Isabell Werths erster Streich

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Isabell Werth und Emilio (© DigiShots)

Im niederländischen ’s-Hertogenbosch steht die letzte Weltcup-Etappe der Dressurreiter an. Isabell Werths Plan ist, neben Weihegold noch ein zweites Pferd fürs Finale in Göteborg zu qualifizieren. Der Plan läuft gut an

Gestern Abend stand der Qualifikations-Grand Prix für die Weltcup-Kür an. Isabell Werth hatte Emilio unter dem Sattel. Ihre erste Wahl für das Weltcup-Finale Anfang April in Göteborg (SWE) ist zwar Weihegold, aber der 13-jährige Ehrenpreis-Sohn soll ihr zweites Eisen im Feuer sein. Werths Rechnung scheint aufzugehen. 77,196 Prozent standen am Ende auf der Anzeigentafel, das war Platz eins – auch wenn ihn die Richterinnen bei E, Mariette Sanders van Gansewinkel (NED), und bei B, Monique Peutz (NED), auf Platz zwei gesehen haben. Den belegte Daniel Bachmann Andersen, der auf dem KWPN-Hengst Blue Hors Zack die dänischen Farben vertritt (76,109 Prozent). Man könnte sagen, Anfang gut, Ende gut – denn das Paar war zuletzt beim Weltcup-Auftakt in Herning letzten Herbst am Start. Und fuhr mit einem Sieg in der Tasche wieder nach Hause. Das letzte Weltcup-Finale in Paris beschlossen die beiden auf dem siebten Platz. Das besondere an dem 15-jährigen Hengst: Er ist auf einem Auge blind. Deswegen habe es einige Probleme und Rückschläge auf dem gemeinsamen Weg gegeben und Zack habe erst mit zwölf Jahren sein Grand Prix-Debüt gegeben, so Daniel Bachmann Andersen. (In der St.GEORG Februar-Ausgabe haben wir den dänischen Shootingstar auf Gestüt Blue Hors besucht.) 

Benjamin Werndl sicherte sich mit Daily Mirror und persönlichem Bestergebnis den dritten Rang (75,739). Werndl und der 15-jährige Damon Hill-Nachkomme haben in dieser Weltcup-Saison einen guten Lauf. Platz vier in Neumünster, Sieg in Salzburg, Platz fünf in Stuttgart und Sieg in Budapest. In ’s-Hertogenbosch setzen sie sich vor Helen Langehanenberg mit Damsey v. Dressage Royal. Der Hannoveraner Hengst fing stark an mit Noten im Achter- und Neunerbereich. In der zweiten Passage ließen die beiden ein paar Punkte liegen, gleich im Anschluss ging es aber gewohnt souverän weiter im starken Schritt, der doppelt zählt und den wohl momentan kein zweites Pferd so zeigt wie Damsey – dafür gab es dreimal die Note Neun und zweimal die Acht. In der vierten Passage gab es dann aber eine kurze Irritation, weil der Hengst husten musste. Dadurch geriet der anschließende Übergang in den versammelten Galopp leicht schief. Das kostete erneut ein paar Punkte – 75,370 Prozent gab es am Ende für das Paar.
Dorothee Schneider und Sammy Davis jr. hatten nicht ihren besten Tag. Sie fanden nicht den idealen Einstieg in die Prüfung, danach steigerte sich der schicke Rappwallach v. San Remo aber wieder und sammelte die meisten Punkte im starken Trab, in der Passage und der Pfaffe. In den Einerwechseln patzte das Paar – Rang neun, 72,761 Prozent.

Für die deutschen Reiter ist diese letzte Weltcup-Etappe besonders wichtig, danach entscheidet sich, wer ein Ticket für die Reise zum Finale nach Göteborg bekommt. Isabell Werth ist als Vorjahressiegerin automatisch gesetzt. Da aus jeder Nation drei Teilnehmer startberechtigt sind, gibt es demnach noch zwei Tickets. Helen Langehanenberg führt momentan das Ranking der Westeuropa-Liga an, dicht gefolgt von Dorothee Schneider und Benjamin Werndl. Für letzteren wäre es der erste Start in einem Weltcup-Finale.

Die Grand Prix-Ergebnisse im Detail gibt’s hier.

 

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