Lier: Britische Doppelspitze im Grand Prix und mehr

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Der Brite Spencer Wilton mit Super Nova II bei den Weltreiterspielen 2018. (© Pauline von Hardenberg)

Ein mehr als gelungenes internationales Comeback feierte im belgischen Lier das britische Olympia-, WM- und EM-Paar Spencer Wilton und Super Nova II – das war nicht der einzige Erfolg der Briten.

Spencer Wilton selbst hatte nach den Weltreiterspielen 2018 erklärt, er stehe für die Europameisterschaften 2019 nicht zur Verfügung. Stattdessen wolle er sich auf die Olympischen Spiele 2020 konzentrieren. Es wären die zweiten für das Paar. Sie hatten 2016 zur britischen Silber-Mannschaft in Rio gehört. Vertraten ihr Land bei der EM 2017 (Rang vier mit dem Team) und bei den Weltreiterspielen 2018, wo es Bronze für die Equipe gab. Im vergangenen Jahr musste Wilton sich einer Operation am Rücken unterziehen lassen. Nun ist er wieder fit.

Anfang Februar machte er sich selbst das größte Geburtstagsgeschenk, als er mit Super Nova II („Neville“) bei einem nationalen Turnier zum ersten Mal seit den Weltreiterspielen an den Start ging und auf Anhieb mit 76,9 Prozent siegte. Sein Ziel ist klar, wie er gegenüber Horse & Hound sagte: „Neville ist dieses Jahr 17 geworden, aber er fühlt sich wirklich gut an, und ich – klopf auf Holz! – fühle mich auch gut mit meinem Rücken. Dadurch, dass die Sichtungen für Tokio so früh sind dieses Jahr, musste ich besser früher als später wieder Turniere reiten. Neville musste raus und eine Prüfung gehen, damit ich sehen konnte, wie er sich anfühlt um meine internationalen Starts zu planen.“

Seine Planungen haben ihn nach Belgien geführt, wo das Paar nun den ersten internationalen Grand Prix seit der Pause ging. Ergebnis: Sieg mit 75,761 Prozent.

Konkurrenz auf dem Weg nach Tokio könnte aus dem eigenen Lager auch noch von folgendem Paar kommen: Sonnar Murray Brown auf dem Trakehner Erlentanz, der im vergangenen Jahr noch von Charlotte Dujardin hoch erfolgreich vorgestellt worden war. Sein heutiger Reiter und eigentlicher Besitzer hatte gesundheitsbedingt pausieren müssen. Seitdem er wieder selbst im Sattel sitzt, bekommt er Noten wie noch nie zuvor, diesmal 74,174 Prozent. Das reichte für Rang zwei in Lier und ist noch einmal deutlich mehr als bei ihrem ersten internationalen Auftritt in Le Mans.

Dritte wurde die Niederländerin Adelinde Cornelissen auf Aqiedo mit exakt 73 Prozent. Auch für dieses Paar war Lier das erste Turnier nach einer langen Pause. Zuletzt hatte Cornelissen den Undigo-Sohn 2019 beim Weltcup-Turnier in Neumünster vorgestellt, also vor ziemlich genau einem Jahr.

Die deutschen Ergebnisse

Ganze 44 Paare waren im Grand Prix am Start, darunter auch mehrere deutsche. Beste unter ihnen war Andrea Timpe, die Don Darwin mit 70,869 Prozent auf Platz sieben ritt, unmittelbar gefolgt von Carina Bachmann und Tarantino mit 70,717 Prozent.

Lisa-Maria Klössinger und Quam Libet erhielten 70,130 Prozent, das erste Mal, dass die ehemalige Piaff Förderpreis-Siegerin und der Quaterback-Sohn die 70 Prozent-Marke in einem internationalen Grand Prix knacken konnten.

Ann-Kathrin Lindner und Flatley kamen auf 69,109 Prozent, Rang 18. Juliette Piotrowski und Sir Diamond erhielten 66,978 Prozent.

Pony-Kür

Ihren dritten Sieg bei ihrem ersten internationalen Turnier holten die dänische Ponyreiterin Sophia Boje Obel Jorgensen und Adriano B. Während Sophia noch nie bei einem Championat am Start war und noch keine Handvoll internationale Turniere gesehen hat, ist Adriano B ein alter Hase. So trug er im vergangenen Jahr Alexander Yde Helgstrand zu drei EM-Goldmedaillen, ging davor aber auch schon unter der Dänin Claudia Kjaer sowie unter Karoline Rohmann, mit der er ebenfalls EM-Luft geschnuppert hat. Mit seiner neuen Reiterin gab es 77,725 Prozent in der ersten Kür.

Das Nachsehen hatte die Niederländerin Evi van Rooij auf King Stayerhof’s Jungle mit 76,925 Prozent, gefolgt von Lara Middelberg auf Drink Pink, die mit 75,458 Prozent die weiße Schleife nach Deutschland holten.

Über Platz vier konnte sich ein deutsches internationales Newcomer-Paar freuen: Martha Raupach auf Mad Max (75,308).

Junioren-Kür

Micky Schelstraete und Grand-Charmeur waren das Maß der Dinge in der U18-Kür. Mit 74,283 Prozent ließen sie die Dänin Frederikke Gram Jacobsen auf Ryvangs Zafina (73,708) und die ebenfalls für die Niederlande startende Pem Verbeek mit Fernando Torres (73,183) hinter sich.

Einziges deutsches Paar waren Lynn Suckow und Denver Star, die mit 69,575 Prozent Sechste wurden.

Junge Reiter-Kür

Die Kür der Altersklasse U21 wurde mit 77,183 Prozent zur Beute der Niederländerin Thalia Rockx im Sattel von Golden Dancer de la Fazenda. Platz zwei holten die einstigen Junioren-Europameister Linda Erbe und Fierro mit 77,042 Prozent nach Deutschland. An dritter Stelle reihte sich mit Zoe Kuintjes auf Cupido eine weitere Niederländerin ein (75,4).

Sophia Reef und Genua TC belegten mit 73,158 Prozent Rang sieben. Für Lena Backes und Fioretto Festival wurde es heute Platz zwölf von zwölf (69,442).

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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