Irlands Dressurreiter wehren sich gegen Verbandsbeschluss, kein Team zu den Olympischen Spielen zu schicken

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Judy Reynolds (IRE) und Vancouver bei den Europameisterschaften 2019 in Rotterdam. (© Pauline von Hardenberg)

Erstmals in der Geschichte war es den irischen Dressurreitern bei den Europameisterschaften 2019 in Rotterdam gelungen, sich mit einer Mannschaft für Olympischen Spiele zu qualifizieren. Die Freude war groß – bis der Verband mitteilte, er werde kein Team nach Tokio schicken. Dagegen wehren die Reiter sich nun.

Der irische Verband hatte seine Entscheidung, nun doch keine Dressurmannschaft zu den Olympischen Spielen nach Tokio zu schicken, damit begründet, dass wichtige Teammitglieder nicht mehr zur Verfügung stünden.

Bestes irisches Paar waren Judy Reynolds und der KWPN-Wallach Vancouver, der aber jüngst in Pension geschickt wurde. Kate Dwyer ist schwanger und Anna Merveldt kann ebenfalls nicht starten.

Gleichwohl gäbe es aber noch genügend andere Paare, die die Qualifikation für die Olympischen Spiele mit den Mindestanforderungen in der Tasche haben und fahren könnten. Und die wollen nach Tokio!

Dane Rawlins gehört zu den irischen Reitern mit Olympia-Ambitionen und hat Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt. Gegenüber Horse & Hound sagte er, die Entscheidung sei eine „bittere Enttäuschung“. Insbesondere, wenn man dachte, seine Chance sei gekommen. „Wir sind fit, unsere Pferde sind fit und bereit, wir stehen zur Verfügung und sind qualifiziert und wir wollen fahren!“, betonte er.

Die potenziellen Olympiakandidaten seien von Land zu Land gereist, um sich zu zeigen und die nötigen Ergebnisse zu erreichen, nur damit sie jetzt zu hören bekommen, dass sie nicht fahren können.

„Es ist wirklich eine Schande, dass wir die besten Reiter verloren haben, weil sie alle ihren Startplatz verdient haben. Aber das heißt nun, dass niemand anders fahren kann?“, stellt Rawlins eine rhetorische Frage und fügt hinzu: „Bei den Olympischen Spielen geht es doch um die Teilnahme – hinter der Regeländerungen, nur noch drei Reiter pro Team zuzulassen, steckt doch genau das, die Teilnahme zu erhöhen.“

Aus seiner Sicht sei es sowohl für die Zukunft des Dressursports in Irland wichtig, ein Team zu schicken wie auch für die Reiter, die hart daran gearbeitet zu haben, dorthin zu kommen.

Verband: Kriterien nicht erfüllt

Von Seiten des Verbandes heißt es hingegen, man habe die Entscheidung zusammen mit Johann Hinnemann getroffen, der „High Performance Director“ (HPD) der irischen Dressurreiter ist. Er sagt, zwei Paare hätten nicht die Kriterien erfüllt, die er in seiner Rolle als HPD für die Teilnahme in Tokio gefordert hat. Dementsprechend könnten sie nicht nominiert werden. Darum habe man keine drei Paare, die das Team in Tokio bilden könnten.

Der Verband habe daraufhin sorgfältig abgewogen und sei schließlich zu dem Entschluss gekommen, Hinnemann zu folgen und den Startplatz des Teams zurückzugeben.

Man setzt nun darauf, dass es vielleicht noch einen Einzelstartplatz geben wird, den der Verband dann in Anspruch nehmen wollen würde.

 

  1. berndride

    Wie ist denn da jetzt der neueste Stand? Sind die Iren raus und die Belgier drin oder kann der irische Verband seine Entscheidung noch revidieren?

  2. M. Bach

    Vielen lieben Dank an Frau Dr. Eva Miersch, für ihren herzergreifenden Blog. Ich habe allein schon beim Lesen die Achterbahn zwischen Hoffen und Bangen so sehr nachempfinden können, dass ich fast schon das Gefühl hatte, selbst dabei gewesen zu sein. Es ist gar nicht einfach, mit ansehen zu müssen, wie schon so ein kleines Fohlen um sein Leben kämpfen muss.
    Diese gemeinsam Erfahrung wird Escobar und seine Besitzerin zusammenschweißen.
    Mir jedenfalls, ist der Kleine auch schon ans Herz gewachsen:
    Er hat Papas tollen Galopp geerbt, und auch der Trab gefällt mir sehr.
    Alles Gute für die gemeinsame Zukunft! (Und so eine Tierärztin hätte ich auch gerne um mich.)


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