Münster: Grand Prix Special an Malin Wahlkamp-Nilsson, Riesenerfolg für Anna Abbelen

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Malin Wahlkamp-Nilsson und Eddieni, Sieger im Grand Prix Special von Münster 2019. (© Große Feldhaus)

Zum großen Finale der Dressurreiter beim K+K Cup in Münster hatte man den Grand Prix Special wie immer aus der Messehalle Nord in die Halle Münsterland verlegt. Es gab einen schwedischen Sieg, der trotzdem auch ein Münsteraner Erfolg war.

Schließlich lebt und arbeitet Malin Wahlkamp-Nilsson schon seit geraumer Zeit bei ihrem hier ansässigen Landsmann Patrik Kittel. Sie war heute das Maß der Dinge im Grand Prix Special. Dazu später.

Eine Herausforderung war die Halle Münsterland für die klare Siegerin des Grand Prix, Dorothee Schneiders 13-jährige Rubin-Royal-Tochter Rock’n Rose. Sie fühlte sich wohl einsam in der noch fremden Umgebung, in der die Zuschauer eng am Viereck sitzen. Jedenfalls rief sie einmal während der Aufgabe und auch noch nach der letzten Grußaufstellung lautstark nach ihren Kollegen. Dadurch war der Schritt nicht ganz spannungsfrei, was sich auch noch in der ersten Piaffe bemerkbar machte. Auch trat die Stute in der Passage hinten rechts regelmäßig weiter unter den Schwerpunkt als hinten links. Womöglich reichten die Rangierungen der Richter deshalb von Platz acht (Peter Mannheims bei H) bis eins (Klaus Storbeck bei E und Klaus Ridder bei M).

Highlights waren dem gegenüber die Traversalen, die Zweier- und Einerwechsel sowie auch der Rest der Galopptour. Das war richtig gut, vor allem wenn man bedenkt, dass Rock’n Rose sich – wie man ja zum Schluss noch einmal hören konnte – wohl doch nicht hundertprozentig wohl fühlte in ihrer Haut. Dorothee Schneider: „Rosie ist ein Sensibelchen und eigentlich schätzt sie enge Hallen nicht so sehr. Insofern war es mutig, nach drei Monaten Turnierpause gleich in Münster mit ihr zu starten. Aber man sieht, sie hat eine Entwicklung gemacht, sie vertraut mir.“ Am Ende kamen 73,902 Prozent heraus. Das war der zweite Platz.

Denn zuvor hatte ein anderes Paar schon 74,196 Prozent erzielt: die Schwedin Malin Wahlkamp-Nilsson auf dem zehnjährigen KWPN-Wallach Eddieni v. Johnson. Diese beiden hatten heute eine kleine Sternstunde, wenngleich der Fuchs auch von Zeit zu Zeit eng wurde. Zu Beginn der Einerwechsel gab es ein kleines Missverständnis. Und in den Piaffen neigt der bunte Fuchs dazu, die Beine zu kreuzen und sich dabei buchstäblich selbst auf die Füße zu treten. Dennoch, heute war die Bereiterin aus dem Stall Kittel mit dem auffälligen Fuchs nicht zu toppen.

Der dritte Platz ging an die schicke, langbeinige Holsteiner Stute Annabelle unter Helen Langehanenberg mit 73,490 Prozent, gefolgt von Anabel Balkenhol auf Heuberger mit 73,314 Prozent, Charlott-Maria Schürmann und Burlington (72,686) sowie Ingrid Klimke mit Franziskus (72,373).

Riesenerfolg für Anna-Christina Abbelen

Die Grand Prix Kür fand wie die anderen Dressurprüfungen auch in der Messehalle Nord statt. Qualifizieren musste man sich im Rahmen des Kurz-Grand Prix, den gestern Abend Anabel Balkenhol auf Davinia La Douce mit 69,698 Prozent gewinnen konnte.

Anna-Christina Abbelen, gerade in die Deutsche Bank Reitsport-Akademie aufgenommen, war im Kurz-Grand Prix noch Vierte gewesen mit Henny Hennessy. Aber in der Kür trumpften die Rheinländerin und ihr 16-jähriger Hannoveraner Hofrat-Sohn auf: Sieg mit 74,88 Prozent. Übrigens nicht die erste Kür, die die beiden für sich entscheiden konnten. Im September waren sie schon in Krefeld Kür-siegreich gewesen. Und im Piaff Förderpreis-Finale in Stuttgart hatten sie Platz fünf belegt.

Zweite in der Kür von Münster wurde Sabrina Geßmann, Bereiterin bei Helen Langehanenberg, auf dem Holsteiner Con Sherry-Sohn Cuantano SL mit 74,22 Prozent, gefolgt von Marcus Hermes auf dem Oldenburger Carabas-Sohn Cabanas (73,64).

Die Preise der Zukunft

Siegerin in der Einzelaufgabe der Junioren wurde wie schon gestern die Bayerin Emma Gömmer auf Sir Robin Off Loxley v. Sandro Hit. Gestern hatten sie sich den Sieg noch mit Henriette Schmidt und Rocky’s Sunshine teilen müssen. Heute standen sie alleine an der Spitze mit 71,886 Prozent.

Henriette Schmidt wurde Vierte mit 69,868 Prozent. Davor konnten sich noch Emely van Loon auf Despereaux an zweiter (70,746) und Lily Bendig mit Boscolo (70,088) an dritter Stelle behaupten.

Und auch bei den Jungen Reitern gab es einen Wiederholungserfolg, hier durch Alexa Westendarp und Four Seasons, die sich mit 73,377 Prozent gegen Lia Welschof und Linus K durchsetzten (72,237).

Besser als in der Mannschaftsaufgabe, wo sie Sechste geworden waren, lief es für Rebecca Horstmann und ihren seit Juniorentagen bewährten Friend of Mine: Rang drei mit 71,754 Prozent.

Die Zweiten der Mannschaftsaufgabe, Paulina Holzknecht und Wells Fargo, wie die Siegerinnen Teil der Goldmannschaft bei den Europameisterschaften 2018 in Fontainebleau, mussten sich heute mit Platz sieben begnügen.

Alle Ergbnisse aus der Messehalle Nord finden Sie hier.

 

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