Hagen: Grand Prix-Sieg für Totilas, dahinter De Niro-Trio Dablino, D’Agostino und Deveraux

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Fabienne Lütkemeier und D’Agostino / copyright: www.toffi-images.de (© www.toffi-images.de)

Nicht nur Dablino und die Mannschaftspferde, die gestern den Nationenpreis für Deutschland klar gemacht hatten, haben sich im Vergleich zu den Deutschen Meisterschaften noch einmal stark verbessert. Auch D’Agostino und Fabienne Lütkemeier zeigten sich um Längen besser. Der Fuchs ging deutlich offener im Genick als noch in Balve und piaffierte lebhafter. Die „paar Pünktchen mehr“ hätte sie sich auch gewünscht, sagte Fabienne Lütkemeier, die von Bundestrainerin Monica Theodorescu ein Lob für die verbesserte Anlehnung bekam. In den Serienwechseln zogen die Richter Noten bis 9,0. „Die und die Verstärkungen waren sicherlich die Höhepunkte, da ist er ja immer gut. Ich fand aber, dass er heute auch gut piaffiert und sehr schöne Pirouetten gegangen ist, “ so die Reiterin, Platz drei mit 74,34 Prozent.

Auf Platz vier landete ein Paar, das sich beständig verbessert in der aktuellen Saison: Deveraux, der ehemalige Weltmeister der jungen Pferde, den Sanneke Rothenberger auf 74,020 Prozent ritt. Der Oldenburger Rappe, übrigens der dritte von insgesamt fünf De Niro-Söhnen unter den Top 15 in der Prüfung, ging konstant, erntete häufig 7,0 und 7,5, gewürzt von diversen Achten. Die 22-Jährige aus dem Taunus setzte sich vor Jenny Lang aus Baden-Württemberg und Loverboy v. Lorentin. Der Holsteiner, mit dem seine Reiterin in Balve noch massive Abstimmungsprobleme gehabt hatte, wandelte wieder auf dem Pfad der Tugend und kam auf 73,12 Prozent. Damit rangierte die beiden vor der im Rheinland ansässigen Irin Judy Reynolds mit Vancouver v. Jazz und 72,6 Prozent. Mehr drin gewesen wäre für die Siebtplatzierte Ingrid Klimke und Dresden Mann. Der Rappe, „Alfi“, zog nicht voll durch – schade, denn in Momenten wie der letzten Piaffe sah man einmal mehr, dass da mehr drin ist als die 72,58 Prozent, die unterm Protokoll standen.

Achte wurde die Dänin Rikke Svane mit dem Trakehner Finkenstein v. Latimer (71,66) vor Carola Koppelmann mit Deveraux v. Dimension (71,54) und dem Niederländer Diederik van Silfhout und Vorst (70,6).

In Sachen Europameisterschafts-Team gibt sich die Bundestrainerin noch zurückhaltend. Eines steht allerdings fest, Isabell Werths Stute Bella Rose wird nicht gehen. „Das hat die Reiterin ja schon ausgeschlossen“, sagte Theodorescu, die nach Absprache mit dem Dressurausschuss des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterein (DOKR) bis Dienstag eine Longlist möglicher deutscher EM-Dressurteilnehmer dem Weltreiterverband (FEI) benennen muss. Die Liste wird acht Pferd/Reiter-Kombinationen umfassen. Eine Reiterin, die sich nach den Deutschen Meisterschaften von Balve Hoffnung auf eine Berücksichtigung auf dieser Liste machen konnte, musste heute einen kleinen Dämpfer hinnehmen: St. Emilion, der Sandro Hit-Sohn von Dorothee Schneider, hatte heute Probleme in den Piaffen und konnte auch in den Passagen nicht an seine Leistung vor drei Wochen anknüpfen. Aber der Rappe ist noch jung.

Ob ein älterer Rappe in Aachen gehen wird, wollte sich Theodorescu noch nicht entlocken lassen. Auf Totilas angesprochen sagte sie, er müsse wie alle anderen auch nun den Grand Prix Special gehen. „Das Turnier ist am Sonntag zu Ende, morgen  wird trainiert, übermorgen geht er dann den Special, dann geht er erstmal nach Hause, dann sehen wir, wie er das weggesteckt hat und wie fit er ist.“ Gut möglich, dass Totilas dann noch ein weiteres Trainingsturnier wie vor zwei Wochen geht, aber, so Theodorescu während der Pressekonferenz mit einem etwas fragenden Blick zum Sieger der heutigen Prüfung, „gebucht ist noch nichts.“