Hagen: Deutsche und Schweden dicht an dicht in Front im Grand Prix für Special

horsesDreams2022-Quantaz

Horses & Dreams meets Canada, Hagen 2022 (© Horses & Dreams)

In der CDI4*-Tour für den Grand Prix Special in Hagen machten Deutschland und Schweden die Top Fünf unter sich aus. Isabell Werth und Quantaz siegten, Benjamin Werndl wurde mit Famoso Dritter, Fabienne Müller-Lütkemeier mit Valesco Siebte.

Auf in die Grüne Saison in Hagen – Frühlingsgefühle inklusive. Quantaz und Isabell Werth gingen erstmals nach dem Turnier von Neumünster wieder an den Start. Dem Quaterback-Sohn unterliefen mehrere Kleinigkeiten, etwa Taktfehler in zwei Trabverstärkungen, und ein dickerer Patzer: In den fliegenden Galoppwechsel von Sprung zu Sprung gab es einen Fehler. Ansonsten ging der braune DSP-Hengst eine Runde, bei der in Passagen und der zweiten Pirouette auch mal Neunen gezückt wurden. Das half Punkte wieder wett zu machen, die Quantaz im starken Schritt (6,2) verlor.

Drei der fünf Richter sahen die Kombination auf Platz eins, zwei auf Rang zwei. Die Beurteilungen lagen bis zu vier Prozent auseinander. Mit 77,957 Prozent konnte Isabell Werth beim dritten Start den dritten Sieg bei Horses & Dreams einfahren. In der CDI3*-Tour war sie mit Nachwuchspferd Superb siegreich in Grand Prix und Grand Prix Special.

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Schwedisch-deutsches Duell in Hagen

Lange hatte es nach einem deutschen Doppelsieg ausgesehen, weil Benjamin Werndl und Famoso früh im Viereck waren und mit 76,065 Prozent eine Marke gesetzt hatten, die stundenlang nicht angekratzt wurde. Das Team aus Aubenhausen punktete gleichmäßig. In nahezu allen Lektionen gab es auch Achten, nur nicht in den starken Tempi in Trab und Galopp. Da mangelt es dem Oldenburger Farewell III-Sohn einfach an Abdruck und Energie im Hinterbein.

Unterm Strich mangelte es an noch etwas anderem: an einem Punkt pro Richter mehr. Hätten Werndl von jedem Juroren dieses eine Pünktlein mehr bekommen, wäre er Zweiter geworden. So musste er sich knapp hinter der schwedischen Olympionikin Juliette Ramel und Buriel einreihen. Die Neunten der Olympischen Spiele von Tokio konnten in den versammelten Lektionen und im Galopp wichtige Punkte holen und kamen auf 76,261 Prozent.

Punktlandung für Nilshagen und Kittel

Lediglich ein Punkt trennte die Plätze vier und fünf, beide gingen nach Schweden: Mit Dante Weltino, der sich in den Piaffen im Vergleich zu seinem Auftritt in Hagen bei den Europameisterschaften des letzten Jahres deutlich verbessert zeigte, wurde Therese Nilshagen Vierte. Der Rapphengst ließ Punkte im starken Schritt liegen. Im Galopp begeisterte er in der Verstärkung, den Serienwechseln und auch die Pirouetten kratzten an einer Acht in der durchschnittlichen Bewertung (75,652).

Ihr Teamkollege Patrik Kittel hatte Touchdown gesattelt. Mit dem braunen Wallach war er unlängst auf der arabischen Halbinsel erfolgreich unterwegs. In den Trabverstärkungen wünschte man dem hübschen Braunen mehr Rückentätigkeit und dort, wie auch in der Passage ein aktiver abfußendes Hinterbein. Auch die Tendenz, das Sprunggelenk unter den Körperschwerpunkt schwingen zu lassen, sollte erkennbar werden (75,609).

Deutsche Kaderreiter unter Top 10 in Hagen

Fabienne Müller-Lütkemeier ist mit ihrem Valesco nach Hagen gereist. Der Aachen-Sieger von 2021 verlor im Schritt Punkte. Mit 73,37 Prozent ging der mit dem Lörke-Preis dekorierte Fuchs als Siebter aus dem Viereck. Die Britin Charlotte Fry setzte sich mit dem in absoluter Aufrichtung präsentierten Everdale mit 74 Prozent noch vor „Fabi“. 72,804 Prozent bedeuteten Rang acht für Carina Scholz und Tarantino.

„Im April, da mach ich, was ich will“, nach diesem Motto hatten Franziskus unter Ingrid Klimke das Frühjahr bei Horses & Dreams mit einem fröhlichen Durchstarter und leichten Bucklern im starken Trab willkommen geheißen. Auch anschließend war „Franz“ nicht voll konzentriert und kam so mit 70,196 Prozent nicht über Position 14 im Klassement hinaus.

Die Ergebnisse finden Sie hier.

Der Grand Prix der CDI4*-Tour, in dem es um die Qualifikation für die Kür am Samstagabend geht, findet morgen ab 12.15 Uhr in Hagen statt.