Maimarkt: Isabell Werth und Don Johnson siegen mit Abstand im Grand Prix

Isabell Werth und Don Johnson (Archiv)

Isabell Werth und Don Johnson (Archiv) (© So strahlt Isabell Werths Johnny, wenn er gut drauf ist.)

Zum Auftakt des Maimarktturniers hat Isabell Werth „mit Weile“ den Grand Prix gewonnen. Drei Prozent trennten sie von der Zweitplatzierten, Dorothee Schneider mit Faustus. Ganze drei Paare schafften es, mehr als 70 Prozent zu erhalten.

„Johnny bockt schon zuhause, der braucht mal wieder ein Turnier, um sich zu akklimatisieren“ – das hatte Isabell Werth vor zehn Tagen anlässlich einer FN-Pressekonferenz aus ihrem Alltagstraining vorm Maimarkt in Mannheim verraten. Und der Hannoveraner Wallach Don Johnson zeigte sich dieser Vorhersage entsprechend lustig beim Herumreiten ums Viereck. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, dass Isabell Werth ihre ganze Erfahrung brauchte, um den Hebel des Don Frederico-Sohns vor der Prüfung auf „Konzentration“ zu stellen. Im Viereck war die Kontrolle dann da. Die etwas längere Turnierpause sah man dem Paar an. Werth ritt nicht volles Risiko. Aber der Wallach absolvierte die Prüfung sicher. In der Galopppirouette rechts musste sie etwas mit der äußeren Hand ausgleichen, die Zickzacktraversalen zuvor gelangen hingegen sehr gut. Don Johnson Bewertungen lagen zwischen 78,261 (E, Maja Stukelj aus Slowenien),  und 74,022 (M, Katrina Wüst, Deutschland). Wobei Wüsts Noten heute insgesamt etwas tiefer lagen als ihre vier Kollegen in den Richterhäuschen. Mit 76,565 Prozent war dem Paar die Pole Position auf der Ehrenrunde sicher. Bereits vor sieben Jahre hatte der Hannoveraner Wallach in der großen Tour beim Maimarktturnier eine goldene Schleife gewonnen.

Doppelschlag für Dorothee Schneider in Mannheim

Schon früh hatte Dorothe Schneider vorgelegt. Mit der Rubin Royal-Tochter Fohlenhof’s Rock’n Rose hatte sie als erste Starterin 70,87 Prozent erhalten. Schlussendlich war dies der dritte Platz und lange Zeit die Führung in der Prüfung. Abstimmungsprobleme beim Anpassagieren aus dem versammelten Schritt kosteten dem Paar Punkte. Mit ihrem zweiten Eisen im Feuer, dem zehnjährigen Faustus, Zweiter im Finale des Louisdor-Preises 2017, ritt sie eine starke Runde. Locker und leicht sah es aus. Auch Faustus steht im Besitz des Gestüts Fohlenhof. In der Galopptour ereilte die beiden das Schicksal: Nach sieben sicheren und herrlich bergauf gesprungenen fliegenden Galoppwechseln zu zwei Sprüngen patzte der Wallach einmal. Trotzdem ritt die Weltcupfünfte weiter mit vollem Risiko im starken Galopp (Noten bis 8,5) und zeigte nahezu perfekte Einerwechsel (8,1 im Notendurchschnitt). Lediglich die Rechtspirouette war etwas großund die letzte Piaffe war im Vorwärts angelegt. Dafür gelangen die Übergänge schon recht gut. Kurz vor Schluss gab es noch ein kurzes Missverständnis, es sah so aus, als wolle der Wallach schon an Punkt I statt G, sprich vor den Richtern, halten statt weiter zu passagieren. 73,695  Prozent bedeuteten Platz zwei.

Alle weiteren Teilnehmer erreichten keinen „ziemlich guten“ Durchschnittswert in den Noten (70 Prozent). Knapp schrammte der viertplatzierte Spanier Borja Carracosa mit Ein Traum v. Estobar an der Marke vorbei, 69,717. Nach misslungenen Zweierwechseln wurde der in Deutschland lebende Israeli Eyal Zlatin Fünfter mit dem KWPN-Wallach Bonzanjo (68,13). Er konnte aber dennoch strahlen: Mit diesem zweiten Ergebnis über 66 Prozent in einer internationalen Prüfung (die erste gab es vor ein paar Wochen in Aachen) von den für die WM-Quali relevanten Richtern, ist er der Zweite Dressursportler seines Landes, der sich für einen Start bei den Weltmeisterschaften hat qualifizieren können. Oded Shimoni ritt 1998 in Rom und anschließend 2002 in Jerez sowie 2010 in Kentucky.

Pech hatte Michael Klimke, dessen Fuchs Royal Dancer sich so gar nicht mit der Ecke bei „H“ anfreunden konnte. Der Wallach guckte von Runde zu Runde mehr dorthin. Die Spannung war während des gesamten Ritts nicht zu übersehen und in der abschließenden Pioaffe quittierte der Royal Blend-Sohn dann vollends den Job.

Morgen starten auch die Para-Reiter in die grüne Saison. Für Deutschlands Dressurreiter mit Handicap ist dies schon ein Turnier mit einiger Bedeutung in Hinblick auf die Weltmeisterschaften im US-amerikanischen Tryon im September.

Ergebnisse finden Sie hier.

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