Dressur-EM Pilisjaszfalu: Übermächtige deutsche Ponyreiterinnen

Lucie-Anouk Baumgürtel und Nasdaq bei der EM-Sichtung 2020 in Warendorf. Nun wird der Wallach von ihrer Schwester geritten. (© Mirka Nilkens)

Wenn 75,886 Prozent das Streichergebnis der deutschen Mannschaft sind, sagt das eine Menge aus! Nachdem es 2019 „nur“ Bronze wurde für die deutschen Pony-Dressurreiterinnen bei der EM in Strzegom wurde, hat die Equipe dieses Jahr richtig zugeschlagen.

Mit 232,771 Punkten setzte sich die deutsche Equipe gegen die Mannschaften aus Dänemark (222,171) und den Niederlanden durch (221,80). Rang vier ging nach Belgien mit 215,943 Punkten.

Von der 2019er-Mannschaft waren dieses Jahr zwei Paare und ein Pony mit nach Pilisjaszfalu gereist. Sowohl Shona Benner als auch Rose Oatley gehörten in Strzegom zum Team und waren auch jetzt mit dabei. Der Hengst Daily Pleasure war auch mit, damals unter Antonia Busch-Kuffner, dieses Jahr mit seiner neuen Reiterin Antonia Roth. Der Joker im Team waren Lucie-Anouk Baumgürtel und Nasdaq, ein Paar, das erst dieses Jahr so richtig durchgestartet ist – wobei die Reiterin ja schon vor vier Jahren dreifache Europameisterin geworden war, nur auf einem anderen Pony.

Ihre Erfahrung kommt Lucie-Anouk, die sich im vergangenen Jahr bei den Junioren ins EM-Team geritten hatte, aber wegen Krankheit des Pferdes nicht teilnehmen konnte, nun zugute. Mit sensationellen 80,057 Prozent bewerteten die Richter den Auftritt der 16-Jährigen mit ihrem neunjährigen Nemax-Sohn. Da kam kein anderes Paar auch nur annähernd heran.

Zweitbestes deutsches Paar waren Rose Oatley und ihr zehnjähriger FS Daddy Cool-Sohn Daddy Moon. Sie kamen auf 76,743 Prozent – genauso viel wie Sophia Boje Obel Jørgensen mit Adriano B für Dänemark. Trotzdem wurde es für Rose Oatley Platz drei hinter der Dänin. Der Grund: Bei Punktgleichheit auf den ersten drei Plätzen sieht das FEI-Reglement vor, dass das Paar mit der höheren mittleren Bewertung der fünf Richter die bessere Platzierung erhält. Das war in diesem Fall Sophia Boje Obel Jørgensen mit Adriano B, der ja im vergangenen Jahr noch dreimal Gold unter Alexander Yde Helgstrand gewonnen hatte.

Antonia Roth und Shona Benner, die die deutsche Mannschaft bereits gestern mit einem tollen Auftakt in Führung gebracht hatte, belegen in der Einzelwertung nun die Plätze vier und fünf mit 75,971 bzw. 75,886 Prozent.

Die anderen Medaillenträgerinnen

So super es in der Mannschaftswertung auch lief für die deutschen Reiterinnen, in der Einzelwertung heißt es noch mal kämpfen!

Bei den Dänen sind Sophia Boje Obel Jørgensen und Adriano B ein Paar, das man auf jeden Fall auf dem Zettel haben muss. Aber auch Liva Addy Guldager Nielsen und D’Artagnan zeigten eine tolle Prüfung mit viel Leichtigkeit, die mit 75,228 Prozent bewertet worden war. Die beiden hatten schon 2019 zum Goldteam gehört und Silber in der Einzelwertung gewonnen.

Ihnen zur Seite standen Josephine Gert Nielsen auf Dot Com mit 70,20 Prozent und Nathalie Thomassen im Sattel von Lykkehoejs Dream of Dornik, die mit 67,80 Prozent das Streichergebnis bildete.

Stärkstes Paar der Niederlande, die in komplett neuer Besetzung in Pilisjaszfalu am Start sind, waren Lara van Nek und Despino mit 75,314 Prozent. Für die 15-Jährige ist es zwar schon die vierte Europameisterschaft, aber die erste bei den Ponys. Reichlich Erfahrung (und Medaillen) hat sie aber schon bei den Children sammeln können.

Die zweithöchste Bewertung hatten schon gestern Jill Bogers und First Hummer mit 73,60 Prozent erzielt. Sita Hopman und Uthopia II kamen heute mit 72,886 Prozent aus dem Viereck. Das Streichergebnis bildeten Jill Kempes und Next Black Magic mit 71,457 Prozent.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.