tages war Jesse Luther, Spross der berühmten Holsteiner Springreiterfamilie Luther. Zwar kassierte er mit seinem eigenen Pferd Zarin drei Abwürfe, als er mit den Hilfen ein paar Mal nicht durchkam, aber mit Ziezo Balia und Panama erhielt er die Traumnoten 8,8 bzw. 9,0. Aus dem Rennen geworfen wurde er schließlich durch Quintino B. Bis zu Sprung sieben befand er sich noch auf der Siegerstraße, aber dann stimmte die Feinabstimmung zwischen Reiter und Pferd nicht. Quintino zog zweimal die Bremse und meisterte den Sprung aber beim dritten Versuch souverän. Das gab viel Lob von den Richtern, aber keine Wertnote mehr für Jesse Luther, der abgeschlagen auf Platz vier landete. (23,8)