Donaueschingen: Persönlicher Rekord im Grand Prix Special für Jessica von Bredow-Werndl und Dalera, Frau Holle zum Burg-Pokal

02 Frie Jessica von Bredow-Werndl – Dalera BB

Jessica von Bredow-Werndl und Dalera BB (© Archiv Frieler)

Schon gestern hatten die beiden Europameisterschafts-Dritten Jessica von Bredow-Werndl und Dalera in Donaueschingen demonstriert, dass sie dieses Jahr ein neues sportliches Niveau erreicht haben. Heute im Grand Prix Special lieferten sie erneut eine Prüfung, die mit einzelmedaillenverdächtigen Punkten bewertet wurde.

81,809 Prozent – das ist ein Ergebnis, das die Mannschaftswelt- und -europameisterinnen Jessica von Bredow-Werndl  und Dalera BB (BB für die Besitzerin Beatrice Bürchler-Keller) im Grand Prix Special auf internationaler Ebene bislang noch nie erreicht haben. Und es hätte zum Beispiel bei den Weltreiterspielen 2018 für Silber gereicht. Dalera hat seitdem noch einmal einen riesengroßen Sprung nach vorne gemacht. Die federleichten, elastischen Piaffen und Passagen, in denen die 13-jährige Trakehner Stute spielend den Takt hält und trotzdem genügend Last aufnimmt, kommen dem Ideal sehr nahe. Vor allem aber besticht das Paar durch die Harmonie, die sie ausstrahlen. Und das ist es ja letztlich, worum es in der Dressurreiterei geht.

Das harmonische Reiten aus einem geschmeidigen Sitz mit diskreter Hilfengebung ist es auch, was Jessicas Bruder Benjamin auszeichnet. Mit seinem heute elfjährigen Oldenburger Farewell III-Sohn Famoso gehört er ja ebenfalls zum deutschen Championatskader. Dass Donaueschingen für die beiden ein gutes Pflaster ist, hatte man schon im Vorjahr gesehen, als sie den Grand Prix Special hier mit über 78 Prozent gewannen. Das wurde es heute nicht ganz. Wie schon im Grand Prix wurde Bruder Benjamin Werndl auf Famoso Zweiter, heute mit 76,596 Prozent.

Besonders hervorzuheben bei diesem Paar: die leichte und doch stete Anlehnung mit wunderbarem Seitenbild. Bei Famoso ist das Genick wirklich der höchste Punkt und die Nase vor der Senkrechten – und zwar in allen Tempi. So soll es sein.

Frederic Wandres reihte sich im Sattel von Duke of Britain auch heute mit 74,638 Prozent an dritter Stelle ein. Highlights: die Piaffen! Wermutstropfen: z. B. ein Versehen, als der Dimaggio-Sohn im starken Trab angaloppierte, und die Richterbewertungen, die von 71,596 Prozent von Leif Törnblad bei C bis 78,671 Prozent von Dr. Jean-Michel Rodier bei E reichten.

Vierte war erneut die Britin Laura Tomlinson auf ihrer Zukunftshoffnung Rose of Bavaria, einer in Bayern gezogenen DSP-Stute v. Bordeaux, die heute mit 73,830 Prozent aus dem Viereck kam.

Nürnberger Burg-Pokal Ticket für Jana Schrödter

Ein ganz großes Trostpflaster dafür, dass sie bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter nicht wie eigentlich geplant an den Start gehen konnten, verdienten sich heute Jana Schrödter und Frau Holle in der Qualifikation für den Nürnberger Burg-Pokal.

Erst seit wenigen Monaten reitet die 19 Jahre junge Jana die von ihrer Mutter ausgebildete achtjährige Westfalen-Stute v. Fürstenball, aber da schienen sich zwei gesucht und gefunden zu haben. Sowohl bei ihrer Turnierpremiere in Mariakalnok als auch bei der EM-Sichtung in Warendorf empfahlen sie sich nachdrücklich fürs das Junge Reiter-Team und wurden nominiert. Doch bei den vor Championaten obligatorischen Dopingtests der Teampferde im Vorfeld stellte sich heraus, dass sich in Frau Holles Blut noch Abbauprodukte einer auf dem Turnier verbotenen Substanz befanden. So mussten die beiden zuhause bleiben.

Dass sie bei der EM ganz sicher ein Wörtchen mitzureden gehabt hätten, demonstrierten Jana Schrödter und Frau Holle heute eindrucksvoll. Sie gewannen die Prix St. Georges Sonderaufgabe mit 74,512 Prozent dank eines wirklich harmonischen Rittes. Bis auf Dr. Dietrich Plewa bei H hatten alle Richter sie an vorderster Stelle.

Die Sieger der Qualifikation, Frederic Wandres und der ehemalige Bundeschampion Quizmaster (v. Quasar de Charry), wurden Zweite mit 72,683 Prozent, dicht gefolgt von Emma Kanerva mit ihren beiden Pferden Mist of Titanium (72,244) und Feldrose (71,927).

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