München: Superb im Louisdor Preis-Finale 2021, Nomen est omen

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Superb und Isabell Werth in München 2021 (© Maximilian Schreiner)

Isabell Werth und Superb haben sich heute die Teilnahme am Finale im Louisdor Preis 2021 in München gesichert. Dabei war die Stute „super rossig“, wie die Reiterin berichtete. Und noch das Wort „Championatspferd“ hinterherschob. Qualifikationssieger Total Hope war heute nicht so ganz bei der Sache.

Sie macht selten aus ihrem Herzen eine Mördergrube und so sprach Isabell Werth nach ihrem Ritt auf Superb nicht nur davon, dass die Suprice-Tochter ein Championatspferd werden kann, wenn sie gesund bleibt. Nein, sie erläuterte auch, warum sie ihre jungen Pferde weniger auf Turnieren vorstellt als andere. Einerseits sei sie mit „den anderen viel unterwegs“ und andererseits hielte sie auch nichts davon, wenn sich die Pferde „in den Jungpferdeprüfungen die Füße ablaufen“.

Superb: Nach zwölf Starts im Leben im Louisdor Preis Finale

In der Tat ist Superb am heutigen Sonntag in München die 15. Turnierprüfung ihres Lebens gegangen und den zweiten Kurz Grand Prix. Die Surprice-Tochter, deren Ururgroßmutter übrigens Karotte heißt und aus einer Trakehner Familie stammt, war beim Bundeschampionat 2015 Sechste im Finale der Dreijährigen und gelangte dann über die Verdener Auktion zu Isabell Werth.

Die Stute sei „super rossig“ und habe sich draußen vor allem für die beiden Hengste interessiert, so Isabell Werth. Sie ist also eher mit gemischten Gefühlen in Viereck in München eingeritten. Aber dort wurde Superb dann ihrem Namen gerecht. Viel Talent für Piaffen und Passagen, mitunter schon sehr geschmeidige und ausgereifte Übergänge, dazu gute Pirouetten, gerade Serienwechsel – das ganze Paket. Was fehlte war Konstanz in der Anlehnung. Leichtes Verkanten in den Trabtraversalen, abschnauben und dadurch leichtes abtauchen in einigen Galopplektionen. „Wacklig“, nennt das Isabell Werth und ist sich sicher, dass das mit zunehmender Prüfungsroutine sich geben wird. Dabei verwies sie auf den Fortschritt, den die Hannoveraner Surprice-Tochter innerhalb der Zeit seit dem Turnier in Hagen, gemacht hat. 75,535 Prozent waren das Siegerergebnis.

Fabi und die Vitalis-Truppe

Zweite wurden Valencia As v. Vitalis und Fabienne Müller-Lütkemeier. Sie hatten als erste Starter schon mal ein Zeichen gesetzt: 74,349 Prozent! Gerade im ersten Teil des Kurz-Grand Prixs mit Trabtraversalen, der ersten Piaffe und Passage hatte das Paar kontinuierlich Achten eingeheimst. Im versammelten Schritt und bei einem holprigen Übergang zwischen Piaffe und Passage blieben heute noch Punkte liegen. Die Devise ist wohl deutlich: „75 Prozent plus“ sind das Ziel.

Die junge Mutter hatte noch einen weiteren Fuchs nach München gebracht: Valesco, zehnjährig, auch er ein Vitalis-Sohn. In Sachen Piaffen und Passagen hat ihm Mutter Natur ein übergroßes Potenzial geschenkt. Gerade in Sachen Rhythmus ein echter Hingucker! Hingucker Nummer zwei lieferte er in den Serienwechseln, in denen er einmal vehement den Hintern in die Luft warf. „Übermotiviert hat man ja gerne“, freute sich die Reiterin im Anschluss. Valesco kam mit 68,279 Prozent auf Rang vier.

Platz drei gab es für Dr. Annabel Frenzen und SilberStern, den ihr Vater gezogen hat. Der Silbermond-Sohn war auch schon Finalist im Nürnberger Burg-Pokal. 73,047 Prozent gab es für eine Prüfung, die sehr gleichmäßig auf ziemlich gutem bis gutem Niveau verlief. Nur im starken Galopp gab es ein Missverständnis.

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Ein Protokoll mit den Wertnoten Eins bis Acht sagt eigentlich alles: Hier ist ein Talent, das nicht immer bei der Sache ist. Den guten Eindruck aus der Einlaufprüfung konnte Total Hope immer mal wieder aufleuchten lassen. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Und heute war es eine etwas schattigere Prüfung für den Oldenburger Rappen, der aus der  Kombination Totilas mal Weihegold hervorgegangen ist. Isabell Freese zuckte mit den Schultern. „Heute hatte ich ihn nicht immer vor mir“. Das zeigte sich in der zweiten Piaffe, in der Total Hope aufbockte und sich auf die Hinterbeine erhob. Und auch in der dritten Piaffe setzte Freese, die Prüfung vermutlich längst als Trainingsrunde abgeschrieben, mehrfach für ein paar Piaffetritte an, so korrigierte sie die Situation. Dazu kamen auch noch Fehler in den Serienwechseln. Mehr als 68,093 Prozent waren da nicht drin, Platz fünf. Sechste wurde Franziska Stieglmaier mit Samurai mit 67,674 Prozent.

Die Ergebnisse finden Sie hier.