DM Dressur-Kür: Zwischenstand nach der ersten Hälfte: Werth führt deutlich, mit „Zweitpferd“

Viele unterschiedliche Musiken, anspruchsvolle Choreographien – erste Eindrücke von der Deutschen Dressurmeisterschaft in der Kür.

Isabell Werth hat richtig vorgelegt. Mit über 80 Prozent liegt sie mit El Santo klar in Führung.

Dorothee Schneider und Forward Looking

Federleichte Passagen und Piaffen untermalt von Bandoneon und ein paar spanischen Gesängen zum Auftakt für Dorothee Schneider und die 13-jährige Westfalenstute. Eine tolle Piaffe zu Beginn, olé! Wenn es im Trab schwungvoller wird, schaltet die Musik in Richtung Latino um, Rumbarasseln, Perkussion und etwas Geige. Schneider reitet sehr präzise zur Musik. Spanische Gesänge zum Schritt und gezupfte Gitarre, etwas melancholisch, Tango, seufz, so schön! Es geht unter anderem um amore, ja, ja. Galopp gleich mit einer Bilderbuchpirouette gefolgt von sicheren Zweierwechseln, danach Traversalverschiebungen. Die Stute schäumt , kaut zufrieden und springt ohne Probleme elf Einerwechsel damit ist die Scharte aus dem Grand Prix Speciel ausgewetzt. Zur letzten Pirouette im Galopp singt ein Kinderchor auf spanisch. Auch Schneider zeigt am Ende eine Fächerpirouette. Dabei will die Fidermark-Tochter alles ganz besonders gut machen, nimmt extrem Last auf, wird klein und kurz, hält den Takt und federt in der Passage zum abschließenden Gruß. Harmonie nahezu in Vollendung, das kommt auch den Richtern überhaupt nicht spanisch vor: 78,45 Prozent!

Jenny Lang und ihr Holsteiner Loverboy.

Gerade hat sie noch in der Kür in Mannheim gewonnen, jetzt ist Jenny Lang mit ihrer Kür zu unter anderem Pink Panther (für die Passagen und Piaffen) im Bigband-Sound. Gestern im Grand Prix Special hatte es in einer Piaffe Probleme gegeben. Heute ist der Lorentin-Sohn ein Musterschüler. Das ändert sich auch nicht als die Klarinette die Galopptour ankündigt Dschungelbuch Ich möchte so sein wie du. Heute klappt alles: Tolle fliegende Wechsel zu zwei Sprüngen, präziser Übergang zur doppelten Pirouette, in denen Querflöte, Klarinetten und Trompete Dschungelatmosphäre zaubern. Sichere Einerwechsel auch da hatte es im Grand Prix Special etwas gehakt. Starker Schritt davon hat der Holsteiner reichlich auf der Zirkellinie. Am Ende nochmal Galopp doppelte Pirouette mit Übergang in die Piaffe. Zu dem Titelthema von Pink Panther dann in der Passage zum Schlussgruß. Jenny strahlt, winkt, klopft Loverboy, strahlt noch mehr, winkt wieder und ist einfach nur happy. Begeisternde Pfiffe und Rufe von der Tribüne, großes Kino! B-Noten bis 82 Prozent (von Chefrichterin Katrina Wüst) A-Noten bis 75 Prozent, am Ende sind es satte 77,00 Prozent!

Christoph Koschel und Rostropowitsch

Sting röhrt Roxanne nach dem Auftaktgruß Christoph Koschel reitetmit dem zwölfjährigen Rostropowitsch v. Rockwell die Kür, mit der es Koschel einst im Sattel von Donnperignon in die Weltspitze geschafft hat. Every breath you take zu allen langsamen Trabbewegungen, Doodoodoo, dadada wenn es frisch vorwärts geht. Der Westfale absolviert brav seine Lektionen. English man in New York zum Angaloppieren. Im starken Galopp gibt Koschel richtig Gas, aber in der Rückführung hat der Westfale die Kruppe hoch. Am Ende eine komplexe Folge: Auf der Diagonalen von der linken Hand kommend zunächst gleich nach dem Wechselpunkt eine doppelte Galopppirouette, dann neun Einerwechsel, eine Galopppirouette rechts, wieder doppelt, daraus Übergang in eine Piaffepirouette nach links. 76,1 Prozent.

Thomas Wagner und Amoricello

Der fein sitzende Thomas Wagner reitet seinen Hannoveraner Amoricello v. Abanos zu Dancefloor-Rythmen. Synthesizer zum Trab, zu Piaffen und Passagen letztere ein Highlight des Braunen. Around the world (Daft Punk), Galopp beginnt zu When tomorrow comes von Annie Lennox (Ex-Eurythmics). Starker Galopp in eine doppelte Pirouette. Aus dem Galopptraversalen direkt auf geradere Linie parallel zur langen Seite in die Einerwechsel, gute Idee, leider gelingt der Auftakt dazu nicht ganz glatt. Im Schritt bleibt die Musik bei den Eurythmics I saved the world. Am Ende legt der Berufsreiter aus dem Jahr 2013 dann nicht eine, sondern gleich zwei Schippen drauf: aus dem Schritt in eine Galopppirouette, direkter Übergang in eine Fächerpiaffe, also halbe Piaffepirouetten mit Richtungswechsel das sind schon internationale Höchstschwierigkeiten! 72,48 Prozent hätte der Mann aus dem Frankfurter Raum einen größeren Namen, hätte es etwas mehr sein können.

Marion Engelen und Diego OLD

Die DM-Debütanten setzen auf Lady Gaga, „Bad Romance“ und Co. Höhepunkte sind die Passagen, auch die Einerwechsel sind gut.72,075 Prozent

Katharina Birkenholz und Don Androso

Den Auftakt gestaltet das süddeutsche Paar. Sie präsentieren das, was momentan international angesagt ist: Streicher, Bläser – großes Orchester. Der Württemberger Donnerschlag-Sohn ist ein sympathisches Pferd und erhält 68,275 Prozent

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