Essen-Herbergen: S-Debüts und noch zwei Siege für Stall Kittel

Symbolbild (© www.toffi-images.de)

Nur zwei Prüfungen standen heute auf dem Programm des Dressurturniers in Essen-Herbergen, eine S* und die S10, der Kurz-Grand Prix. Spannend war vor allem das Starterfeld in der S*, in der gleich mehrere prominente Pferde ihr Debüt in der schweren Klasse gaben.

Die erste Abteilung sicherte sich die ehemalige Deutsche Bank Reitsport-Akademistin Charlott-Maria Schürmann auf Burlington II dem neunjährigen Vollbruder zu ihrem langjährigen Erfolgspferd gleichen Namens, der ja inzwischen auf der Station Böckmann im Deckeinsatz ist. Sein kleiner Bruder, ebenfalls ein Sohn des Breitling W, erzielte heute 71,627 Prozent, die beste Bewertung aller Teilnehmer.

Burlington II ist allerdings schon mehrere S-Dressuren gegangen, die ersten Anfang März in Vechta, wo er einmal Zweiter und einmal Erster war und zuletzt dann in Hagen, wo er Vierter im Prix St. Georges Special wurde.

Anders der Hengst auf Rang zwei der ersten Abteilung, For Final v. For Romance, den Therese Nilshagen für das Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen vorstellte. Der erst siebenjährige For Final hatte vierjährig Silber beim Bundeschampionat gewonnen. Im vergangenen Jahr belegte er Rang zehn. Und nun debütierte er in der schweren Klasse. Ergebnis: 71,349 Prozent und die silberne Schleife.

Rang drei belegte Florine Kienbaum auf dem ebenfalls erst siebenjährigen KWPN-Wallach Inspire v. Johnson (70,595), gefolgt von Pia Wischerath und Darth Vader (70,397).

Nicht nur ihre erste S-Dressur, sondern ihr erstes Turnier überhaupt ging Anabel Balkenhols elfjährige Westfalen-Stute Hannah v. Herzensdieb. Sie kam bei Familie Balkenhol zur Welt und hatte bis jetzt Zeit in Ruhe zu reifen, ehe sie Turnierluft schnupperte. Ihre Premiere wurde mit 70,357 Prozent bewertet.

Wahlkamp-Nilsson zum ersten

Einen äußerst erfolgreichen Tag hatte heute die Schwedin Malin Wahlkamp-Nilssono, Bereiterein bei Patrik Kittel. In der zweiten Abteilung der S* holte sie ihre goldene Schleife Nummer eins am heutigen Tag, hier auf dem zehnjährigen KWPN-Hengst Fenix v. Vivaldi. Fenix war fünfjährig mit Emmelie Scholtens bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde am Start gewesen, allerdings nicht bis ins Finale vorgedrungen. In Deutschland ging er sein erstes Turnier. Die Richter gaben ihm 71,508 Prozent.

Platz zwei ging an Victoria Raphaela Krüger auf dem Oldenburger Samarant-Sohn Strahlemann (71,190), gefolgt von Annika Feldhaus mit Formidable v. Fürst Romancier (70,437).

Weitere Bundeschampionats-Medaillengewinner

Die zweite S-Dressur ihres Lebens ging die Bundeschampionats-Zweite bei den Reitpferden 2017 und Finalistin der Folgejahre, Feel Free v. Foundation mit ihrer Besitzerin Bernadette Brune. Die erste in Vechta hatte die bewegungsstarke Oldenburger Stute gewonnen, heute reichten 69,167 Prozent nicht mehr für eine Platzierung.

Mit dem neunjährigen KWPN-Hengst Tolegro v. Totilas-Krack C hatte Bernadette Brune noch ein zweites Eisen im Feuer. Der Rappe ist schon lange im Besitz von Bernadette Brune und ging auch schon eine Prüfung der schweren Klasse, allerdings wurde er bislang nicht von der Chefin selbst vorgestellt. Bei seiner S-Premiere im März 2019 in Zierow hatte Brunes damalige Stallreiterin Anja Engelbarth im Sattel gesessen und war Sechste geworden. Heute gab es beim ersten gemeinsamen Auftritt mit seiner Besitzerin 68,452 Prozent.

Viele Fans hatte der nun zehnjährige Hannoveraner Christ-Sohn Coal Diamond, als er 2013 Silber beim Bundeschampionat der dreijährigen Hengste holte, damals unter Jessica-Lynn Andersson. Sabine Rüben hatte ihn in seinen ersten S-Dressuren vorgestellt und war 2018 mehrfach platziert gewesen. 2019 war der Hengst gar kein Turnier gegangen. Heute saß erstmals David Taylor im Sattel. Den Heimvorteil konnte der Hengst im Besitz des Gestüts Sprehe allerdings nicht wirklich nutzen. Mit 64,603 Prozent musste er sich mit dem letzten Platz zufrieden geben.

Wahlkamp-Nilsson zum Zweiten

In der S10 gab es die zweite gelbe Schleife für Schwedens Malin Wahlkamp-Nilsson, wieder mit niederländischem Pferd. Diesmal war es der Tuschinski-Sohn Ferrero D, der der australischen Olympiareiterin Mary Hanna gehört, der Malin Wahlkamp-Nilsson zum Sieg trug. Für die beiden war es das erste gemeinsame Turnier, bei dem es auf Anhieb 72,984 Prozent gab.

Rang zwei sicherte sich Fabienne Müller-Lütkemeier auf dem Hannoveraner Falsterbo-Sohn Flynn PCH (72,442) vor Alexa Westendarp auf dem DSP-Wallach Hicksteadt v. Hudson (72,209).

Platziert war in dieser Prüfung unter anderem auch der erfolgreiche Oldenburger Deckhengst For Romance v. Fürst Romancier mit Therese Nilshagen auf Platz sechs (71,202).

Dazwischen schoben sich Simone Pearce und Amandori v. Ampere, den sie ebenfalls für das Gestüt Sprehe vorstellte (71,705) sowie der Louisdor-Preis Finalist 2019, Science Fiction v. San Amour unter Pia Wischerath (71,589).

Piaff-Förderpreiskandidatin Paulina Holzknecht und ihr neuer Star im Stall, der Westfalen-Hengst Ein Traum, waren bei ihrem zweiten regulären gemeinsamen Turnier als Zehnte mit 70,116 Prozent ebenfalls noch im Geld.

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