Kür-Weltmeisterschaften fallen definitiv aus

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Bye bye! DIe Dressurwettbewerbe in Tryon werden vorzeitig beendet. (© Pauline von Hardenberg)

2018 wird es keinen Weltmeister in der Kür geben. Das ist soeben offiziell bekannt gegeben worden. Damit ist die Weltmeisterschaft für die Dressurreiter beendet. Verschiedene Optionen waren lange diskutiert worden, sie seine aber logistisch nicht machbar gewesen.

Bereits am Vormittag hatten sich die Gerüchte in Tryon verdichtet, wonach die Dressurkür gestrichen werden sollte. Verschiedene Reiter hatten das bereits über Social Media-Kanäle verbreitet. Doch eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Parallel trafen sich die Equipechefs zweimal, um 11 Uhr und dann ein weiteres Mal um 15 Uhr. Zwischenzeitlich hatte die Idee immer mehr Freunde gefunden, die Veranstaltung in die Halle zu verlegen. Doch dafür hätte es verschiedener Veränderungen bedurft. Der (weiche) Boden, der auf die Reiner eingestellt ist, hätte ausgetauscht werden müssen. Erst dann, vermutlich nicht vor Mitternacht, hätten die Reiter einmal dort trainieren können.

Aufgrund der für morgen prognostizierten Niederschlagmengen hätten die Pferde außerdem auch noch einmal die Stallungen wechseln müssen. Der Weg von den bisherigen Stallungen bis zu der Halle wäre bei dem Regen aus Sicherheitsgründen nicht möglich gewesen. Die Reiter sollen über diese Idee nicht gerade begeistert gewesen sein. Außerdem habe es auch Stimmen gegeben, die gesagt haben sollen, eine WM sei kein Hallenwettbewerb. Vor allem die US-Reiter, die nur selten in Hallen Prüfungen reiten, sollen wenig erfreut über ein festes Dach überm Kopf gewesen sein. Sie waren auch die ersten, die bereits am Samstagnachmittag ihre Pferde verluden und abreisten.

Rückflüge wichtiger als WM-Entscheidung in der Dressurkür

Die zweite Variante, die zuvor die Runde gemacht hatte, hätte die Durchführung der Kür am Montag gesehen. Doch dafür hätten die Rückflüge verschoben werden müssen. Dazu sah sich das für die Logistik zuständige Unternehmen Peden-Bloodstock aber nicht in der Lage. Und die Pferde am Tag der Dressurkür noch zu verladen und via Flugzeug nach Europa zurückzufliegen, sei indiskutabel, sagte der deutsche Equipechef Klaus Roeser im Anschluss an das Treffen mit seinen Kollegen. Der WM-Manager Mark Bellissimo sei zum Treffen der Offiziellen hinzugekommen und habe sich für die zeitliche Verschiebung eingesetzt. „Ich besorge neue Flüge“, habe er in die Runde gesagt. Ein starkes Statement, wenn man sich vor Augen hält, dass der Flugverkehr in der Region aktuell mehr oder weniger zum Erliegen gekommen ist. Der Vorschlag sei nach den Erfahrungen der letzten Woche mit der unfertigen Reitanlage in Tryon und den vielen Unzulänglichkeiten vor Ort aber nur belächelt worden. „We don’t trust you“, „wir vertrauen Ihnen nicht“, soll es geheißen haben.

Die Entscheidung, die Kür abzusagen, sei schwer gefallen, hieß es von Seiten des Weltreiterverbands (FEI) . Sportpolitisch hat die Absage aber keine Auswirkung. Bei den Weltmeisterschaften qualifizieren sich die ersten sechs Teams für die Teilnahme an Olympischen Spielen. Dafür wird aber lediglich der Mannschafts-Grand Prix angerechnet. Sicher für Tokio planen können schon Deutschland, die USA, Großbritannien, Schweden, die Niederlande und Spanien.

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