Deutsche Bank Reitsport-Akademie: Sanneke Rothenberger

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(© DBRA)

Sanneke Rothenberger ist schon zum zweiten Mal Teil der Deutsche Bank Reitsport-Akademie. Ihren Fokus legt die 24-Jährige derzeit aufs Arbeiten sowie die Ausbildung junger Pferde. Marie Henrich, Teilnehmerin am Mini Mentee-Programm trainiert zusammen mit Sanneke.

Es ist 6 Uhr in der Früh, manche würden auch behaupten, dass es noch mitten in der Nacht ist. Nicht für Sanneke Rothenberger, die schon das zweite Jahr Mitglied in der Deutsche Bank Reitsport-Akademie ist. Die 24-Jährige absolviert täglich ein straffes Programm. Erst reiten, dann arbeiten. Vollzeit. „Ich habe schon immer gesagt, dass ich nicht nur reiten möchte, sondern auch einen Job in der Wirtschaft ausüben möchte. Das bedeutet nicht, dass mir der sportliche Erfolg egal ist, eher im Gegenteil, ich bin nach wie vor sehr ehrgeizig, aber der Druck verteilt sich jetzt auf Sport und Beruf“, sagt Sanneke.

Im letzten Jahr wurde sie noch dreifache U25-Europameisterin mit Deveraux, in diesem Jahr gehörte sie nicht einmal zum EM-Team. Der Grund dafür ist nicht nur, dass Sanneke jetzt arbeitet, sie hat auch neue Pferde im Stall stehen. „Ich habe jetzt zwei Siebenjährige im Stall, die ich selber ausbilde. Zum einen ist das Foreign Affair v. Rock Forever I, ein dunkelbrauner KWPN-Wallach aus der Zucht von Jan-Willem Greve und der andere heißt Sankt Anton. Ein schwarzbrauner Oldenburger, der von Ralf Suhr gezogen wurde und San Amour zum Vater hat. Bei letzterem hilft Sönke mir noch sehr viel, er reitet ihn auch aktuell häufig unter der Woche und kann mir dann hilfreiche Tipps zum Wochenende geben.“

„Es ist schon was anderes, zwei junge Pferde zu reiten, aber es macht total Spaß und ich liebe die Herausforderung. Bei Deveraux und Wolke habe ich mich in den Sattel gesetzt und habe über die Jahre gelernt, welche Knöpfe ich drücken muss, damit es funktioniert, bei den beiden Jungen ist das noch ein gegenseitiges Abstasten.“

Nach dem Reiten ist vor der Arbeit

Seit gut einem Jahr steht Sanneke mit beiden Beinen im Berufsleben und eine wichtige Unterstützung auf dem Weg ins Berufsleben war ihre Deutsche Bank-Mentorin Tanja Traupe. „Dass Tanja meine Mentorin ist, ist ein absoluter Glücksgriff. Als für mich der Eintritt in den Job anstand, hatte ich noch sehr große Zweifel, ob ich Reiten und Arbeiten problemlos miteinander verbinden kann. Tanja konnte sie mir nehmen“, so Sanneke. „Tanja war damals, als sie mit dem Arbeiten anfing, auch im Dressur B-Kader und konnte meine Zweifel zu 100 Prozent nachempfinden und deswegen hatten ihre Worte dazu besonders viel Gewicht.“ Die Deutsche Bank-Mentorin Tanja Traupe gab Sanneke den Tipp, gleich offen ihrem neuen Arbeitsgeber gegenüber zu sein. „Sie meinte zu mir, wenn ich meinem Arbeitgeber von Anfang an von meinen sportlichen Ambitionen erzähle, kann er sich darauf einstellen und sich überlegen, ob sich beides miteinander verbinden lässt.“ Und der Tipp war goldrichtig, denn Sanneke hat dadurch viele Freiheiten, kann freitags auch mal zu einem Turnier aufbrechen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Privat

Deutsche Bank-Mentorin Tanja Traupe und Akademistin Sanneke Rothenberger pflegen den stetigen Austausch. (© Privat)

Mini Mentee Marie Henrich

Die 20-jährige Marie Henrich hat sich mit ihrem Erfolgspferd Lancelot beim Mini Mentee-Programm der Deutsche Bank Reitsport-Akademie beworben. Der neunjährige Londonderry-Sohn ist nicht nur selbst gezogen, Marie bildet den Hengst auch selber aus. 2012 hatten die beiden ihre ersten Starts in Dressurpferdeprüfungen, heute reiten sie in Klasse L ganz oben mit und wollen es im nächsten Jahr auf M-Niveau versuchen. Das Problem sind noch die fliegenden Galoppwechsel.

Zurück zur Basis

„Lancelot ist ein großes und sehr sensibles Pferd, der es Marie immer und unbedingt recht machen möchte. Und Marie möchte auch immer alles richtig machen und eigentlich liegt genau da das Problem“, lautet Sannekes Einschätzung. „Wenn die beiden auf die Diagonale abbiegen, sind Pferd und Reiter schon angespannt. Das ist eine Kettenreaktion. Marie verkrampft sich, weil sie schon an den Wechsel denkt und hofft, dass er klappt und Lancelot weiß nicht wie ihm geschieht, weil er merkt, wie angespannt Marie ist.“ Um beiden die Anspannung zu nehmen, sollte Marie keinen fliegenden sondern erst einmal wieder einen einfachen Wechsel reiten. „Wir haben mit vielen Galopp-Schritt-Übergängen angefangen. Zum einen sollten die beiden etwas anderes als den Wechsel mit der Diagonalen verbinden und zum anderen, muss der einfache Wechsel einwandfrei klappen, ehe es an den fliegenden geht.“ Generell empfiehlt Sanneke ihren Schülern bei Problemen immer wieder zurück zur Basis zu gehen. „Viele machen den Fehler, zu oft eine Lektion zu üben, die nicht klappt. Stattdessen sollte man lieber einen Schritt zurückgehen und schauen, ob es nicht da auch schon hakt. Pferd und Reiter sollten bei jeder Lektion ein gutes Gefühl haben und das erreicht man nicht, in dem man sie bis zum Umfallen übt. Lieber einen Schritt zurückgehen, um dann bestenfalls zwei wieder nach vorne gehen zu können.“


DAS IST DIE DEUTSCHE BANK REITSPORT-AKADEMIE

Die Deutsche Bank hat sich gemeinsam mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zur Aufgabe gemacht, den deutschen Nachwuchs in der Dressur zu fördern und ihnen den Weg in den Spitzensport zu ebnen. Im Dezember 2015 ist das Pilotprojekt mit den ersten zehn Stipendiaten gestartet. Bundestrainerin Monica Theodorescu unterstützt dabei das Programm als sportliche Leiterin. Außerdem sind die Deutsche Bank Akademie-Mitglieder berechtigt, auf fünf großen Turnieren innerhalb Deutschlands zu starten: Dressur und Spring Derby in Hamburg, Pfingstturnier in Wiesbaden, Dressurfestival „Der Ritt um das Goldene Pferd“ in Werder (Berlin), die Munich Indoors und das Festhallen Turnier in Frankfurt. Der oder die Jahrgangsbeste erhält eine Wildcard für das CHIO Aachen. Über die sportliche Unterstützung hinaus, bekommen die Mitglieder einen Tutor von der Deutschen Bank an die Seite. Dieser steht den Mitgliedern nicht nur bei wirtschaftlichen Fragen zur Seite, sondern unterstützt insbesondere auch in Fragen rund um das Thema duale Karriere. Ziel dabei ist es, den sportlichen Erfolg sowie die berufliche Zukunft des olympischen Nachwuchses zu fördern.

Malte Christians

Die diesjährigen Akademisten der Deutsche Bank Reitsport-Akademie, normalerweise im Viereck zuhause, machen sich mit dem Stadion des CHIO Aachens vertraut (© Malte Christians)

MINI-MENTEE PROJEKT

Zehn junge Amateure wurden aus einer Vielzahl an Bewerbern ausgewählt und jeweils einem Mitglied der Deutsche Bank Akademie zugeordnet. Diese geben ihren sogenannten „Mini-Mentees“ Unterrichtsstunden und begleiten sie im Laufe der nächsten Turnier-Saison. Die Unterstützung kann in Form von Telefonaten oder Video-Einsendungen erfolgen. Die Mitglieder sollen ihr Wissen und ihre Erfahrung rund um das Turnierreiten den jungen Amateuren weitergeben, die schon mindestens auf L-Niveau reiten.

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