Julie Sofie Schmitz-Heinen gewinnt Bundesnachwuchschampionat der Ponydressurreiter 2019

Finale zum Bundesnachwuchschampionat der Pony-Dressurreiter

Julie Sofie Schmitz-Heinen gewann mit Carlos WE das Bundesnachwuchschampionat der Ponydressurreiter 2019. (© Gesina Grömping/Equitaris)

Bei der Jugend-Challenge in Verden steht alljährlich der Reiternachwuchs im Fokus. Die Jüngsten waren dort im Bundesnachwuchschampionat der Ponydressurreiter am Start. Der Sieg ging an die erst zwölfjährige Julie Sofie Schmitz-Heinen.

Das Bundesnachwuchschampionat der Ponydressurreiter ist ein wichtiges Sprungbrett in den FEI-Sport für die Generation U14. Auch in diesem Jahr nutzten 20 Paare die Chance, um sich vor den Augen der Bundestrainerin bestmöglich zu präsentieren. Für das Finalwertung zählten die Wertnoten aus zwei Dressurreiterprüfungen der Klasse L.

Ein „Quatschkopf“ auf Platz eins

In beiden beiden Prüfungen konnte Julie Sofie Schmitz-Heinen aus dem Rheinland die goldene Schleife mit nach Hause nehmen – damit war sie auch unangefochtene Gesamtsiegerin. Im Sattel des elfjährigen Ponyhengstes Carlos erhielt sie am Samstag die Wertnote 8,1. Gestern konnte die Zwölfjährige dann noch eine Schippe drauflegen und kam mit einer 8,6 aus dem Viereck. Von Mannschafts-Olympiasiegerin Heike Kemmer, die alle Ritte am Sonntag kommentierte, gab es viel Lob: „Du hast ein sehr imposantes Pony, das viel her macht. Uns hat deine Übersicht beim Prüfungsreiten sehr gefallen. Bei der Halsung deines Pferdes ist es gar nicht so einfach, ihn korrekt mit der Nase vor der Senkrechten zu reiten und dabei mit dem Sitz nicht in Rücklage zu geraten. Das hast du super gelöst und eine sehr gute Galopptour gezeigt mit akzentuiertem Mittelgalopp. Der Sitz ist dabei immer im Lot.“

Erst seit Anfang diesen Jahres reitet Julie Sofie den ehemaligen Bundeschampionats-Finalisten Carlos. Zuvor war der gekörte Hengst bereits unter Paulina Holzknecht, Luna Laabs und zuletzt mit Nele Löbbert im internationalen Ponysport im Einsatz. Mit dem Erfolg hätte seine kleine Reiterin dennoch nicht gerechnet. „Am tollsten ist sein Trab zu reiten, aber auch sonst verstehen wir uns super. Er ist sehr lieb, aber manchmal auch ein richtiger Quatschkopf und stellt ab und zu Unsinn im Stall an“, freute sie sich nach dem Sieg. Auch Pony-Bundestrainerin Cornelia Endres bescheinigte dem Paar eine gute Perspektive: „Julie Sofie ist ein tolles Talent. Sie sitzt nicht nur unheimlich korrekt im Sattel, sondern zeigt auch eine sehr schöne reiterliche Einwirkung. Carlos WE ist ein Pony, das eben auch gut geritten werden will.“

Doppel-Bronze für Hannover und Rheinland

Mit den Wernoten 7,8 und 8,0 landeten Mya Leni Finke und ihre 16-jährige Welsh B Stute Moelview Charm – übrigens das kleinste Pony im Wettbewerb – zweimal auf Rang zwei. Damit durfte sich die 13-Jährige aus Westfalen über den Titel der Vize-Bundesnachwuchschampionesse freuen. „Das war eine sehr saubere Prüfung. Im Mitteltrab hast du alles gegeben und auch sonst keine Punkte liegen lassen. Es war einfach eine gelungene Prüfung mit feinfühliger Hilfengebung. Den Sitz ist perfekt in der Senkrechten“, hieß es von Heike Kemmer. „Sie sitzt wie gemalt auf dem Pony, reitet sehr saubere Hufschlagfiguren und hat hier einen tollen Job gemacht“, bestätigte auch Cornelia Endres.

Der Bronzerrang konnte in diesem Jahr gleich doppelt vergeben werden, da zwei Reiterinnen in beiden Prüfungen auf exakt die gleiche Wertnote kamen (7,5 und 8,0). Das war zum einen die 14-jährige Nele Sophie Lindhorst mit Olivier K vom Landesverband Hannover, die zusätzlich auch mit dem Fairplay-Preis für gutes Reiten auf dem Vorbereitungsplatz und faires Verhalten ausgezeichnet wurde. „Nele hat ein schickes Pony, das sehr gut gestellt und gebogen ist mit Höhepunkten im Mittelschritt. Aber die beste Lektion war das Zügel-aus-der-Hand-Kauen-Lassen bei einem sehr geschmeidigen und elastischen Sitz“, lobte Heike Kemmer. Auch der zehnjährige gekörte Hengst Olivier konnte unter seiner vorherigen Reiterin Tessa Bartels bereits erste internationale Platzierungen sammeln.

Bronze-Reiterin Nummer zwei war Lilly Marie Collin mit Orchid’s Syria aus dem Rheinland. Das Fazit von Heike Kemmer: „Du hast hier schon beim Einreiten eine super Visitenkarte abgegeben. Der Sitz ist sehr gut mitschwingend, und besonders gut haben uns die einfachen Wechsel gefallen.“ Erst vor wenigen Monaten hatte Lilly Marie die Stute von der ehemaligen Bundesnachwuchschampionesse Johanna Kullmann übernommen, die im nächsten Jahr altersbedingt aus dem Ponysport ausscheidet. 2015 war die Stute noch für das belgische Team auf den Europameisterschaften am Start gewesen, bevor sie zu der Niederländerin Sanne van der Pols und schließlich nach Deutschland wechselte.

Alle Ergebnisse aus Verden finden Sie hier.

 

Quelle: fn-press