Das ist ja noch mal gut gegangen: Bronze fürs deutsche Dressurteam

Edward Gal (NED) und Totilas

Edward Gal und Totilas hier bei den Weltreiterspielen in Kentucky 2010. (© Julia Rau)

Erleichterung bei den deutschen Dressurreitern: Sie müssen nicht ohne Mannschaftsmedaille nach Deutschland zurückkehren. Nach dem Ritt des letzten US-Reiters Steffen Peters auf Ravel stand fest, dass er mit 78,596 Prozentpunkten einen hervorragenden dritten Platz belegt hat, das Ergebnis aber nicht reichte, die Deutschen vom Bronzeplatz zu verdrängen. 

Damit wurde es zwar nicht das angestrebte Silber, aber die Blamage wurde noch mal vermieden. Bereits im vergangenen Jahr bei der Europameisterschaft in Windsor hatten die Schützlinge von Bundestrainer Holger Schmezer Niederländer und Briten vorbeiziehen lassen müssen.

Mit einem hochbewerteten Ritt (84,043) übernahm der Niederländer Edward Gal auf Totilas die Spitze des Feldes. Schon beim Abreiten scharten sich die Fans des schwarzen KWPN-Hengstes ums Viereck, wie überall begeistert er auch in Kentucky die Massen. Und das Paar lieferte eine sehr gute Runde ab. Bei den Aufstellungen und beim Halten vor dem Rückwärtsrichten erstarrte der Hengst zum Denkmal, besser geht es kaum. Die Trabverstärkungen wie immer spektakulär, aber nicht immer vorne gleich. Die erste Piaffe nicht am Platz, die beiden anderen dafür umso besser. Die Höchstnote zehn zogen die Richter für einige Übergänge von Piaffe zur Passage und umgekehrt, auch bei beiden Pirouetten, bei denen sich das Pferd wie auf dem Teller drehte. Die Einerwechsel mit Fehlern (hinten nicht immer durchgesprungen und nicht genügend nach vorne), wobei das Pferd zunehmend auf die Vorhand kam. Wie immer wenig Rahmenerweiterung in den Verstärkungen und häufig zu eng.

Isabell Werth auf Warum Nicht gelang als letzte deutsche Reiterin eine sehr gute Runde. Ausdrucksvolle Verstärkungen, gute Pirouetten, gute Piaff-Passage-Übergänge, fehlerlose Wechsel, wenn auch die Einerwechsel mehr hätten nach vorne gesprungen sein können. Einmal hakte es in den Galopptraversalen, da klappte die Verständigung nicht ganz, dann lief es wieder rund. Auch Hannes häufig zu eng.

Mit dieser sicheren Runde war allerdings die Medaille noch nicht gerettet, aber Deutschland noch auf dem Silberplatz. Den verlor es ein paar Pferde später nach einer glanzvollen Vorstellung von Laura Bechtolsheimer auf Mistral Horjis. Der Britin gelang alles, angefangen mit der perfekten Grußaufstellung, alle Lektionen flossen dahin, geschmeidig, locker und doch voller Ausdruck. Drei vorzügliche Piaffen, saubere Übergänge, fehlerlose Wechsel, gute Pirouetten, vielleicht ein wenig in Zeitlupe. Und auch das Maul von Alf hätte ruhiger sein können. Aber als das Ergebnis durchgegeben wurde (82,511) hatten die Briten das Silber in der Tasche. Zu den ersten Gratulanten zählten nicht nur Trainer Klaus Balkenhol, sonder auch seine Tochter, die deutsche Mannschaftsreiterin Anabel Balkenhol.

Jetzt kam alles auf den letzten US-Starter an. Steffen Peters hatte es noch in der Hand, den Gastgebern einen Platz auf dem Treppchen zu verschaffen. Er steuerte Ravel sicher durch alle Klipppen, aber nicht ganz ohne Fehler, zweimal schlug der Dunkelbraune nach dem Sporen, und bei den Piaffen trat er ein paar Mal seitwärts. Damit war die Medaille für die deutschen Dressurreiter gerettet.

Fünfte hinter den US-Reitern wurde das Team aus Dänemark, angeführt von der sehr stark reitenden Nathalie zu Sayn-Wittgenstein. Nicht nur ihr hat die Babypause offenbar gut getan, auch Dingby wirkte frisch wie schon lange nicht. Das wurde mit 73,830 Punkten bewertet, Platz sechs hinter dem Spanier Juan Manuel Munoz Diaz auf dem Andalusier Fuego (73, 957).

Im Grand Prix am Mittwoch sind alle vier deutschen Reiter startberechtigt: Isabell Werth auf Warum Nicht (4.), Christoph Koschel auf Donnperignon (8.), Matthias Alexander Rath auf Sterntaler (9.) und Anabel Balkenhol auf Dablino (30.)