CDI4* Fritzens: Erster Praxistest für neues Kür-Bewertungssystem

Symbolfoto Richten

Symbolfoto Richten (© Julia Rau)

Beim CDI4* in Fritzens wurde am Wochenende vermutlich Kür-Geschichte geschrieben. Im Rahmen der Grand Prix Kür wurde ein neues Bewertungssystem auf die Probe gestellt, das unter anderem von FEI-Dressurchef Trond Asmyr unter die Lupe genommen wurde.

Bereits beim Global Dressage Forum 2013 war ein neues Computerprogramm zur Kürbewertung vorgestellt worden, welches ,O’-Richterin Katrina Wüst zusammen mit dem Computerspiel-Entwickler, Dressur-Grand-Prix-Reiter und M-Dressurrichter Daniel Göhlen entwickelt hat. Das Programm soll eine gerechtere Bewertung des Schwierigkeitsgrads und eine größere Transparenz in der Bewertung der Kür ermöglichen. Positiver Nebeneffekt: Das Programm verkürzt die Zeit zum Errechnen der Kür-Note um eine bis eineinhalb Minuten. Voraussetzung für das neue System ist, dass die Reiter aus einem Katalog von Lektionen und ihren Boni für den Schwierigkeitsgrad auf dem Computer ihre Kür zusammenstellen und die geplante Choreographie samt der Boni für den Schwierigkeitsgrad bestimmter Lektionen und Lektionsfolgen wie beim Bewertungsbogen einer Dressuraufgabe vorab vorlegen.  „Dieser Katalog der Schwierigkeiten ist ein Hilfsmittel, um mehr Transparenz der Bewertung zu erzielen. Die Grundanforderungen einer Kür seitens der FEI sind wie ein Auto ohne Extras, aber viele Reiter wissen gar nicht genau, was die Note für den Schwierigkeitsgrad erhöht und welche Lektionsfolge eine Standardsituation ist. In der Vergangenheit haben die Richter auch viel zu wenig Augenmerk auf die oft sehr schwierigen Übergänge gelegt, sie haben nur auf die Ausführung der folgenden Lektion geachtet. Aber, das Wichtigste ist, dass die Harmonie des Rittes erhalten bleibt“, so hatte Katrina Wüst im Oktober 2013 beim Global Dressage Forum im niederländischen Hooge Mierde erläutert.

In den eineinhalb Jahren seit dem GDF wurde das System von seinen ‚Eltern’ noch weiterentwickelt, um schließlich seitens der FEI in eine Testphase zu treten.

Beim CDI4* Fritzens wurde die Grand Prix Kür nach dem alten und dem möglichen neuen Kürbogen gerichtet. Eine exakte Auswertung und Vergleich der Noten wird in den nächsten Wochen erfolgen, aber schon jetzt spricht Trond Asmyr von einem Erfolg des ersten Tests: „Wir hatten einen erfolgreichen, technischen Test des neuen Bewertungssystems auf dem Schindlhof erlebt. Es war sehr interessant, einer der Richter zu sein, die das neu entworfene System testeten und festzustellen, dass es gut funktioniert. Da gilt mein besonderer Dank Katrina Wüst und Daniel Göhlen. Am Montag nach dem Turnier wird es eine telefonische Konferenzschaltung des FEI Dressurkomitees geben. Die exakte Auswertung wird aber noch ein paar Wochen in Anspruch nehmen. Erst danach kann eine Bewertung des neuen Systems folgen. Über eine Reglementänderung wird frühestens im November bei der FEI-Generalversammlung entschieden werden.“ Die Einführung könnte allerdings auch bei Annahme erst für 2017 erfolgen, denn, so Asmyr: „Bei den Olympischen Spielen wird sicherlich nach dem alten System gerichtet werden, aber es ist durchaus möglich, dass schon die ersten Grand Prix Küren bei CDIs auf dieser Basis gerichtet werden. Wir beschäftigen uns als erstes mit dem neuen Bewertungssystem für Grand Prix Küren, generell soll dieses System bei Annahme aber auch für die darunterliegenden Anforderungsstufen entwickelt werden. Umso niedriger die Klassen, um so mehr Freiheit wird es aber für die Reiter bei der Ausführung geben.“

Birgit Popp

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