Frankfurt: Spannende Burg-Pokal Einlaufprüfung mit Total Hope an der Spitze

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Isabel Freese und Total Hope bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde 2019, wo sie Bronze gewannen. (© www.toffi-images.de)

Der Nürnberger Burg-Pokal 2019 verspricht, eine spannende Angelegenheit zu werden. Die Einlaufprüfung ging an Total Hope. Aber so richtig einig waren die Richter sich nicht in ihren Bewertungen.

Mit 77,610 Prozent gewann Total Hope unter Isabel Freese (NOR) den Auftakt zum Burg-Pokal Finale 2019 vor Bonita Springs mit Kira Wulferding (76,293) und Cadeau Noir unter Lena Waldmann (75,854), die mit Nachrücker Morricone auch gleich noch das Pferd auf Rang vier vorstellte (75,268).

Total Hope, der Oldenburger Sohn von Totilas und Weihegold aus der Zucht von Christina Arns-Kroogmann und im Besitz der Hengststation Schockemöhle, hatte sich in Redefin für den Start in Frankfurt empfohlen und überzeugte auch bei der Generalprobe in Nürnberg.

Heute sahen ihn zwei der fünf Richter auf Rang eins: Katrina Wüst bei E und Peter Holler bei H. Elke Ebert bei C und Henning Lehrmann bei M hatten das Paar auf Rang zwei. Dr. Dietrich Plewa, der ja in Stuttgart seinen Rücktritt von seiner internationalen Richterfunktion bekannt gegeben hatte und sich künftig mehr auf Jungpferdeprüfungen konzentrieren will, sah Total Hope nur auf Platz vier.

Der elastische Rappe hat große Ähnlichkeit mit seinem Vater Totilas, sowohl optisch als auch hinsichtlich der Versammlungsbereitschaft. Dem erst siebenjährigen Hengst gelang eine fehlerfreie Prüfung mit Höhepunkten vor allem in der Galopptour, auch wenn die Pirouetten noch reichlich groß gerieten. Dafür waren die Serienwechsel echte Highlights. Hier kann er seinem Vater eines Tages sogar noch überlegen sein.

Platz zwei für Bonita Springs

Ebenfalls erst siebenjährig ist das Pferd auf Platz zwei, die Rheinländer Stute Bonita Springs v. Boston-Fidertanz aus der Zucht und im Besitz von Ulla Katzorke-Hellweg und vorgestellt von Kira Wulferding.

Die elegante Dunkelfuchsstute, die einst die Hannoveraner Herwart von der Decken-Schau gewann, gefiel in der Trabtour mit einer vertrauensvollen Anlehnung. Die Nase vor der Senkrechten, das Genick der höchste Punkt, so soll das sein. Highlights hier: die geschmeidigen, kadenzierten Traversalen.

Der Schritt ist geregelt mit ausreichend Übertritt und Dehnungsbereitschaft. In den Schrittpirouetten ließ die Stute sich willig aufnehmen und trat aktiv mit.

Anders als bei dem Sieger sind die Galopppirouetten von Bonita Springs schon sehr klein und „auf dem Teller“. In der nach rechts kam sie etwas hinter die treibende Hilfe und verlor so ganz leicht die Balance. Die Pirouette nach links klappte sehr gut. Und auch in der Galopptour: vorbildliche Kopf-Hals-Haltung! Wobei die Stute sich in den Serienwechseln mitunter etwas verkantete. Doch sie gelangen ohne Fehler, ebenso wie der Rest der Aufgabe.

Fazit: Den sicheren Sieger haben wir heute noch nicht gesehen. Das kann im Finale noch mal spannend werden! Chefrichterin Elke Ebert hatte Bonita Springs auf dem ersten Platz. Alle anderen Richter sortierten sie an zweiter Stelle ein – mit Ausnahme von Henning Lehrmann, der sie auf Rang drei sah.

Bonhomme-Hengste in Form

Wäre es nach Henning Lehrmann und auch nach Dr. Dietrich Plewa gegangen, hätte gleich das erste Pferd der Prüfung auch die Ehrenrunde angeführt: der neunjährige Hannoveraner Christ-De Niro-Sohn Cadeau Noir aus der Zucht von Thomas Heuer und im Besitz des Gestüts Bonhomme.

Unter seiner Ausbilderin Lena Waldmann zeigte er tolle Trabtraversalen. Auch schön zu sehen: die Leistungsbereitschaft des Hengstes. Zwar war der Schweif tendenziell immer etwas unruhig, aber es war ersichtlich, dass das war vor allem dann der Fall war, wenn Cadeau Noir sich besonders anstrengen musste. Vor allem im Galopp kann der Hengst seine Springpferde-Ahnen nicht leugnen – sehr aktives Hinterbein und eine Riesenübersetzung, was erst einmal in die richtigen Bahnen gelenkt werden muss fürs Viereck. Das ist Lena Waldmann gelungen. So gut, dass sie bei zwei Richtern ganz vorne stand. Peter Holler hingegen sah das Paar nur auf Rang sechs. Die anderen beiden Kollegen rangierten Cadeau Noir an vierter Stelle. Schlussendlich wurde es Rang drei.

Lena Waldmann dürfte zufrieden sein mit dem heutigen Tag, nachdem sie ihr zweites Pferd, den erst siebenjährigen einstigen Oldenburger Siegerhengst Morricone v. Millennium-Rubin-Royal (Z.: Heinrich Vahle) auch noch an vierter Stelle platzieren konnte.

Drei Richter, die bei H, C und M hatten den eleganten Schwarzen auf Rang drei. Katrina Wüst bei E setzte ihn an fünfte Stelle und Henning Lehrmann bei B an Position vier, wo er ja schlussendlich auch landete.

Die weiteren Plätze

Fünfter wurde der Sieger der Qualifikation von Mannheim, der Trakehner Grimani v. Gribaldi-Monteverdi (Z.: Konrad Ranzinger) unter Matthias Bouten (74,122). Hubertus Schmidt und Denoix wurden Sechste (73,390), gefolgt von Dorothee Schneider auf dem Rheinländer Lord Fittipaldi M (71,895) und Thomas Wagner im Sattel des Hannoveraner Soliman de Hus-Sohns Soul Men (71,537).

Die weitere Rangierung wurde angeführt von Andrea Timpe mit Don Carismo auf Platz neun (71,171) vor Nicole Casper und Zalando (70,610), Helen Langehanenberg mit Vayron (70,220) und Annabel Frenzen im Sattel von Kiefferhof’s Imperius (67,976).

Alle Ergebnisse aus Frankfurt finden Sie hier.

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