Don Auriello verabschiedet sich in den Ruhestand

DOn Aurellio

Tinne Vilhelmson Silfvén und Don Auriello. (© Pauline von Hardenberg)

Fast zehn Jahre lang waren Don Auriello und seine Reiterin Tinne Vilhelmson Silfvén nicht aus dem internationalen Dressurvierecken wegzudenken. Olympia, Weltreiterspiele, Europameisterschaften – der Hannoveraner vertrat die schwedischen Farben bei zahlreichen Championaten. Nun steht für ihn die wohlverdiente Rente an.

Don Auriello stammt aus deutscher Zucht: Er kam am 1. Mai 2002 bei Joachim Poppe in Harsefeld zu Welt. Der Hannoveraner war als Fünfjähriger unter seiner Ausbilderin Birgit Wellhausen-Henschke auf dem Bundeschampionat am Start. Man munkelt, dass es schon damals Stimmen am Viereckrand gegeben hätte, die in dem Don Davidoff-Sohn aus einer White Star-Mutter ein zukünftiges Grand Prix-Pferd erkannten. Es folgten die Teilnahme an der WM der jungen Dressurpferde 2009 und die Qualifikation für den Louisdor Preis (ehemals: Medien-Cup) im darauffolgenden Jahr. Am Finale nahm der hochbeinige Braune dann allerdings nicht mehr teil – er wurde vorher nach Schweden verkauft.

Bis heute steht Don Auriello im Besitz des Gestüts Lövsta Stuteri, das mit der Unternehmerin Antonia Ax:son Johnson einer der reichsten Frauen in Schweden gehört. Dort ist auch Tinne Vilhelmson Silfvén angestellt, die fortan die weitere Ausbildung von „Anton“ übernahm. Ab 2011 mischte das Paar auf der internationalen Bühne mit – und das mit zahlreichen großen Erfolgen. So gaben die beiden schon ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in London ihr Championatsdebüt für Schweden, belegten dort mit der Manschaft Platz fünf und waren Elfte im Einzel. Vier Jahre später, in Rio de Janeiro, sollte es erneute Rang fünf mit dem Team werden. In der Einzelwertung erreichte das schwedische Erfolgsduo Platz acht.

Allein fünfmal qualifizierte sich Don Auriello im Laufe seiner Karriere für das Weltcup-Finale. 2016 schaffte er es dort mit seiner Reiterin vor heimischen Publikum in Göteborg sogar auf den Silberrang. Die Erfolgsliste des Wallachs ließe sich noch lange weiter fortsetzen: So war er 2014 und 2018 bei den Weltreiterspielen am Start, vertrat Schweden zudem bei zwei Europameisterschaften. Unvergessen auch der CHIO Aachen 2015, wo Don Auriello in der Kür siegte. Zweite wurde damals übrigens Isabell Werth mit Don Johnson!

Kür-Spezialist Don Auriello

Apropos Kür: Wenn der Hannoveraner mit dem Oldenburger Vater eines war, dann ein Kür-Spezialist. Denn die von dem Niederländer Cees Slings dem Paar Don Auriello/Tinne Vilhelmson Silfvén nicht nur auf den Leib geschneiderten, sondern auf jedes einzelne Bein abgestimmten Musikkreationen, sorgten für viele Siege. Dazu zählte beispielsweise die Kür zu Themen aus dem Rockmusical „Tommie“, einem Klassiker der Rockgeschichte.

Dass zu Klängen von The Who einmal Dressurpferde „tanzen“ würden, hätte sich sicherlich in den 1970er-Jahren niemand denken können. Aber „Pinball Wizzard“ funktionierte und selbst die mitunter konservative Dressurrichterschaft zuckte von mal zu mal weniger, wenn die verzerrten E-Gitarren das Paar ankündigten. Mitunter einhändig gerittene fliegende Galoppwechsel von Sprung zu Sprung oder ganze Pirouetten und präzise Fächerpirouetten zählten häufig zu den Programmen. Bei den Olympischen Spielen in Rio waren es die Beach Boys, und hier leitmotivisch die Hymne „Good Vibrations“, die das Paar begleitete.

Dank an ein besonderes Pferd

„Antons Charme und Arbeitseinstellung sind einzigartig! Ich konnte mich immer darauf verlassen, dass er für mich alles richtig machen möchte. Er liebt das Rampenlicht, je mehr er bejubelt wird, desto stolzer ist er! Die Chance zu bekommen, auf einem Pferd wie Anton zu reiten, ist ein wahr gewordener Traum“, so heißt es von Tinne Vilhelmson Silfvén auf der Homepage des Gestüts Lövsta Stuteri.

Offiziell aus dem Sport verabschiedet werden, soll der 17-Jährige am ersten Advent bei der Sweden International Horse Show in Stockholm. Den letzten sportlichen Auftritt hatte das Paar Anfang April beim Weltcup-Finale in Göteborg.

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