EM Fontainebleau: Weitere Dressurmedaillen für deutschen Nachwuchs

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Auf dem Podium: Daphne vn Peperstraten (NED/Gold), Valentina Pistner (Silber) und Romy Allard (Bronze) (© www.fontainebleau2018.com)

Gleich mehrere Silber- und Bronzemedaillen gewannen die deutschen Nachwuchsreiter im Dressurviereck zum Abschluss der Europameisterschaften im französischen Fontainebleau. Die Titel gingen an Reiterinnen aus den Niederlanden.

Viele Medaillen, wenn auch keine goldene. Die letzten Titel im Dressurviereck bei den Europameisterschaften in Fontainebleau gingen in die Niederlande. Die deutschen Children konnten sich zum Abschluss über eine Bronzemedaille für Kenya Schwierking und Dinos Boy freuen. Bei den U14-Reitern gibt es noch keine Kür. Dennoch sind auch hier drei Prüfungen gefordert: Einlaufprüfun, Mannschaft und zuletzt die Einzelwertung. In der Mannschaft hatten die deutschen Dressur-Children schon überzeugen können, nun also die Einzelaufgabe. Kenya Schwierking aus dem niedersächsischen Barver ritt den S-Dressur erfolgreichen 17-jährigen Hannoveraner Dinos Boy v. Del Piero. Sie musste als letzte Starterin ins Viereck, bewies Nervenstärke und  kam auf 73,536 Prozent – Bronze! „Kenya war hier sehr nervenstark, hat bis zum Schluss gestrahlt und sehr schönes Reiten gezeigt, wie man es bei den Children sehen möchte“, bilanzierte Eqipechefin Caroline Roos.

Vierte wurde mit 72,286 Prozent Alina Hahn mit der erst siebenjährigen Württemberger Stute Riana v. Royal Classic. Eine Überraschung insofern, dass sich zunächst Lisa Steisslinger mit Havanna Negra für die Endentscheidung qualifiziert hatte. Erst später stellte sich heraus, das ein Verreiten der Starterin nicht berücksichtigt worden war. Nach dem nachträglichen Abzug von 0,5 Punkten war der Weg frei für Alina Hahn geworden.

Nach fulminantem Auftakt, Platz zwei in der ersten Prüfung, Silber in der Mannschaft, konnten Isabelle Dülffer und der achtjährige Hannoveraner Ben Kinglsey v. Benetton Dream) im Finale nicht ganz an diese Form anknüpfen. „Draußen auf dem Vorbereitungsplatz sah auch alles noch gut und sehr vielversprechend aus. Aber sie sind noch sehr jung und am Ende hat beide ein bisschen die Kraft verlassen. Die Trabtour war noch sehr gut, im Schritt war das Pferd nicht mehr so richtig vor den treibenden Hilfen und so kam eines zum anderen“, tröstet Caroline Roost. Am Ende war es Platz acht beim Championatsdebüt.

Gold und Silber gewannen die niederländische Titelverteidigerin Sanne Buijs mit Happy Feet (76,5) und ihre Teamkollegin Lara Van Nek mit Fariska (75,071).

Europameisterschaften für Dressur-Children schriebt der Weltreiterverband (FEI) seit 2015 aus. In diesem Jahr schickte erstmals das Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) ein Team beschickt. „Es hat sich hier bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war, jetzt auch in dieser Altersklasse die EM zu beschicken. Wir haben ja schon seit Langem das Bundesnachwuchschampionat für diese Zielgruppe und befassen uns seit zwei Jahren intensiv mit den U14-Reitern im Lande. Die Zeit war jetzt reif fürs Championat, das beweisen auch die Ergebnisse“, so das Fazit der Equipechefin

Dressur Junioren rocken das Viereck von Fontainebleau

Medaillen satt haben die deutschen Dressur-Junioren bei Nachwuchs-Europameisterschaften in Fontainebleau in Frankreich gewonnen. In der abschließenden Kür gewann Valentina Pister ihre dritte Silbermedaille und Romy Allard konnte sich abermals über Bronze freuen. „Ich habe mein Pferd erst seit sieben Monaten und gar habe nicht damit gerechnet, hier zu reiten. Anfang des Jahres war ich schon happy, als es Richtung Kronberg und dann zum Preis der Besten ging. Und dass es so weit gekommen ist, jetzt hier auf der Euro zu reiten, ist echt cool“, so die Schülerin aus Bad Homburg. Valentina Pistner hatte schon vor der Kür signalisiert: Eigentlich ist das Plansoll schon mehr als erfüllt. „Ich schaue mal, was passiert. Wenn es gut läuft, umso besser. Wenn nicht… wir haben ja schon zwei Medaillen, das ist mehr, als ich erhofft hätte“. Für ihre Kür bekam sie dann 79,450 Prozent, wieder Silber mit dem Oldenburger Flamboyant OLD (v. Fidertanz).

Auch die amtierende Deutsche Meisterin Romy Allard schaffte es mit Summer Rose v. Sir Diamond ein weiteres Mal aufs Podest. „Man kann nicht sagen, welche Medaille mehr zählt. Bei der Mannschaftsaufgabe freut man sich mit dem ganzen Team, da zählt das Teamgefühl. In der Einzelwertung kann man noch einmal für sich selbst zeigen, was man kann. Das macht besonders stolz, wenn man da noch eine Medaille geholt hat.“ Ihre Kür wurde mit 78,125 Prozent belohnt.

Marlene Sieverding, wie Valentina Pister mit einem Pferd am Start, das sich schon für das Finale im Nürnberger Burg-Pokal hatte qualifizieren können, wurde mit dem zehnjährigen Oldenburger Fürst Levantino v. Fürstenball Sechste (72,381 Prozent). Superstar dieser Nachwuchs-EM war die Niederländerin Daphne Van Peperstraten mit Greenpoint’s Cupido, die auch in der Kür Gold gewann wie schon im vergangenen Jahr. Diesmal erzielte sie 80,925 Prozent.

Kür-Silber für Paulina Holzknecht bei den Jungen Reitern

Einmal Gold, einmal Silber – Top-Bilanz für U21-Dressurreiterin Paulina Holzknecht. Nach Mannschaftsgold sicherte sie sich mit dem 15-jährigen Hannoveraner Wells Fargo die Silbermedaille in der Kür. Co-Bundestrainer Oliver Oelrich lobte die Silhouette des Paares: „Bis auf einen kleinen Fehler präsentierte sich das Pferd unheimlich frisch und in einer guten Haltung.“ 78,0 Prozent zogen die Juroren. 2,5 Prozent mehr bekam die Niederländerin Esmee Donkers mit Chaina. Das Paar hatte  bereits die Einzelwertung für sich entschieden und nahm mit 80,5 Prozent eine weitere Goldmedaille entgegen.

Die beiden anderen deutschen Teilnehmerinnen schlugen sich wacker: Lia Welschof (Paderborn), am Samstag noch mit einer Bronzemedaille bedacht, musste am letzten Tag der EM in Fontainebleau als Erste aus dem Favoritenkreis in die Prüfung. Es war erste das zweite Mal, dass sie diese Kür mit Don Windsor auf einem Turnier ritt. 76,100 Prozent bedeuteten Platz fünf. Sechste wurde Alexa Westendarp im Sattel des jüngsten Pferdes im Team, de siebenjährigen Stute Four Seasons. Untermalt von Stimmungshits aus den 1990er Jahren – Dr. Albans „Sing Hallelujah“ – addierten sich 72,350 Prozent. Den Vater der Stute, den Oldenburger Hengst Fürstenball, hat übrigens Alexas Mutter Ines ausgebildet und auf zum Bundeschampionats-Titel sowie bei der WM der Jungen Dressurpferde geritten.

Pech für Semmieke Rothenberger in der Einzelwertung

Einmal nicht am letzten Tag mit von der Partie war Semmieke Rothenberger, sonst eigentlich immer  eine potenzielle Medaillenkandidatin. Die Schwester von Sönke Rothenberger kam mit der 16-jährigen Rappstute Geisha v. Gribaldi auf „nur“ 72,706 Prozent. Das Paar hatte stark begonnen, alles auf eine Karte gesetzt, doch dann war plötzlich der Wurm drin. „Für Semmieke ist es natürlich schade. Sie wollte natürlich gerne Gold gewinnen und ist ein hohes Risiko gegangenen. Die Trabtour hat auch richtig gut begonnen und die Noten zeigen, dass sie auf dem richtigen Weg war. Leider ist Geisha dann im starken Trab einmal angaloppiert und dieser Fehler hat die beiden ein bisschen aus dem Konzept gebracht.“

Paulina Holzknecht (Solingen) wurde mit Wells Fargo mit 73,088 Prozent Fünfte. „Paulina hatte zwei Fehler in der Wechseltour, die ihr normalerweise nicht passieren, und das war leider teuer“, so Co-Bundestrainer Oliver Oelrich. Den sechsten Platz erreichte Alexa Westendarp mit Four Seasons (72,882).

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