Deutschlands Vielseitigkeitsreiter sind Mannschaftsolympiasieger – wieder!

Gold für Deutschland!!! 20.000 Menschen im Reitstadion und darunter auch viele deutsche Fans.

(© Julia Rau)

Die Schwimmer paddeln hinterher, die Radfahrer radeln
hinterher, die Turner haben Probleme am Pferd. Die deutschen
Vielseitigkeitsreiter aber nicht. Noch bevor Ingrid Klimke als Führende nach
dem Gelände in den Parcours kam, stand fest: Das Unternehmen Titelverteidigung
ist gelungen! Die erste Goldmedaille 2012 verdankt die deutsche
Olympiamannschaft den Buschreitern Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Michael
Jung, Dirk Schrade und Peter Thomsen.

Ein tolles Team, ein Trainer-Duo, wie es weltweit in seiner Kongenialität wohl nicht wieder zu finden ist, dazu tolle Sportler, vier- und zweibeinig. Das ist die Zusammensetzung, die heute Mittag im Greenwich Park den Traum der Titelverteidigung wahr werden ließ. Als Michael Jung und Sam an den Start gingen war klar, schafft das Paar eine Nullfehlerrunde, hätten die Briten keine Chance mehr, ihren ganz großen Traum zu erfüllen, den Teamsieg in der Vielseitigkeit, im Eventing dort, wo der Sport geboren wurde. Michi Jung kam, ritt und das Team siegte: Am Anfang hat es zweimal ein bisschen geklappert, aber dann ist er wirklich klasse gesprungen, sagte jung nach dem Ritt. Bundestrainer Melzer hatte die Devise ausgegeben: Nur nichts sagen. Als Jung ins Stadion ritt, konnte er noch nicht wissen, dass eine Nullrunde den Mannschaftssieg bedeutete. Die Devise war so und so, null zu reiten, fasste Jung es gewohnt sachlich zusammen. An seinem 30. Geburtstag machte sich der Welt- und Europameister schon mal selbst ein Riesengeschenk.
Die 25 besten konkurrieren ab 15.30 Uhr deutscher Zeit um die Einzelmedaillen. Jung ist Zweiter (40,6), es führt die Schwedin Sara Algotsson-Ostholt, deren Wega sensationell sprang (39,3). Dritte ist Mary King mit Imperial Cavalier (42,1) vor ihrer Teamgefährtin Kristina Cook und Miners Frolic (43,0). Auch Sandra Auffarths Opgun Louvo sprang vom Feinsten. Eine tolle Runde der Olympiadebütantin, die auf Platz fünf liegt (44,8) vor den Neuseeländern Andrew Nicholson und Nereo (45,00) und Mark Todd mit Campino (46,5), der gleich zwei Stangen abwarf und somit den Traum eines erneuten Olympiasiegs nach 1988 in wenig greifbare Nähe gerückt.
Die Briten gewannen Silber, die Neuseeländer Bronze. Ingrid Klimke ging als Führende in den Parcours, diesmal verzeichnete Abraxxas lediglich zwei Abwürfe. Bitter, wenn man so von Platz eins auf Platz acht rutscht, aber toll, das das Paar so in der Wertung der drei besten einer Nation blieben. Klimke möchte Braxxi das Einzelspringen ersparen verbessern könne sie sich nicht, sagte sie zur Begründung. Braxxi hatn super Job gemacht, schon beim Rausreiten habe ich gedacht, noch eine Runde muss er nicht gehen!“

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