Horses & Dreams 2021: Die Teilnehmer an Louisdor-Preis- und Burg-Pokal Qualifikation

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Isabel Freese und Total Hope bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde 2019, wo sie Bronze gewannen. (© www.toffi-images.de)

Bei den Horses & Dreams in Hagen wird vom 21. bis 25. April die grüne Saison eingeläutet. Die Teilnehmerlisten für die Nachwuchsprüfungen sind bereits online, und da gibt es Wiedersehen mit vielen alten Bekannten.

So will sich beispielsweise Benjamin Werndl bei den Horses & Dreams mit Discover für das Nürnberger Burg-Pokal Finale in Frankfurt qualifizieren. Discover ist ein achtjähriger Rheinländer v. Don Frederic aus der Erfolgszucht von Stephan Borgmann.

Die Mutter von Discover, Florence v. Ferragamo-Florestan, brachte zehn Fohlen, von denen fünf gekört wurden, darunter drei Vollgeschwister, die jeweils den Stempelhengst Ehrentusch zum Vater haben: Victoria Max-Theurers Eichendorff v. Ehrentusch, Ehrendorf und Estobar NRW, allesamt selbst bis Grand Prix erfolgreich und letzterer über seinen Sohn Escolar aus der Dressurpferdezucht nicht mehr wegzudenken. Florence ist am vergangenen Wochenende mit 27 Jahren auf dem Hof der Familie Borgmann gestorben. Dort, wo sie einst auch zur Welt kam. Das berichtete Stephan Borgmann auf Facebook.

Discover war Florences vorletztes Fohlen. Auch er war einst gekört, trat aber bereits beim Bundeschampionat 2017 als Wallach auf dem Reitpferdeviereck an. Er holte damals unter Sina Aringer Bronze hinter den beiden WM-Stuten Candy und Feel Free. Sein Talent war schon damals offenkundig. Als er dann 2018 zum Lot der Borgmann’schen Hofauktion gehörte, erwarb Flora Keller den Fuchs für Benjamin Werndl, der ihn seither ausgebildet hat. Jede einzelne Dressur- oder Dressurpferdeprüfung, die Discover ging, hat er gewonnen. Im Februar stellte Werndl ihn im österreichischen Stadl Paura zum ersten Mal in der schweren Klasse vor, gewann eine Dressurpferdeprüfung Klasse S und wurde in der anderen Zweiter.

Noch mehr Bundeschampionat & Co.

Im selben Jahr, in dem Discover Bronze bei den Stuten und Wallachen im Reitpferdeviereck des Bundeschampionats holte, gewann der Oldenburger For Final v. For Romance-Dimaggio mit Stefanie Ahlert Silber bei den vierjährigen Hengsten. Diesen Erfolg konnte er im Jahr darauf auch auf dem Dressurviereck feiern, diesmal mit Stella Charlott Roth im Sattel, die ihn damals für das Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen vorstellte, wo der Rappe zuhause ist.

Seit For Final in der schweren Klasse angekommen ist, sitzt die Schwedin Therese Nilshagen in seinem Sattel. Mit ihr war er bei fünf Platzierungen in der schweren Klasse nun viermal Zweiter.

Helen Langehanenberg hat ihre Stuten Ascenzione und Schöne Scarlett sowohl für die Nürnberger Burg-Pokal Qualifikation als auch die für den Louisdor-Preis gemeldet. Beide sind achtjährig, beide waren im vergangenen Jahr für die Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde qualifiziert und beide zählten zum Kreis der Medaillenkandidaten.

Die Zack-Don Schufro-Tochter Ascenzione stammt aus dänischer Zucht und ist die Vollschwester zu Triple-Weltmeister Sezuan. Fünf- und sechsjährig (Rang fünf mit Langehanenberg) vertrat sie das Dänische Warmblut bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Ermelo. In der Kleinen Tour war sie mit Helen Langehanenberg bereits international siegreich.

Ihre Stallkollegin Schöne Scarlett hätte hingegen im vergangenen Jahr ihr WM-Debüt geben sollen. Dafür hat die Scolari-Londonderry-Tochter aber unter ihrer vorherigen Reiterin Leslie Rohrbacher bereits Silber beim Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde gewonnen.

Dass Helen Langehanenberg sie für beide Serien angemeldet hat, hat den Hintergrund, dass beide bereits auf dem Weg in Richtung Klasse S*** sind, ihr Turnierdebüt mit Piaffe und Passage allerdings noch aussteht.

Zwei Eisen im Feuer hat unter anderem auch Helen Langehanenbergs einstige Ausbilderin, Reitmeisterin Ingrid Klimke. Sie hat sowohl den achtjährigen Westfalen Equitana’s Firlefranz v. Franzikus-Rapallo genannt als auch den ein Jahr älteren Britischen Hannoveraner Hengst Rock my Heart EA v. Royal Classic-Weltruhm.

Für Rock my Heart wird Hagen die zweite S-Dressur seines Lebens. Bislang war er vor allem von Valerie Kampe für den Stall Klimke vorgestellt worden und platzierte sich mehrfach gut bis Klasse M**, zuletzt am vergangenen Wochenende in Delbrück. Seine erste S-Dressur ging er im Februar in Ankum mit Ingrid Klimke und hat sie gewonnen.

Firlefranz, Werbeträger für die Weltmesse des Pferdesports, kam bereits als Remonte in den Stall Klimke und wurde von der Eignungsprüfung für Reitpferde mit Gelände (Rang vier) bis zur schweren Klasse im Viereck nach Klimke-Art vielseitig ausgebildet. Auch er ging dieses Jahr seine ersten S-Dressuren und war schon siegreich.

Noch ein Reitmeister, der in Hagen zwei Eisen im Feuer hat, ist Hubertus Schmidt. Auf seiner Liste stehen sowohl die siebenjährige Westfalen-Stute Sugar Loaf v. Sir Donnerhall-Florestan als auch der achtjährige Hannoveraner Hengst Vainqueur v. Vivaldi-Rubioso N.

Sugar Loaf stammt aus eigener Zucht der Familie Schmidt. Ihre Mutter Florentina ist eine Vollschwester zu Hubertus Schmidts einstigem Grand Prix-Pferd Forest Gump, der 2007 Opfer einer Kolik wurde. Für Sugar Loaf selbst wird Hagen ihr allererstes Turnier. Klingt ambitioniert? Nicht bei Hubertus Schmidt. So ging auch der großartige Denoix PCH vor zwei Jahren in Hagen quasi seine erste Prüfung und gewann.

Vainqueur gehört zu den Hengsten, die Hubertus Schmidt für das Gestüt Gut Neuenhof reitet, dem ja auch sein Star im Stall, Escolar, gehört (siehe oben). Er war auch 2020 schon beim Burg-Pokal Finale am Start gewesen und wurde damals Neunter. Er ist allerdings nicht nur für die Burg-Pokal Qualifikation genannt, sondern auch für den Louisdor-Preis.

Kein Reitmeister, aber wie Hubertus Schmidt und Ingrid Klimke Mannschaftsolympiasieger ist bekanntlich Sönke Rothenberger. Er stellt in Hagen seine Zukunftshoffnung vor, den dänischen Franklin-Sohn Fendi. Mit dem heute siebenjährigen Wallach hatte er 2019 in Wiesbaden die internationale Youngster-Tour gewonnen. Im Juli 2020 präsentierte er ihn in Darmstadt einmal in einer Dressurpferdeprüfung Klasse M und siegte. Das Debüt in der schweren Klasse gab der Wallach im Februar ebenfalls in Darmstadt. Ergebnis: Platz zwei.

Kasselmann-Stallreiter hat gleich drei Pferde genannt, alle auch für den Louisdor-Preis, darunter den einstigen Trakehner Siegerhengst Sir Sansibar v. Millennium-Cadeau. Für Wandres und den neunjährigen Hengst wäre Hagen der erste gemeinsame Auftritt. Bei seinen vorherigen Auftritten in der Klasse S  (ein Sieg, ein dritter Platz in Ankum) war Sir Sansibar von Alexa Westendarp vorgestellt worden, die ja ihre Ausbildung auf dem Hof Kasselmann absolviert hat.

Noch ein Bundeschampionatsmedaillengewinner auf der Teilnehmerliste, diesmal ein etwas kleinerer, ist der Reitponyhengst Mister Universum v. FS Mr. Right-Fürst Piccolo-Sagunas xx. Der neunjährige Falbe gewann 2015 Bundeschampionatssilber bei den dreijährigen Reitpony-Hengsten und wurde 2017 in Wickrath gekört. Inzwischen ist er allerdings Wallach. Als solcher machte er Karriere unter Mareike Mimberg, mit der er inzwischen zahlreiche Schleifen bis S** gesammelt hat.

Louisdor-Preis

Mit Spannung erwartet wird der Auftritt des Burg-Pokal Siegers Total Hope v. Totilas aus der Weihegold unter Isabel Freese. Der Hengst war ja erst siebenjährig, als er 2019 das Burg-Pokal Finale in Frankfurt für sich entschied. Seitdem ist er vier Intermédiaire II-Prüfungen gegangen, die er samt und sonders gewonnen hat.

Konkurrenz bekommt Total Hope unter anderem von einer Boxennachbarin seiner Mutter Weihegold, der ebenfalls neunjährigen Hannoveraner Stute Superb v. Surprice unter Isabell Werth. Die erfolgreichste Reiterin aller Zeiten setzt ganz große Hoffnungen in diese Rappstute, die nach Rang sechs im Reitpferdebundeschampionat 2015 unter Marlene Heye bislang erst einmal mit ihr turniermäßig ein Erscheinung getreten ist. Das war im vergangenen Jahr auf Schloss Achleiten, wo sie Zweite in einem Prix St. Georges wurde.

Quasi eine Heimkehr werden die Horses & Dreams für den neunjährigen Westfalen Belmore v. Belissimo M-Fidertanz mit dem Dänen Daniel Bachmann Andersen. Bei der FN ist als Besitzer der Hof Kasselmann eingetragen, die FEI listet ihn allerdings seit 2020 in finnischem Besitz. Seine bisherigen Turniererfahrungen sammelte der 2016 in Münster-Handorf gekörte Belmore unter Hof Kasselmanns Stallreiterin Alexa Westendarp, die ihn zuletzt  2019 in Prix St. Georges platzierte. Mit seinem neuen Reiter Daniel Bachmann Andersen war Belmore bislang zumindest international noch nicht in Erscheinung getreten.

Die ehemalige Olympiareiterin Anabel Balkenhol stellt in Hagen ihre Zukunftshoffnung High Five v. Hohenstein-De Niro vor, der vor wenigen Wochen in Wickrath seine erste S***-Prüfung ging und überlegen gewann.

Jessica von Bredow-Werndl präsentiert den einstigen WM-Finalisten Sir Max v. St. Moritz Junior-Del Piero, der nach einem Unfall auf dem Weg von der Weide in den Stall lange verletzt war, nun aber in der Königsklasse angekommen ist.

Lena Waldmann hat drei Pferde auf der Liste stehen, darunter zwei ehemalige Siegerhengste. Das ist zum einen der achtjährige Don Juan de Hus-Sohn D’Egalité, Siegerhengst der Westfalenkörung 2015, und zum anderen der neunjährige Morricone v. Millennium, der im Jahr zuvor die Siegerschärpe des Oldenburger Verbandes in Vechta trug und jüngst in Verden seine erste Intermédiaire II gewann. Nummer drei der Bonhomme-Chefreiterin ist der Hannoveraner Deduschka Moros v. Diamond Hit-Royal Diamond.

Die Teilnehmerlisten in der Übersicht finden Sie hier.