Charlotte Dujardin ist Olympiasiegerin in der Dressur

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Olympische Spiele London Greenwich Park 09.08.2012 Dressur Grand Prix Kür Einzelfinale: Gold für Charlotte Dujardin (GBR) und Valegro Foto: Julia Rau Am Schinnergraben 57 55129 Mainz Tel.: 06131-507751 Mobil: 0171-9517199 Rüsselsheimer Volksbank BLZ 500 930 00 Kto.: 6514006 Es gelten ausschliesslich meine Allgemeinen Geschäftsbedingungen (© Julia Rau)

Mit einem neuen olympischen Notenrekord von über 90 Prozent gewann die Engländerin Charlotte Dujardin mit ihrem Valegro Einzelgold in der Dressur. Silber ging an Hollands Adelinde Cornelissen, Bronze an Laura Bechtolsheimer. Ganz knapp geschlagene Vierte war Helen Langehanenberg.

Diese Spiele werden die Briten sicherlich nicht so schnell vergessen. Eine wahre Medaillenflut brach über das Vereinigte Königreich herein. Und viele davon kamen von den Reitern. So auch heute wieder. Eine Überraschung war der Sieg von Dujardin und Valegro nicht. Mit einem Gänsehautritt, in dem unter anderem die blitzsauberen Piaffepirouetten beeindruckten mit daraus entwickeltem Starken Trab und anschließendem Starken Schritt, setzte Dujardin sich mit 90,089 vor Adelinde Cornelisen und Parzival. Lediglich der Übergang vom Starken Galopp in die Piaffepirouette misslang. Ansonsten war da nichts, wo man hätte meckern können. „Sie hat nichts liegen gelassen“, kommentierte Bundestrainer Jonny Hilberath.

Fast gleichwertig mit dem Ritt der Siegerin sah Jonny Hilberath die Vorstellung von Adelinde Cornelissen und Parzival zu Tschaikowsky-Klängen. Absolut sauber und exakt geritten ohne technische Fehler gab es 88,2 Prozent für das Paar aus Holland. Der technischen Perfektion gegenüber stand die stramme Anlehnung während der Prüfung und dass der Fuchs keine ersichtliche Rahmenerweiterung in den Verstärkungen zeigt.

Bronze ging wieder an Großbritannien, diesmal an Laura Bechtolsheimer und Mistral Hojris, genannt Alf. Bereits nach dem Special sagte Bechtolsheimer im Interview: „Old Alf’s back.“, was so viel heißt wie: „Der alte Alf ist zurück.“ Heute bescherte der mächtige Fuchs Laura Bechtolsheimer ihre erste olympische Medaille. Wie immer glänzte der Däne, der zu Musik aus „Der König der Löwen“ ging, in Piaffen und Passagen. Auch bei diesem Paar fiel auf, dass die Verbindung zum Pferdemaul zuweilen recht fest ist. Aber das hatte man schon schlimmer gesehen. Am Ende kam sie auf 84,339 Prozent.

Das bedeutete einen winzigen Vorsprung vor Helen Langehanenberg und Damon Hill, die mit 84,196 Prozent aus dem Viereck kamen. Die Passagen von Damon Hill sind unerreicht. In den Piaffen gab es wieder einen Aussetzer, aber im großen und ganzen gelang den beiden alles. So knapp an einer Medaille vorbeizuschrammen, ist bitter. Zumal die Richterurteile auch heute wieder zum Teil krass unterschielich waren in der Bewertung ein und desselben Rittes. Helen trug es mit Fassung. Diplomatisch erklärte sie im anschließenden Fernsehinterview: „Dressur ist immer subjektiv.“ Ob es sie ärgert, so hauchdünn eine Medaille verpasst zu haben? „Jein. Wenn ich lese, wie knapp es war, ein bisschen. Zumal es über den künstlerischen Teil entschieden wurde.“ Und sie ergänzte noch: „Ich bin so stolz auf Dami, er hat über so viele Tage so gut mitgekämpft.“

Die beiden weiteren deutschen Reiter, Dorothee Schneider mit Diva Royal und Kristina Sprehe mit Desperados, kamen auf die Plätze sieben (81,661 Prozent) und acht (81,375). Die beiden überzeugten auf ganzer Linie. Kristina Sprehe und Desperados zeigten einhändige Piaffepirouetten und hatten keinerlei grobe Schnitzer in ihrer Kür zu 80er-Klängen. Dorothee Schneider und Diva Royal hatten das Turnier ihres Lebens mit bislang nie erreichten Punkten. Bis zu den Einerwechseln war die Vorstellung traumhaft sicher. Leider hatten die beiden dann einen Aussetzer in den Einern. Dennoch, die Stute ging in wunderbarer Selbsthaltung mit stets offenem Genick und geschlossen von hinten in jedem Moment. Piaffen und Passagen waren taktmäßig, lebhaft abfußend und ein echtes Highlight. Auch Bundestrainer Jonny Hilberath zollte seinen Mädels Respekt. Sein Fazit: „Meine persönliche Erwartungen wurden weit übertroffen!“

 

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