Göteborg: Deutlicher Ü80 Prozent-Sieg für Werth und Emilio

Auf jeden Fall einer für ganz oben: Emilio unter Isabell Werth.

Emilio unter Isabell Werth. (© Toffi)

Egal mit welchem Pferd, Isabell Werth dominiert das Dressurgeschehen derzeit nach Belieben. Vergangene Woche in Neumünster und nun schickt sie sich an, die Siegesserie in Göteborg fortzusetzen.

Der Plan war ja, ein weiteres Pferd neben Erstpferd Weihegold auf das Weltcup-Finale in Omaha vorzubereiten. Gegen die USA-Reise von Don Johnson sprechen die dortigen Quarantäne-Vorschriften aufgrund derer der Wallach zwei Tage nur geführt werden dürfte. „Und dann nur zwei Tage zum Vorbereiten, das wäre für uns beide gefährlich“, verriet Werth vergangene Woche, nachdem „Johnny“ die Weltcup-Etappe von Neumünster gewonnen hatte. Darum ist dieses Wochenende Emilio mit nach Göteborg gereist.

Der westfälische Ehrenpreis-Sohn ist seit Mai 2016 ungeschlagen (wobei er auch nur sehr dosiert eingesetzt wurde). Und auch in Göteborg kam keiner an seiner Piaffe-Passage-Tour vorbei. In der Trabtour reihte sich ein Highlight an das nächste. Im Galopp waren die Einerwechsel etwas mit hoher Kruppe gesprungen. Vor der ersten Pirouette sprang der elfjährige Wallach hinten einmal um, in der zweiten gab es einmal eine kurze Störung als Emilio nicht ganz im Rhythmus weitersprang. Dafür waren die restlichen Sprünge eine Zehn wert. Das Paar war das einzige, bei dem die Richter sich einig waren. Die Bewertungen reichten von 84,70 Prozent von Vincenzo Truppa (ITA) bei M bis 78,50 Prozent von Annette Fransen Iacobaeus (SWE) bei E. Im Durchschnitt wurden es 81,080 Prozent.

Platz zwei für den Lokalmatador

Zweiter wurde Schwedens Publikumsfavorit Patrik Kittel im Sattel des ebenfalls elfjährigen Oldenburgers Delaunay v. Dr. Doolittle-Feinbrand mit 75,140 Prozent. In die Passagen des Braunen schlichen sich immer mal wieder ungleiche Tritte. Die Piaffen waren sehr gut am Platz, jedoch schwankend und zumindest die zweite sehr unruhig in der Anlehnung. Die Prüfung war insgesamt weitgehend frei von Lektionsfehlern, allerdings verlor das Pferd zunehmend an Geschlossenheit.

Unee BB Dritter

Jessica von Bredow-Werndl und ihr nun 16-jähriger KWPN-Hengst Unee BB präsentierten sich voll konzentriert und begannen stark. In der zweiten Piaffe machte der Hengst nach etwa acht Tritten einmal einen etwas größeren Ausfallschritt nach vorn, fand danach aber seinen Takt wieder. Im Galopp hatte man den Eindruck, dass die Reiterin den Gribaldi-Sohn zunehmend energisch bitten muss. Vielleicht war das auch der Grund, weshalb der Fehler in den Fliegenden Wechseln zu zwei Sprüngen passierte, als Unee BB mehrere Galoppsprünge nicht mehr wechselte. Das war teuer! Sehr gut waren dann z.B. wieder die Pirouetten. Die Richter waren sich bei diesem Paar höchst uneinig. Gotthilf Riexinger bei B gab ihnen nur 70,6 Prozent (Rang fünf). Vom Schweden Lars Andersson gab es 76,70 Prozent, womit er die beiden auf Rang zwei noch vor Kittel hatte. Summa summarum kam von Bredow-Werndl auf 74,50 Prozent.

Für Jessica von Bredow-Werndl wird das Weltcup-Finale in Omaha ihr Saisonhöhepunkt. Sie erwartet ihr erstes Kind, daher werden die Europameisterschaften dieses Jahr kein Thema sein. Aber nach Omaha will auf jeden Fall. Ob sie dort nun Unee BB oder doch Zaire reitet, steht noch nicht fest, wie sie neulich gegenüber St.GEORG online berichtete.

Rang vier an Fabienne Lütkemeier

Auch Fabienne Lütkemeier und dem inzwischen 17-jährigen De Niro-Sohn D’Agostino gelang eine gute Runde. Sie hatten keine groben Lektionsfehler, trotzdem gab es „nur“ 74,180 Prozent, wohl, weil die zweifach bewerteten Lektionen wie Piaffen und Pirouetten, obwohl korrekt ausgeführt, nicht zu den ganz großen Stärken des Fuchses zählen.

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